Pflanzen

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    • Beifuß – schöne Staude mit gefährlichen Pollen


      Rebecca Müller



      Dortmund. Hobbygärtner Gerd Katthöfer ist beunruhigt: In seiner Parzelle in der Kleingartenanlage Löttringhausen hat er Beifuß-Ambrosie erspäht. Eine schöne Staude – die aber auch ganz schön gefährlich sein kann.

      Ein Fernsehbeitrag hat Hobbygärtner Gerd Katthöfer auf die Beifuß-Ambrosie aufmerksam gemacht. „Ich wusste doch nicht, dass sie gefährlich ist. Es war eine schöne Staude, und sie sah so ähnlich aus wie unsere Nachtkerzen. Wir haben sie sogar noch gegossen“, berichtet der passionierte Gartenfreund aus der Kleingartenanlage Löttringhausen zerknirscht. Dabei können die Pollen der Pflanze sogar Asthmaanfälle auslösen.

      Beifuß-Ambrosie hat sich rund um die Vogelhäuschen ausgebreitet
      Ausgebreitet hat sich die Beifuß-Ambrosie rund um die Vogelhäuschen des 72-Jährigen. Und das ist kein Zufall, denn Ambrosia-Samen kommen oft über verunreinigtes Vogelfutter aus Osteuropa in deutsche Gärten. Gutmütige Vogelfreunde säen sie im Winter quasi selbst an.

      Die bis zu zwei Meter große Pflanze ist ein echter Alleskönner: Sie wächst auch auf sehr trockenen Böden und sprießt sogar aus Rissen im Teer hervor. Die Beifuß-Ambrosie hat glockenförmige Blütenköpfchen, die am Ende von rot gefärbten Stängeln befestigt sind. Sie blüht in der Zeit von Ende Juli bis Oktober und produziert dabei bis zu einer Milliarde Pollen pro Pflanze. Dieser Pollen ist stark allergieauslösend: Von Heuschnupfen bis hin zu Asthmaanfällen reichen die Symptome, mit denen Allergiker, die mit ihm in Kontakt kommen, zu kämpfen haben.

      In Dortmund in diesem Jahr noch keine Fälle bekannt
      In Dortmund halte sich die Ausbreitung von Ambrosia bisher in Grenzen, berichtet Wilhelm Spieß vom Geschäftsbereich Stadtgrün. „Generell haben wir in den letzten Jahren aber einen Anstieg der Häufigkeit von Ambrosia festgestellt“, bilanziert er. In diesem Jahr seien ihm noch keine Fälle bekannt.

      Auch den Sprung auf die städtischen Grünflächen - wie in Bayern oder Baden-Württemberg bereits geschehen - hat Ambrosia in NRW offenbar noch nicht geschafft.

      Hobbygärtner Gerd Katthöfer jedenfalls hat die BeifußAmbrosie aus seinem Garten vertrieben: Ausgerüstet mit Handschuhen hat er die Pflanze samt Wurzel herausgerissen und im Hausmüll entsorgt. Bei bereits blühenden Pflanzen empfiehlt sich zusätzlich eine Feinstaubmaske.

      Wer größere Bestände mit mehr als zehn Pflanzen entdeckt, sollte sie dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW melden unter.


      http://www.otz.de/web/zgt/sport/detail/-/specific/Schott-Stoerfall-sorgt-fuer-Nebel-im-Saaletal-990430231
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jens ()

    • Nein lieber Petro, so einfach eine geschützte Pflanze wegmachen, darf man nicht. Du solltest mit der zuständigen Naturschutzbehörde/Landschaftsbehörde sprechen. Seit dem 1. März diesen Jahres gilt das Bundesnaturschutzgesetz unmittelbar und stellt soetwas unter Strafe (Ornungswidrigkeit/Straftat). Die Naturschutzbehörde hat die Möglichkeit bei Gefahr die nötigen Vorkehrungen zu schaffen oder diese in Auftrag zu geben.

      Viele Grüße
      thur
      Ich liebe das Leben.
    • Hallo Jens,
      der Gefleckte Aronstab (Arum maculatum), denke das Petro diesen meint, kommt bei uns im Kreis nicht vor. Der einzige Vetreter der Aronstabgewächse hier ist die Sumpf-Schlangenwurz (Calla palustris). Wie der Name schon sagt, ein Bewohner von Sümpfen, Kesselmooren und nassen Erlenbrüchern.

      Viele Grüße
      thur
      Ich liebe das Leben.
    • Weltweit sinkt der Kohlenstoffspeicher
      Landpflanzen wachsen weniger




      Wissenschaftler sind erstaunt. Von 1982 bis 1999 hatten die Landpflanzen der Erde durch steigende Temperaturen und zunehmenden CO2-Gehalt in der Luft ihr Wachstum verstärkt. Seit 10 Jahren jedoch ist eine erschreckende Trendwende zu beobachten.

