Klima

    • Eisfreie Flächen der Arktis nehmen zu
      Neuer Schmelzrekord befürchtet


      Das Eis in der Arktis wird dünner. Den bisherigen Negativ-Rekord hatten Forscher vor vier Jahren gemessen - nun droht ein neuer Tiefstwert. Schuld ist zumindest zum Teil der Klimawandel.

      .In der Arktis kündigt sich nach Angaben von Forschern ein neuer Negativ-Rekord beim Meereis an. Die Eisbedeckung in diesem Sommer werde höchstwahrscheinlich auf den Tiefstwert von 2007 oder sogar noch darunter schrumpfen, sagte Prof. Rüdiger Gerdes bei einem Arktis-Workshop in Bremen.

      Vor vier Jahren wurde der bisherige Negativ-Rekord gemessen. Damals war die Eisausdehnung auf eine Fläche von 4,3 Millionen Quadratkilometern zurückgegangen. Ob das Meereis-Minimum dieses Mal tatsächlich unter der Rekordmarke von 2007 liegen wird, entscheidet sich nach einer Mitteilung des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) erst Ende September.

      Riesige Löcher im Eis
      Satellitenkarten zeigen laut Gerdes, wie viel Eis in den nächsten Tagen noch tauen wird. Die Eisdecke sei an den Rändern so stark aufgebrochen, dass die Sonneneinstrahlung die oberste Wasserschicht erwärmen kann und "noch viele Schollen schmelzen werden", erklärte der Meereis-Physiker vom AWI in Bremerhaven. Dieser Rückgang sei - neben natürlichen Ursachen - auch durch den Klimawandel bedingt.

      Prof. Lars Kaleschke, Wissenschaftler am Klima-Campus der Universität Hamburg, rechnet ebenfalls mit einem ähnlich großen Eisverlust wie 2007. Die Eismassen verteilten sich in diesem Jahr aber räumlich anders. So gebe es jetzt auffällig große eisfreie Flächen innerhalb der Packeis-Zone, etwa in der Laptev-See im Norden Russlands. "Das Loch tat sich Anfang August auf, wurde immer größer und hat inzwischen die Größe Hollands erreicht", sagte Kaleschke.

      Zwei Faktoren könnten aus Sicht der Forscher in diesem Sommer eine wichtige Rolle spielen. So hatten Messungen eine sehr geringe Dicke des Meereises ergeben. Der Durchschnittswert liegt bei 90 Zentimetern. Im Jahr 2001 waren es noch etwa zwei Meter. Außerdem gibt es einen steten Transport von Meereis in eisfreie Regionen des Nordpolarmeeres. "Dort sind die Wassertemperaturen wegen der Einstrahlung und Absorption hoch, so dass Schollen, die dorthin driften, schnell abschmelzen", sagte Gerdes.


      .dpa
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    • Klimawandel : Wissenschaftler: Ozonloch am Nordpol so groß wie nie[/B]
      03.10.2011, 12:09 Uhr abendblatt.de
      [B]Die chemische Ozonvernichtung am Nordpol übersteige alle bisherigen Messungen. Das Ozonloch habe auch Norddeutschland gestreift.