      Trotz der ungebremsten globalen Erwärmung speichern Landpflanzen weltweit weniger Kohlenstoff als noch vor zehn Jahren. Das haben US-Forscher bei der Auswertung von Satellitendaten festgestellt, wie sie im Journal "Science" berichten. Damit kehrt sich der rund zwei Jahrzehnte lange Trend um, dass sich mit den steigenden Temperaturen und der zunehmenden Kohlendioxid-Konzentration in der Luft auch das globale Pflanzenwachstum verstärkt.

      In der Zeit von 1982 bis 1999 hatten die üppiger wachsenden Landpflanzen immer mehr Kohlenstoff gespeichert und damit auch den CO2-Anstieg in der Atmosphäre leicht gebremst. Das erste Jahrzehnt dieses Jahrhunderts sei nun zwar das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880 gewesen, betonen Maosheng Zhao und Steven Running von der Universität von Montana in "Science". Dennoch habe sich der Trend der Vorjahre nicht fortgesetzt. Das globale Pflanzenwachstum sei stattdessen wieder geschrumpft.

      Auf diese Weise seien 2009 weltweit rund 550 Millionen Tonnen Kohlenstoff weniger in Landpflanzen eingelagert worden als 2000. Bei einer durchschnittlichen Einlagerung von 53,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr entspricht das immerhin einer Abnahme um rund ein Prozent. Allerdings können Schwankungen von Jahr zu Jahr deutlich größer ausfallen, wie die Daten der Analyse zeigen. Für Wasserpflanzen haben die Forscher die Entwicklung nicht untersucht.

      Regionale Unterschiede erkennbar

      Regional war die Entwicklung des Pflanzenwachstums sehr unterschiedlich. Während es auf der Nordhalbkugel insgesamt eher weiter zugenommen hat, sank es auf der Südhalbkugel umso stärker. Vor allem in den tropischen Regenwäldern machten die Forscher einen Rückgang aus. So lassen sich rund zwei Drittel der globalen Schwankungen in der Kohlenstoffspeicherung allein auf den Amazonas zurückführen. Als Ursache sehen die Forscher erhöhten Trockenstress, der das Pflanzenwachstum bremst, sowie die mit der Temperatur steigende Pflanzenatmung, durch die CO2 zurück in die Atmosphäre gelangt.

      Generell sei in den vergangenen zehn Jahren ein Trend zu trockenerem Klima über der Südhalbkugel zu beobachten, zudem würden regionale Dürren mit dem Klimawandel weltweit häufiger. Ein schwindendes Pflanzenwachstum könne die Welternährung bedrohen sowie eine künftige Biospritproduktion gefährden, warnen die Forscher. Daher sollte das globale Pflanzenwachstum weiter genau analysiert werden, um festzustellen, ob es sich bei den Beobachtungen um eine Dekaden-Schwankung oder einen Wendepunkt handele.


      .dpa
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    • Zweiblättrige Waldhyazinthe
      Gefährdete Orchidee geehrt



      Ihr Lebensraum schwindet zunehmend und gerade deshalb wird die Zweiblättrige Waldhyazinthe zur Orchidee des Jahres 2011 gewählt. Durch die Trockenlegung von Heiden, Mooren und Wiesen wird ihr Lebensraum immer kleiner. Der Arbeitskreis Heimische Orchideen fordert deshalb einen besseren Schutz.

      Sie mag es modrig und feucht, aber ihr Lebensraum wird immer knapper: Die Zweiblättrige Waldhyazinthe ist die "Orchidee des Jahres 2011". Mit den ungedüngten Wiesen schwinde der Lebensraum der eleganten, weiß blühenden Pflanze in ganz Deutschland, teilten die Arbeitskreise Heimische Orchideen (AHO) auf ihrer Jahrestagung in Bad Liebenstein in Thüringen mit.

      "Vor allem im Norden Deutschlands sind durch die Trockenlegung von Heiden, Mooren und Wiesen viele Orchideen-Biotope verschwunden", erläuterte AHO-Sprecher Heinz Baum. Die zwischen 20 und 50 Zentimetern große Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) gedeiht auch auf naturnahen Wiesen im deutschen Mittel- und Hochgebirge. Zu erkennen ist das seltene und sensible Gewächs an zwei eng zusammenstehenden Pollenpaketen und einem langen Sporn an jeder Blüte.

      Dünger und Gülle schaden
      ... ist in ihrem Bestand aber gefährdet.
      (Foto: dpa)
      Die bundesweit rund 2500 Mitglieder der Arbeitskreise schützen die Standorte der sensiblen Gewächse, indem sie Wiesen mähen, Büsche entfernen und für eine extensive Landwirtschaft werben. Sie erfassen auch die Vorkommen der wilden Orchideen und beraten Behörden beispielsweise bei Straßenbauvorhaben. Vor allem Dünger und Gülle schaden laut AHO-Sprecherin Jutta Haas den anspruchsvollen Pflanzen.

      Die Zweiblättrige Waldhyazinthe sei auch für Laien gut zu erkennen, sagte Haas. Sie blüht im Juni und im Juli. Thüringen, Bayern, Baden- Württemberg sowie Rheinland-Pfalz und Hessen gehören zu ihren Hauptverbreitungsgebieten. Die Pflanze gilt in den meisten Bundesländern als gefährdet. Zu kaufen ist die Waldhyazinthe nicht, denn in Deutschland stehen Orchideen unter Naturschutz. Im gesamten Bundesgebiet gibt es mehr als verschiedene 60 Arten.

      Die Orchidee des Jahres wird seit 1989 gewählt. In den vergangenen Jahren standen der Frauenschuh und das Männliche Knabenkraut im Fokus der Orchideenliebhaber. "Durch die Aktion möchten wir die Öffentlichkeit für den Schutz und Erhalt unserer Orchideen und deren Lebensräume sensibilisieren", sagte Baum vom Arbeitskreis Nordrhein-Westfalen.

      dpa
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Mehr Artenvielfalt durch Hecken und Sträucher



      Wissenschaftler untersuchen die Mechanismen des ökologischen Landbaus
      Von Carolin Hoffrogge
      Um Rückzugsgebiete für Tiere zu schaffen, werden bei der umweltverträglichen Landwirtschaft Teile der Landfläche aus der Produktion herausgenommen. Wie stark Hecken und ökologischer Landbau die Artenvielfalt fördern, haben Wissenschaftler an der Universität Göttingen untersucht.

      "Je artenvielfältiger das Heu desto besser ist das für die Ziegen, die brauchen Abwechselung, die sind sonst nicht zufrieden. Rotklee mit Vergnügen, wenn wir Luzerne in der Wiesenzusammensetzung haben, dann auch gerne Luzerne."

      Zufrieden kauen die braunen Ziegen und schwarzen Schafe von Biobauer Eberhard Prunzel-Ulrich das Heu. Um die 150 Tiere satt zu bekommen, mäht der Landdolfshäuser Biobauer 20 Hektar Wiesen. Auf einer dieser Wiesen steht Eberhard Prunzel-Ulrich mit dem Göttinger Agrarökologen Peter Batary. Der Ungar Batary untersucht die Vielfalt von Pflanzen und Tierarten in verschiedene Landschaftstypen.

      "Wir stehen auf einer Ökofläche, die ist knapp 1,8 Hektar groß. Ich habe die Fläche in zwei geteilt und habe in der Mitte gestanden, um die Vögel zu kartieren. Dann habe ich nicht nur in der Mitte kartiert, sondern auch an den Randstreifen und Hecken."

      Im Frühjahr 2010 hat Peter Batary zehn verschiedene Landschaften rund um Göttingen ausgewählt. Von sehr abwechselungsreichen Flächen, die durch Hecken, Bäume und Sträucher unterteilt waren bis hin zu großen Äckern, auf denen kein Baum oder Strauch wuchs. Die Hälfte seiner ausgesuchten Flächen wurde konventionell bewirtschaftet, die andere Hälfte ökologisch. Da Vögel schnell auf Veränderungen der Natur reagieren und sie außerdem sehr gut zählbar sind, hat Peter Batary als Beleg für die Artenvielfalt drei Vogelarten ausgewählt: die Dorngrasmücke, die Klappergrasmücke und die Goldammer:

      "Die Goldammer hat einen ganz berühmten Ruf."

      Mit seiner Vogelzählung wollte Peter Batary herausfinden, ob sowohl die Hecken als auch der Ökolandbau einen positiven Einfluss auf die Artenvielfalt haben. Und wenn ja, welche der beiden Maßnahmen die effektivere ist?

      "Dann habe ich die Länge der Hecke gemessen und wir haben gefunden, dass desto länger Hecken wir haben, desto mehr Arten haben wir. Wenn wir längere Hecken haben, gibt es viel mehr Platz für ein Vogelterritorien. Weil all diese Singvögel Territorien haben ist das limitiert wie viele Tiere in eine Hecke rein passen können."

      Wie vielfältig, bunt, naturnah und vogelreich die 100 Meter lange Hecke neben Eberhard Prunzel Ulrichs Ökoweizenfläche ist, zeigen die Wildkräuterarten, die die Göttinger Agrarökologen bei ihrer Untersuchung gezählt haben.

      "Auf dem Acker haben wir 120 verschiedene Wildkräuterarten gefunden, davon 80 rote Liste. Die Botaniker waren so begeistert und sagten tastet das am besten gar nicht an, das nur noch diese Wildkräuter wachsen. Wo ich gesagt habe, nein, es ist wichtig, dass ich Getreide anbaue. Die Wildkräuter erhalten sich von einem Jahr zum anderen weiter. Wenn ich hier nichts mache, dann würde hier Wald wachsen."

      Knöterich, Wiesenschaumkraut, Pfefferminze, Rotklee: die Liste der Kräuter auf den eingeheckten Ökoflächen ist lang, sagt Peter Batary. Allerdings konnte Batary bei seiner Untersuchung nachweisen, das Hecken einen wirklich positiven Effekt nur in ausgeräumten Landschaften haben, das heißt auf Wiesen und Feldern, wo weniger als 17 Prozent des Bodens naturbelassen sind.

      Um mehr Vögel, Wildkräuter, Insekten und Käfer auch auf den konventionell bewirtschafteten Feldern zu etablieren, hat sich Biobauer Eberhard Prunzel Ulrich mit allen Landwirten in seinem Dorf Landolfshausen im Landkreis Göttingen zusammengeschlossen.