      Berlin/Potsdam. In diesem Frühjahr hat es über dem Nordpol ein riesiges Ozonloch gegeben. Dies haben Wissenschaftler nachgewiesen. Wie das internationale Team, darunter auch der Potsdamer Atmosphären-Forscher Markus Rex, veröffentlichten im Fachjournal "Nature": "Der Ozonverlust im Frühjahr 2011 übersteigt jeden, der bisher über der Arktis gemessen wurde.“
      Das Team aus 30 Forschern erläutert in dem Journal: "Hier zeigen wir, dass die chemische Ozonvernichtung über der Arktis im Frühjahr 2011 – das erste Mal seit Messbeginn - vergleichbar zu der im Antarktischen Ozonloch war.“ Wissenschaftler vom Alfred-Wegener- Institut (Abteilung Potsdam) und weiteren Forschungsstellen hatten bereits im Frühjahr auf das riesige Ozonloch aufmerksam gemacht. Sie veröffentlichten nun die Daten und die Entstehungsgeschichte des Ozonlochs in einem Fachartikel.
      Die Luftmassen, die dem Ozonverlust über der Arktis ausgesetzt waren, drifteten nach Angaben von Rex im vergangenen Winter auch ein paar Tage lang nach Südeuropa. Das Ozonloch habe Norddeutschland Ende März gestreift, ein weiterer Ausläufer sei an einem Wochenende Anfang April über Süddeutschland gezogen.
      "An den Tagen hatten wir eine erhöhte UV-Strahlung“, sagte der Forscher. "Da sind sicherlich zusätzliche Sonnenbrände aufgetreten, die zu Hautkrebs führen können.“
      Eine Ursache des Ozonlochs sei die ungewöhnlich lange Kälteperiode im vergangenen Winter gewesen. Demnach führten extrem niedrige Temperaturen in der Stratosphäre – einer Schicht etwa 20 Kilometer über der Erdoberfläche – zu einer Zunahme des ozonschädigenden Chlors.
      Gruß Peter

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    • Arktis :„Polarstern“-Expedition belegt dramatischen Meereis-Schwund
      06.10.2011 14:52 Uhr

      Rund um den Nordpol gibt es fast kein mehrere Jahre altes Eis mehr. Das hat die jüngste Arktis-Expedition des Forschungseisbrechers „Polarstern“ gezeigt, der am Donnerstag in seinen Heimathafen Bremerhaven zurückgekehrt ist.


      Bremerhaven. Bei Eisstärkenmessungen sei entlang einer rund 2500 Kilometer langen Linie fast ausschließlich einjähriges Eis festgestellt worden, sagte der Meeresphysiker Stefan Hendricks. Nach Einschätzung seines Kollegen Rüdiger Gerdes schmilzt das Eis schneller als in den Prognosen über die Folgen des Klimawandels vorhergesagt. Spätestens bis Mitte dieses Jahrhunderts werde das mehrjährige Eis vollständig verschwunden sein.
      Bei ihren Eisdicke-Messungen fanden die Meeresphysiker des AWI überwiegend nur 90 Zentimeter dickes Eis, wie es sich während eines arktischen Winters auf der Meeresoberfläche bildet. Lediglich vor dem Kanadischen Archipel und in der Nähe der nordsibirischen Inselgruppe entdeckten die Forscher nach Angaben von Hendricks noch größere Mengen von mehrjährigem Eis, das zwischen zwei und fünf Metern dick ist.
      In diesem Sommer hat die Eisschmelze im Arktischen Ozean laut Gerdes die Ausmaße des Rekordminimums von 2007 erreicht. Vor vier Jahren habe sich aber Ende September beispielsweise auf der Laptewsee wieder erstes Eis gebildet, sagte die Leiterin er Expedition durch die Zentralarktis, Prof. Ursula Schauer. „Dieses Mal war von Eisbildung weit und breit nichts zu sehen.“
      dpa
      Gruß Peter