      "Wir haben jetzt gerade Obstbäume angepflanzt, Obstbäume deshalb, weil eine Hecke oft als sinnlos angesehen wird. Obstbäume haben einen Nutzen. Das ist für die anderen Landwirte tolerierbarer. Wenn sie die Bäume lange genug angeschaut haben, werden sie als nächstes vielleicht eine Hecke tolerieren, die als nächstes dann kommt. So müssen wir langsam das Bewusstsein wecken, wie reich die Feldflur eigentlich ist."
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    • Größte Orchidee der Welt wächst in Brasilien

      Die mit bis zu zweieinhalb Meter langen Stängeln und rund 400 Blüten größte Orchidee der Welt steht in Brasilien. Das Exemplar der eigentlich aus Malaysia stammenden "Grammatophyllum speciosum" wächst im Nationalen Orchideen-Park der Hauptstadt Brasília, teilte das Institut für Umwelt und Erneuerbare Naturressourcen mit.

      Demnach ist die Orchidee fünf Jahre alt und hat bereits 19 lange Stängel. Diese könnten sogar noch um einen halben Meter wachsen. Die Pflanze habe sich bereits an das "harte Klima" in Brasilien gewöhnt, das deutlich trockener als in Malaysia ist, wie Parkdirektor Lou Menezes sagte.


      de.news.yahoo.com/2/20110202/t…lt-waechst-i-8672b4c.html
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    • Pflanzen tauschen Informationen

      Durch den Austausch chemischer Signale kommunizieren Pflanzen miteinander. Nach neuesten Erkenntnissen passiert das nicht nur oberirdisch, sondern auch unter der Erde über die Wurzeln. Das Sprachsystem der Flora hält für Forscher noch viele Rätsel bereit.
      Biochemiker verstehen die "Sprache" der Pflanzen immer besser. Auf einer internationalen Wissenschaftskonferenz in Washington tauschten sie neu erlernte Vokabeln aus. Pflanzen haben ebenso wie Insekten ein ausgefeiltes System, über chemische Signale miteinander zu kommunizieren und Informationen aus der Umwelt aufzufangen. Der Signalaustausch zwischen benachbarten Pflanzen erfolgt nach neuen Erkenntnissen auch über die Wurzeln unter der Erde.

      Der Direktor des Max-Planck-Institutes für Chemische Ökologie in Jena, Ian Baldwin, sagte nach seinem Vortrag in Washington: "Wir haben schon eine Menge Erfahrung damit, Pflanzen zum Senden von Signalen zu bringen. Darüber, wie sie Signale aus der Umgebung empfangen, wissen wir noch sehr wenig."

      Lediglich von dem gasförmigen Hormon Ethylen sei bekannt, über welchen Rezeptor es von den Pflanzen wahrgenommen wird, erläuterte Baldwin. Deshalb konnten inzwischen auch Pflanzen entwickelt werden, in denen der Ethylen-Rezeptor blockiert ist. Diese Pflanzen reagieren nicht mehr auf das flüchtige Hormon, wenn es sie als Signal erreicht.

      Ethylen fördert den Reifeprozess von Früchten. Umgekehrt brauchen Früchte von Pflanzen mit deaktiviertem Ethylen-Rezeptor mehr Zeit zum Reifen. Bananen, Tomaten und andere Früchte überstehen durch den verhinderten Empfang des Ethylen-Signals einen längeren Transportweg.

      Das Symposium über die Verständigung zwischen Pflanzen und Organismen wie Insekten, Bakterien und sogar Schimmelpilzen gehörte zu den letzten Veranstaltungen der viertägigen Konferenz. Die Jahrestagung 2011 der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (AAAS) endete am Montagabend.

      dpa
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    • Duft des Todes
      Orchideen locken mit Aasgeruch



      Viele Orchideen locken ihre Bestäuber mit dem Versprechen von Sex. Eine Art in Südafrika täuscht Insekten jedoch nicht mit dem Look eines vermeintlichen Partners, sondern mit dem Geruch des Todes.

      Der Duft von Tierleichen lockt Fliegen zu den Blumenpollen, berichtet Timotheus van der Niet von der Universität von KwaZulu-Natal in Südafrika im Journal "Annals of Botany". Bislang war es Forschern ein Rätsel, wie die Orchidee Satyrium pumilum ihren Pollen weitergibt. Denn die unscheinbare Blüte enthält keinerlei Nektar und nutzt auch nicht den unter Orchideen verbreiteten Trick eines vorgetäuschten Sexpartners. Van der Niet beobachtete daher, welche Insekten auf Satyrium pumilum landen. Unter den wenigen Tieren befanden sich aasfressende Fleischfliegen.

      Daraufhin untersuchte er Fliegen, die sich auf den Leichen von Klippschliefern einfanden. Die Tiere, die äußerlich Murmeltieren ähneln, waren auf einer nahe gelegenen Straße überfahren worden. Van der Niet fand auf den Leichen nicht nur weitgehend die gleichen Fliegenarten - an vielen Insekten klebten auch Pollenstände der Orchideen.

      Geruch nach verrottendem Fleisch
      Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Blüten einen schwachen Geruch nach verrottendem Fleisch ausströmen. "Diese Blüten sind extrem spezialisiert. Sie müssen nicht nur Fliegen anlocken, sondern auch solche der richtigen Größe, damit die versteckten Pollenstände abgesetzt werden können", sagte der Forscher. "Wir haben herausgefunden, dass der Geruch dabei die entscheidende Rolle spielt. Sogar innerhalb der Blüte locken unterschiedliche Gerüche die Fliegen an die richtige Stelle."

      Ein Anlocken durch Aasgeruch ist bei vielen anderen Pflanzenarten bekannt, etwa beim Aaronstab oder einigen fleischfressenden Pflanzen. Bei Orchideen wurde diese Methode jedoch noch nie beobachtet.

      .dpa
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    • Blume in 4500 Metern Höhe


      Ein Botaniker hat in den Walliser Alpen eine sensationelle Entdeckung gemacht: Auf dem Schweizer Berg Dom entdeckte der Forscher in 4505 Metern Höhe - nur 40 Meter unterhalb des Gipfels - eine Blume. Für eine Blütenpflanze in Europa stellt das einen Höhenrekord dar. "Das grenzt an ein Wunder", teilte die Universität Basel mit. Es handle sich um die bereits bekannte Pflanze des lilafarbenen Gegenblättrigen Steinbrechs (Saxifraga oppositifolia). Die Pflanze habe offenbar eine derartige Höhe erreichen können, weil der Wind die Saatkörner dorthin geweht habe.

      Den Wissenschaftlern der Universität Basel zufolge wurde in Europa noch nie eine Blütenpflanze in einer solchen Höhe gefunden. Es sei sogar davon auszugehen, dass weltweit noch nie eine Blütenpflanze an einem derart kalten Ort gefunden wurde. 1978 sei allerdings am selben Ort im Kanton Wallis ein zweiblütiger Steinbrech (Saxifraga biflora) entdeckt worden - damals allerdings 55 Meter tiefer.

      Die Blume lebt den Angaben zufolge unter extremen Bedingungen und friert jede Nacht ein. Erst wenn die Sonne erscheint, kann sich die Pflanze erwärmen. Dabei kann sie bis zu 18 Grad Celsius warm werden, selbst wenn die Lufttemperatur um den Gefrierpunkt liegt. Um zu überleben, muss der Steinbrech allerdings rund 600 Stunden pro Jahr eine Innentemperatur von mehr als drei Grad Celsius aufweisen.


      .AFP
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    • Pflanzen können Wasservorrat im Boden anlegen

      Göttingen (dpa) - Pflanzen können mit Wasser im Boden eine Art Vorratswirtschaft betreiben. Zumindest können sie nach neuen Forschungsergebnissen in der Nähe ihrer Wurzeln so viel Wasser speichern, dass sie damit kürzere Trockenperioden überstehen können.
      Das haben Wissenschaftler der Universität Göttingen zusammen mit Kollegen aus Potsdam, Leipzig und den USA herausgefunden. Wie die Göttinger Hochschule am Donnerstag mitteilte, haben die Forscher mit speziellen Messverfahren festgestellt, dass die Wasserkonzentration im Boden in der Nähe der Wurzeln - anders als bisher vermutet - höher ist als in weiterer Entfernung.
      Bei den Versuchen befand sich in der Umgebung von Maispflanzen, Lupinen und Kichererbsen rund 30 Prozent mehr Wasser als in weiterer Entfernung. Der Vorrat könne ausreichen, um eine Zeitspanne von bis zu zwölf Stunden ohne Wasserzufuhr zu überbrücken. Bisher waren die Forscher davon ausgegangen, dass sich in unmittelbarer Wurzelnähe weniger Wasser befindet, weil Pflanzen dem Boden Flüssigkeit entziehen.

      Verantwortlich für das Speichern von Wasser sei wohl eine von den Wurzeln ausgesonderte gallertige Substanz, die das Zehntausendfache ihres Trockengewichts an Wasser binden kann, vermutet der Göttinger Bodenphysiker Prof.Andrea Carminati.
      Die neuen Erkenntnisse könnten möglicherweise dabei helfen, Pflanzen zu züchten, die besser mit Trockenheitsperioden zurecht kommen
      Gruß Peter

      Tierschutz ist die Erziehung zur Menschlichkeit !
      Albert Schweitzer
    • Neue Orchideenart entdeckt

      Im Berggarten der Herrenhäuser Gärten in Hannover ist eine neue Orchideenart entdeckt worden. Nach Angaben einer Sprecherin ist die Blume bereits seit 30 Jahren Bestandteil der dortigen Orchideensammlung, doch erst jetzt wurde sie als völlig neue Gattung identifiziert. In Anlehnung an den Fundort und zu Ehren der Herrenhäuser Gärten wurde sie "Oncidium herrenhusanum" getauft.

      Ursprünglich wurde die Pflanze vermutlich aus Brasilien importiert. Bislang sind weltweit aber nur die im Berggarten kultivierten Exemplare - Mutterpflanze und Ableger - bekannt.