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    • Tempo des Klimawandels beeinflusst Artenverteilung
      Washington (dpa) - Die Geschwindigkeit, mit der sich das Klima in einer Region der Erde verändert, beeinflusst die Art der dort vorkommenden Lebewesen. Dort, wo sich das Klima in der Vergangenheit schnell änderte, leben heute kaum Amphibien, Säugetiere oder Vögel mit einem geringen Ausbreitungsradius.
      Das schreibt ein Team dänischer und britischer Wissenschaftler im Fachmagazin «Science». Stattdessen kommen dort Arten vor, die ihrem bevorzugten Klima einfach hinterherziehen können. Gegenden, in denen sich das Klima nur langsam veränderte, dienen hingegen als eine Art Rückzugsraum für endemische Arten.also solche, die nur in einer räumlich begrenzten Umgebung vorkommen
      Brody Sandel von der Aarhus University (Aarhus/Dänemark) und seine Mitarbeiter hatten die Geschwindigkeit des Klimawandels zur letzten Eiszeit vor gut 20 000 Jahren betrachtet. Dazu ermittelten sie die durchschnittlichen Jahrestemperaturen damals und analysierten, wie diese sich in einzelnen Regionen bis heute verändert haben. Besonders schnell veränderte sich das Klima demnach im nordöstlichen Nordamerika und in Nord- und Zentraleurasien. In der südlichen Hemisphäre sowie in bergigen Regionen war der Wandel hingegen eher langsam.
      Es zeigte sich, dass endemische Arten - also solche, die nur in einer räumlich begrenzten Umgebung vorkommen - in den Gegenden konzentriert vorkommen, in denen sich das Klima eher langsam änderte. Solche Lebensformen können bei wandelnden Wetterbedingungen nicht so leicht in neue, klimatisch passende Gegenden umziehen und sind auf einen klimatisch möglichst stabilen Lebensraum angewiesen. In Nordamerika sowie Nord- und Zentraleurasien hingegen leben nahezu keine endemischen Arten, schreiben die Forscher.
      Ihre Ergebnisse seien auch mit Blick auf den derzeit stattfindenden Klimawandel bedeutsam. Es sei davon auszugehen, dass vor allem Gegenden, in denen heute viele endemische Arten leben und für die eine schnelle Veränderung des Klimas prognostiziert wird, von einem Artenschwund und Artensterben bedroht sind. Dies sei etwa im westlichen Amazonien der Fall.
      Gruß Peter

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    • Klima : EU-weiter Ausstoß an Co2 um 2,4 Prozent gestiegen
      07.10.2011, 15:24 Uhr DPA
      Im vergangenen Jahr konnte die EU ihre Ziele nicht einhalten. Der Co2-Ausstoß stieg wieder an.
      Gründe: starke Wirtschaft und harter Winter.
      Kopenhagen. Nach einem deutlichen Rückgang der Treibhausgasemissionen 2009 ist der Kohlendioxid-Ausstoß im vergangenen Jahr wieder angestiegen. Ersten Schätzungen zufolge geht die Europäische Energieagentur davon aus, dass 2010 2,4 Prozent mehr Treibhausgase ausgestoßen wurden als im Jahr zuvor. Als Gründe nannte die Behörde am Freitag in Kopenhagen die wiedererstarkte Wirtschaft in vielen EU-Staaten und den außergewöhnlich kalten Winter. 2009 war der Treibhausgasausstoß gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent zurückgegangen.
      Die EU ist nach Einschätzung der Behörde allerdings auf einem guten Weg, „die im Kyoto-Protokoll festgelegten Ziele zur Verringerung der Emissionen zu erreichen“. Die 15 alten EU-Staaten hatten sich im Kyoto-Protokoll darauf verpflichtet, ihren Treibhausgasausstoß bis 2012 um acht Prozent gegenüber 1990 zu mindern. Nach Angaben der Agentur haben diese Staaten bis Ende vergangenen Jahres 10,7 Prozent CO2 eingespart. Insgesamt ging der Ausstoß in der EU seit 1990 um 15,5 Prozent zurück.
      Gruß Peter

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    • Erwärmung- Klimawandel lässt Tiere und Pflanzen schrumpfen
      REUTERS
      Überschwemmungen, Ernteausfälle, Feuersbrünste, Gletscherschwund: Der Klimawandel könnte dramatische Folgen haben. Jetzt wollen Wissenschaftler eine weitere ausgemacht haben: Manche Tier- und Pflanzenarten schrumpfen offenbar.
      Der Klimawandel ist nach Ansicht einer Forschergruppe dafür verantwortlich, dass einige Tier- und Pflanzenarten kleiner werden. Die Wissenschaftler haben Fossilien untersucht und Dutzende Studien analysiert, aus denen hervorgehe, dass 38 von 85 Tier- und Pflanzenarten in den vergangenen Jahrzehnten geschrumpft seien. Darunter sei auch das schottische Soay-Schaf, das heute fünf Prozent kleiner sei als 1985.
      Auch Baumwolle, Mais, Erdbeeren, Garnelen, Karpfen, Seelachs, Heringe, Frösche und Kröten, Eichhörnchen, einige Echsen und Vögel gehören nach Meinung der Forscher zu den Opfern der Schrumpfung. Viele der betroffenen Tiere sind Kaltblüter. Je wärmer es wird, desto schneller wird ihr Stoffwechsel und desto größer der Kalorienverbrauch.
      Die Folgen könnten beachtlich sein: " Getreidesorten und Tiere könnten so stark schrumpfen, dass die Nahrungsmittelsicherheit gefährdet ist", warnt Bickford. Im schlimmsten Fall könne es zu einem weit verbreiteten Verlust von Artenreichtum mit "einer katastrophalen Kettenreaktion in den Ökosystemen" kommen.
      Andere Experten äußerten sich allerdings skeptisch. Yoram Yom-Tov, Zoologe an der Tel Aviv University, glaubt nicht, dass man die Erwärmung allein für den Schrumpfungstrend verantwortlich machen kann. "Veränderungen der Körpergröße sind ein natürliches Phänomen", so Yom-Tov. "Wenn die Bedingungen günstig sind, werden Arten größer, und wenn sie weniger günstig sind, schrumpfen sie. Ich denke, dass die meisten Arten sich dem Klimawandel anpassen werden."
      mbe/dapd/Reuters/AP
      Gruß Peter