      Als einen "außergewöhnlichen Fund" bezeichnete Kurator Boris Schlumpberger die Entdeckung. "Es werden zwar noch regelmäßig neue Orchideenarten gefunden und beschrieben, aber kaum nach 30 Jahren in Kultur", sagte er nach Angaben der Sprecherin.

      dpa
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    • Die Heidenelke ist die Blume des Jahres 2012

      Hamburg. Die in vielen deutschen Bundesländern bereits vom Aussterben bedrohte Heidenelke ist die Blume des Jahres 2012. Damit ehrte die Loki Schmidt Stiftung Naturschutz Hamburg ihre Gründerin zu deren erstem Todestag. Die Ehefrau von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) war am 21. Oktober 2010 im Alter von 91 Jahren gestorben.
      „Der Rückgang der Heidenelke beruht auf der immer intensiveren Nutzung unserer Landschaft“, sagte Axel Jahn, der Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung.
      Zum Lebensraum der Pflanze gehörten Heidegebiete, Trockenrasen, Wiesen und auch an sandigen Wegesrändern ist die Blume zu finden. Doch aus wirtschaftlichen Gründen schwinden diese Heimatgebiete des Gewächses zusehends.
      Viele Flächen werden zu Äckern und Forsten umgewandelt. Durch den Einsatz von Dünger siedeln sich dort konkurrenzstarke Pflanzenarten an, welche die Heidenelke aus ihrem Umfeld verdrängen. Am Rande von Ortschaften werden die Standorte der Heidenelke gern als Bauland ausgewiesen oder in Sportanlagen oder Gärten verwandelt. Selbst Wegränder als ihre oft letzten Rückzugsorte verändern sich durch gärtnerische Bearbeitung.
      Die Blütezeit der mehrjährigen Heidenelke erstreckt sich von Juni bis in den September. Die Blume ist leicht an dem leuchtenden Purpur oder Lila ihrer Blüten zu erkennen. Sie kommt in kleinen Horsten oder Rasen vor und erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 40 Zentimetern.
      Die Blume des Jahres wird seit 1980 von der Loki Schmidt Stiftung Naturschutz Hamburg gewählt. Die Heidenelke ist die 32. Pflanze, die mit diesem Titel ausgezeichnet wird. (dapd/abendblatt.de)
      Gruß Peter

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      Albert Schweitzer
    • Bleiche Knabenkraut wird "Orchidee des Jahres 2012"

      Bad Liebenstein. Das gelb blühende Bleiche Knabenkraut ist zur "Orchidee des Jahres 2012" gekürt worden. Die zart nach Holunder duftende, bis zu 30 Zentimeter hohe Pflanze komme nur selten in Deutschland vor. Umso wichtiger sei es, die wenigen Standorte der aparten, auffälligen Orchidee zu schützen, erklärten die deutschen Arbeitskreise Heimische Orchideen am Sonnabend in Bad Liebenstein.
      Diese Orchidee gedeiht an mäßig warmen, halbschattigen Standorten vor allem auf lockeren Lehm- und Tonböden in Laubwäldern. Sie kommt vor allem auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg sowie im Thüringer Becken vor, aber auch im osthessischen Bergland, Teilen des Harzes, dem Thüringer Schiefergebirge und vereinzelt in Bayern. In Baden-Württemberg und in Thüringen gilt die attraktive Pflanze als gefährdet, in Sachsen-Anhalt und Bayern als stark gefährdet. "Darauf möchten wir mit der Wahl zur Orchidee des Jahres aufmerksam machen", sagte die Geschäftsführerin des hessischen Arbeitskreises, Jutta Haas.(dpa)
      Gruß Peter

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    • Alge des Jahres 2012: Armleuchteralge Chara

      Greifswald (dpa) - Die Armleuchteralgen der Gattung Chara sind die Algen des Jahres 2012. Sie wurden von Algenforschern der Deutschen Botanischen Gesellschaft ausgewählt, wie die Universität Greifswald am Montag mitteilte.
      Mit der Entscheidung werde eine Algengattung gewürdigt, von der 20 heimische Arten auf der Roten Liste gefährdeter Arten stünden. Die heimischen der weltweit etwa 300 vorkommenden Chara-Arten lebten meist im Süßwasser, in kalkreichen und nährstoffarmen Seen, erklärte die Algenforscherin Irmgard Blindow von der Biologischen Station Hiddensee der Uni Greifswald. Einige behaupteten sich auch im Brackwasser. «Viele Chara-Arten sind Pioniere, die oft als erste neu entstandene Kleingewässer besiedeln», sagte Blindow.
      Da in immer mehr Gewässer zu viele Nährstoffe eingetragen würden, stünden die meisten Chara-Arten auf der Roten Liste. Die Empfindlichkeit der Armleuchteralgen nutzten Biologen, um auf die Wasserqualität zu schließen. «Wo Armleuchteralgen vorkommen, ist die Welt noch in Ordnung.»
      Gruß Peter

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    • Zarte Pflanze macht fette Beute

      Washington (dpa) - Vom Gejagten zum Jäger: Eine zarte Pflanze schnappt mit ihren unterirdischen klebrigen Blättern Fadenwürmer und frisst sie dann. Einem internationalen Forscherteam war aufgefallen, dass das Gewächs Philcoxia minensis anderen fleischfressenden Pflanzen in Form und Aufbau ähnelt.

      Während ihrer Untersuchungen stellte sich heraus, dass das Pflänzchen, das nur in Brasilien wächst, tatsächlich Fleisch mag - das schreiben die Wissenschaftler in den «Proceedings» der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS).Normalerweise sind es die Würmer, die so mancher Pflanze das Leben schwer machen. In diesem Fall dreht die Pflanze den Spieß um.
      Um herauszufinden, ob Philcoxia minensis Nährstoffe aus einem möglichen Beutetierchen aufnimmt, markierte das Team Fadenwürmer mit Stickstoff. Diese verfütterten sie dann an das Gewächs. Danach produzierten die Blätter den Forschern zufolge größere Mengen des Gases. Das zeige, dass die Pflanzen die Würmer verdaut hätten, schreiben die Forscher um den Biologen Rafael S. Oliveira von der Universität von Campinas im brasilianischen Bundesstaat São Paulo.
      Philcoxia minensis zählt zu den Wegerich-Gewächsen. Die Pflanze wächst im schattigen weißen Sand. Das ist typisch für fleischfressende Pflanzen: Sie wachsen unter widrigen Bedingungen und nehmen Nährstoffe von toten Tieren über ihre Blattoberfläche auf.
      Gruß Peter

      Tierschutz ist die Erziehung zur Menschlichkeit !
      Albert Schweitzer
    • Hallo Petro,
      ja, es handelt sich um Stechapfel.
      Das nächste Pflanzenbild, ja es könnte eine Lilienart sein, aber wohl keine heimische Art. Hast Du ein Bild von der ganzen Pflanze? Steht sie auf feuchten, nassen oder trocknen Boden? Wann entstand das Foto (Monat). Wenn es sich nicht um eine heimische Art handelt, wird die Bestimmung für mich schwierig, mal schauen was ich finde.

      Viele Grüße
      thur
      Ich liebe das Leben.
    • Hallo Petro,

      ich habe in meiner Literatur leider nichts vergleichbares gefunden. Es handelt sich wohl um eine Gartenpflanze, welche zu den Liliengewächsen zählt. Dafür spricht die Blüte und die Blattrosetten, denke ich.
      Es tut mir leid hier nicht helfen zu können.

      Viele Grüße
      thur
      Ich liebe das Leben.
    • Original von thur
      Hallo Petro,

      ich habe in meiner Literatur leider nichts vergleichbares gefunden. Es handelt sich wohl um eine Gartenpflanze, welche zu den Liliengewächsen zählt. Dafür spricht die Blüte und die Blattrosetten, denke ich.
      Es tut mir leid hier nicht helfen zu können.

      Viele Grüße
      thur


      Hallo Thur es ist ein Milchstern Ornithogalum arabicum.
      Nochmals Danke für Deine Bemühungen.
      Gruß Peter

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      Albert Schweitzer
    • Arzneipflanze des Jahres 2013: Große Kapuzinerkresse
      Würzburg (dpa) - Sie enthält viel Vitamin C, kann die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen hemmen und die Durchblutung fördern: Wegen dieser positiven Eigenschaften ist die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) von Wissenschaftlern der Universität Würzburg zur Arzneipflanze 2013 gewählt worden.

      Die kletternde und kriechende Pflanze mit den leuchtend gelb-orangefarbenen Blüten könne möglicherweise die Einnahme von Antibiotika zum Teil ersetzen und so Resistenzen gegen das Medikament vermeiden, lautete die Begründung des Studienkreises Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde. Zusammen mit Meerrettichwurzel eingenommen könnte das Kraut der Pflanze eventuell sogar Nasennebenhöhlenentzündungen, Bronchitis und Blasenentzündung genauso wirksam wie Antibiotika bekämpfen.
      Die Kapuzinerkresse sei noch ein unterschätztes Arzneimittel, sagt Johannes Gottfried Mayer vom Würzburger Studienkreis. «Es ist eine Pflanze, die fast jeder kennt und die in vielen Gärten wächst. So denkt man schnell, es sei etwas Banales. Aber das ist hier nicht der Fall», meint der Wissenschaftler.
      Die Große Kapuzinerkresse kommt ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika. Schon die Inkas sollen sie als Schmerz- und Wunderheilmittel genutzt haben. «Man kann sowohl die Blüten als auch die Blätter im Salat essen», sagte Mayer. Dabei helfe die Pflanze jedoch eher vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten und Harnwegsinfektionen. «Für den akuten Fall ist die Dosierung wahrscheinlich nicht ausreichend.»
      Infos der Forschergruppe Klostermedizin der Uni Würzburg
      Gruß Peter

      Tierschutz ist die Erziehung zur Menschlichkeit !
      Albert Schweitzer
    • Der Pollen-Bomber reift unterm Futterhäuschen
      Der Beifuß-Ambrosie ist mit äußerster Vorsicht zu begegnen. Gummihandschuhe und Mundschutz sind Pflicht.