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    • Verheerender Klimawandel in China
      Gletscherschmelze ist dramatisch


      Im Himalaya und in den Bergen im Südwesten Chinas gibt es fast 24.000 Gletscher. Chinesische Forscher ermittelten dort durch den Klimawandel alarmierende Entwicklungen. Sie stellen "beträchtliche Temperatursteigerungen" und einen "dramatischen Rückgang der Gletscher" fest. Das kann zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen.

      .Der Klimawandel hat einer Studie zufolge verheerende Auswirkungen auf die Gletscher in den Bergregionen Südwestchinas. Forscher der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking ermittelten "beträchtliche Temperatursteigerungen" und einen "dramatischen Rückgang der Gletscher", wie aus einer Studie hervorgeht, die in den "Environmental Research Letters" des britischen Institute of Physics (IOP) in London veröffentlicht wird.

      Die 999 Gletscher im Pengqu-Becken des Himalaya hätten zwischen 1970 und 2001 insgesamt 131 Quadratkilometer Fläche verloren. Allein der Yalkong-Gletscher in den Gangrigabu-Bergen sei zwischen 1980 und 2001 um mehr als 1500 Meter zurückgegangen. Die Forscher stellten zugleich einen Zuwachs der Gletscherseen fest.

      Erhebliche Auswirkungen
      "Der Gletscherverlust ist vor allem durch Temperatursteigerungen verursacht, besonders in höheren Regionen", sagte der leitende Autor der Studie, Li Zongxing. 77 Prozent der 111 Wetterstationen zeigten einen Anstieg der Temperaturen zwischen 1961 und 2008. Die 14 Wetterstationen über 4000 Meter Höhe hätten in der Zeit einen Anstieg der jährlichen Temperaturen um 1,73 Grad gemessen.

      "Die Auswirkungen dieser Veränderungen sind weit ernster, als einfach die Landschaft zu ändern", heißt es in der Veröffentlichung. "Gletscher sind ein integraler Bestandteil von tausenden Ökosystemen und spielen eine entscheidende Rolle in der Versorgung der Bevölkerung." Verstärkte Gletscherschmelze könne zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen, natürliche Lebensräume beeinträchtigen sowie Tourismus und wirtschaftliche Entwicklung schädigen.

      Im Himalaya und in den Bergen von Nyainqntanglha, Tanggula und Hengduan im Südwesten Chinas gibt es 23.488 Gletscher mit einer gesamten Fläche von 29.523 Quadratkilometern.
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    • Kohlerenaissance heizt Atmosphäre ein
      CO2-Ausstoß steigt auf Rekordwert



      Wenige Wochen vor dem Klimagipfel der UN in Durban verbreitet das US-Energieministerium düstere Nachrichten: Eine neue Hochrechnung zeigt, dass der Ausstoß des Klimakillers CO2 rasant zunimmt. Klimaexperten führen den Anstieg auf die Renaissance der Kohle und den Energiehunger der Schwellenländer zurück.