      Wer im Winter die Vögel gefüttert hat, sollte jetzt die alten Futterstellen genauer in Augenschein nehmen: Mancherorts schießt dort die Beifuß-Ambrosie ins Kraut. Die Pflanze löst während ihrer Blüte ernst- zunehmende gesund- heitliche Probleme aus.

      Pasewalk.Bewohner der Pasewalker Gneisenaustraße trauen ihren Augen nicht: Nach dem Regen der vergangenen Tagen breitet sich genau dort, wo im Winter das Futterhäuschen stand, ein grüner Teppich aus. Dass Sonnenblumen an Futterstellen in die Höhe schießen, ist normal. Aber ein Kraut, das dem Möhrenkraut zum Verwechseln ähnelt? Eine der Anwohnerinnen schaute im Internet nach. Am Ende stand fest: In ihrem Garten wächst die Beifuß-Ambrosie. Harald Janzen, Sachbearbeiter der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis, und seine Kollegen bestätigen den Fund des aus Nordamerika kommenden Pflanzen-Invasors. „In der Vergangenheit erfuhren wird von Einzelfunden in Löcknitz, Pampow und Jatznick. Pasewalk ist damit der vierte bekannte Standort der Pflanze“, sagt Janzen. Sein Rat: Unbedingt bekämpfen! Und das so früh wie möglich.
      Zu keinem anderen Schluss kommt auch Rita Schneider, Sachbearbeiterin für die Schaderreger-Überwachung beim Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelüberwachung und Fischereiin Groß Nemerow. „Die Pollen der Beifuß-Ambrosie gelten als besonders stark Allergie auslösend. Bei manchen zeigt sich das als Heuschnupfen mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen. Das kann sich bei einem Allergiker bis hin zum Asthma entwickeln. Auch Personen, die sonst eigentlich nicht allergisch auf Pollen reagieren, können nun eine Allergie entwickeln“, klärt sie auf. Die kleinen Pollen-Bomber können sich dazu rasant vermehren: Eine große Pflanze kann bis zu 60000 Samen erzeugen, die über mehrere Jahrzehnte keimfähig bleiben. Deshalb bestehe ein übergeordnetes Interesse, eine Ausbreitung der Pflanze zu verhindern.
      „Bei uns treten derzeit nur Einzelfunde auf. Aber wir sollten die möglichen Standorte im Blick haben“, beruhigt Rita Schneider. „Eingeführtes Vogelfutter kann mit der Saat verunreinigt sein, da die Pflanze als Ackerunkraut in Sonnenblumenfeldern auftritt.“ Deshalb sollte jeder die alten Futterplätze im Blick haben. Junge Pflanzen entwickeln sich sehr langsam und schießen erst im Juni in die Höhe. „Vor der Blüte können die Sämlinge herausgerissen und kompostiert werden. Aber bitte Gummihandschuhe tragen! In der Blüh- und Saatphase ist das dann komplizierter. Auf jeden Fall müssen Mundschutz und Schutzkleidung getragen werden.Am besten ist es, die Pflanzen zu verbrennen.“
      Aus- dort auch Bild der Pflanze: nordkurier.de/cmlink/nordkurie…m-futterhauschen-1.584757
    • Wissenschaftler schlagen Alarm Berlin - 15.09.2013
      Die Allergiepflanze Ambrosia breitet sich immer mehr aus.
      „Ohne politische Hilfe kriegen wir das Problem nicht in den Griff“, sagt Thomas Dümmel, Meteorologe an der Freien Universität Berlin, zum Abschluss einer Konferenz. „Wir fordern bundesweit eine Melde- und Bekämpfungspflicht für Ambrosia.
      Ambrosia blüht im September und Oktober und verlängert die Leidenszeit für viele Allergiker. Oft entwickeln sich Reaktionen auf Ambrosia jahrelang schleichend.
      Berliner Ärzte haben laut Dümmel in den vergangenen Jahren 4500 Allergietests ausgewertet. „Danach reagieren schon 12 bis 13 Prozent der Berliner sensibel auf Ambrosia, und 5 Prozent haben die Allergie bereits.“
      Je mehr sich die Pflanze ausbreite, desto mehr wachse auch das Allergie-Risiko.
      Ein Aktionsprogramm wie in Berlin zeige zwar Wirkung, reiche aber nicht mehr aus. Ambrosia blüht im September und Oktober und verlängert die Leidenszeit für viele Allergiker. Zwei Tage lang haben Biologen, Mediziner, Geologen, Meteorologen sowie Land- und Forstwirte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Berlin und Brandenburg ihr Wissen über Ambrosia ausgetauscht. „Das ist unser letzter Hilferuf“, sagt Dümmel. „Wir haben jetzt genug geforscht. Jetzt muss etwas passieren.“
      Bislang habe nur die Schweiz konsequent die Notbremse gezogen. Seit 2005 gebe es dort eine Melde- und Bekämpfungspflicht. „Die haben da jetzt kein Ambrosia-Problem mehr.“
      aus:
      nordkurier.de/brandenburg/wiss…agen-alarm-151828209.html