      .Der weltweite Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid hat nach Angaben der US-Regierung einen neuen Rekordwert erreicht. Insgesamt seien im vergangenen Jahr rund 33.500 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre gelangt, heißt es in einer aktuellen Hochrechnung des Energieministeriums in Washington. Das seien etwa 1900 Millionen Tonnen oder fast sechs Prozent mehr als noch 2009. Einen größeren Anstieg hat es niemals zuvor gegeben, sagte Studienleiter Tom Boden.

      Ottmar Edenhofer, Vizedirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), erklärte zu den Daten: "Auch in den bisherigen Szenarien des Weltklimarats waren bereits Abschätzungen enthalten, die auf ähnliche Werte wie die jetzt diskutierten hinausliefen." Sollten die Emissionssteigerungen tatsächlich so drastisch ausfallen, zeige dies erneut, wie drängend der Umbau des Energiesystems sei. "Der Ausstoß von Treibhausgasen sollte bis 2020 seinen Scheitelpunkt erreichen, wenn wir gefährlichen Klimawandel vermeiden wollen. Die Zahlen bestätigen, dass wir uns inmitten einer weltweiten Kohlerenaissance befinden - und wie wichtig ein effektives Klimaabkommen ist."

      Anstieg in den Schwellenländern
      Das massive Plus bei der Kohlendioxid-Freisetzung wurde dem US-Energieministerium zufolge vor allem von der zunehmenden Kohleverbrennung zur Energiegewinnung in den aufstrebenden Schwellenländern verursacht. Allein in China und Indien sei der CO2-Ausstoß innerhalb eines Jahres jeweils um rund zehn Prozent gestiegen. Auch die Zementindustrie habe einen großen Teil zu dem Anstieg beigetragen. In den USA seien die CO2-Emissionen im Jahresvergleich zurückgegangen - in Deutschland dagegen gestiegen.

      Bei den Werten handelt es sich lediglich um eine Schätzung. Das Analysezentrum für Kohlendioxid des Energieministeriums verrechnete die letzten offiziellen Daten der Vereinten Nationen zum CO2-Ausstoß für 2008 mit aktuelleren Angaben des britischen Ölunternehmens BP sowie der US-Geologiebehörde.

      Die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, nannte die neuen Daten "in höchstem Maße alarmierend". Es sei ein Skandal, dass der Klimaschutz beim G-20-Gipfel in Cannes keine wesentliche Rolle gespielt habe.

      dpa
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    • Klimaforscher:
      Deutschland droht Hitzerekord von 50 Grad


      Angesichts des Rekordanstiegs von CO2-Emissionen hat der Kieler Klimaforscher Mojib Latif vor einer grundlegenden Veränderung des Weltklimas gewarnt.
      "Wenn wir so weitermachen, hätten wir in 90 bis 100 Jahren eine Superwarmzeit, die wir Menschen noch nie hatten", sagt Latif der Zeitung "Neue Westfälische". Dies würde nach Ansicht des Wissenschaftlers bedeuten, dass die Welttemperatur bis Ende dieses Jahrhunderts um durchschnittlich vier Grad Celsius steigt.
      Für Deutschland erwartet Latif Höchsttemperaturen von bis zu 50 Grad Celsius.
      Am Freitag hatte das US-Energieministerium bekanntgegeben, dass der Anstieg der weltweiten CO2-Emissionen 2010 ein Rekordhoch erreicht habe. Es bezifferte den Anstieg bei sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 512 Millionen Tonnen Kohlendioxid waren danach im Jahr 2010 mehr in die Atmosphäre abgegeben worden als 2009.
      Latif relativierte gegenüber der Neuen Westfälischen allerdings die Aussage der US-Statistik, wonach Indien und China am meisten für den Anstieg der CO2-Emissionen verantwortlich seien. Betrachte man die Emissionen der vergangenen hundert Jahre - und diese seien entscheidend für die Entwicklung des Weltklimas - so lägen die USA "immer noch weit vor den Chinesen", so Latif. Sie hätten in diesem Zeitraum etwa ein Drittel des weltweiten CO2-Ausstoßes verursacht. Die gleiche Rolle spielten Europa und auch Deutschland.
      Gruß Peter

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    • Empörung über Kanadas Ausstieg aus dem Kyoto-Protokoll

      ....Berlin (dapd). Kanadas Ankündigung, vorzeitig aus dem Kyoto-Protokoll auszusteigen, ist bei deutschen Politikern und Umweltverbänden auf Kritik und Unverständnis gestoßen. Kurz nach dem Weltklimagipfel in Durban einen solchen Schritt zu vollziehen, sei "unnötig und insofern sehr unerfreulich", sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) am Dienstag in Berlin.

      Die Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, Eva Bulling-Schröter, nannte den Ausstieg "verlogen und feige". "Hier drückt sich ein Land, das beim Klimaschutz versagt, mit einer fadenscheinigen Begründung vor der Verantwortung", warf die Linke-Politikerin Kanada vor.

      Ann-Kathrin Schneider, Referentin für internationalen Klimaschutz beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) befürchtet, der vorzeitige Ausstieg Kanadas werde "das Misstrauen der Schwellenländer gegenüber den Industrieländern" schüren.

      Am Montag hatte Kanada seinen Rückzug aus dem Kyoto-Protokoll angekündigt. Umweltminister Peter Kent sagte in Ottawa, sein Land werde von dem Recht Gebrauch machen, vorzeitig aus dem 1997 in Japan vereinbarten Protokoll auszusteigen. Dieses sollte helfen, den weltweiten Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen zu verringern. "Das Kyoto-Protokoll umfasst nicht die beiden größten Emittenten, die USA und China, und kann somit nicht funktionieren", sagte Kent.

      Politiker vermuten eher finanzielle Gründe hinter dem Ausstieg des Landes, das viel Geld mit der extrem klimaschädlichen Gewinnung von Öl aus Teersanden macht: "Das Profitinteresse Kanadas bei der Extraktion von Teersanden hat für die kanadische Regierung offensichtlich Vorrang vor der Verhinderung eines unkontrollierbaren Klimawandels", empört sich Sabine Wils, Abgeordnete der Linken im Europaparlament.

      Der Grünen-Energieexperte Hans-Josef Fell forderte einen Boykott der kanadischen Erdöllieferungen: "Die kanadischen Lieferungen von Erdöl aus Ölsanden und Ölschiefern sind die Hauptursache dafür, dass sich Kanada seiner Verantwortung für den Klimaschutz verweigert", sagte Fell.

      Schon während der Klimakonferenz in Durban hatte es Gerüchte über einen Rückzug Kanadas gegeben. Laut Bundesumweltministerium war er sogar schon vorher "angekündigt" gewesen. Deshalb habe die EU immer betont, dass das Kyoto-Protokoll ohne Kanada, Russland und Japan ohnehin nur noch rund 15 Prozent der weltweiten Emissionen umfasse. "Umso bedeutsamer ist es, dass es im Durban-Paket gelungen ist, das Fundament und die Dynamik für den Abschluss eines globalen, rechtlich bindenden Abkommens zu legen", sagte eine Ministeriumssprecherin.

      dapd

      ...
    • Folge der Klimaerwärmung Generationen von Robbenbabys sterben

      Donnerstag, 05.01.2012, 10:18 Reuters

      Vor der Ostküste Kanadas beobachten Forscher regelmäßig ein Massensterben von Robbenbabys. Der Grund für diese dramatische Entwicklung: Der Klimawandel entzieht den Tieren die Lebensgrundlage.
      Ganze Generationen neugeborener Sattelrobben seien umgekommen, weil ihr normaler Lebensraum verschwunden sei, berichteten Forscher der Duke Universität im Online-Fachmagazin „Plos ONE“ am Mittwoch. Demnach ging die Eisdecke im Aufzuchtgebiet der Robben ab 1979, seitdem Satellitenbilder vorliegen, um sechs Prozent pro Jahrzehnt zurück.

      „Die Art von Sterblichkeit, die wir in Ostkanada sehen, ist dramatisch“, sagte Mitautor David Johnston vom Meeresforschungsbereich der Universität. „Ganze Jahrgänge können aus der Population in Jahren verschwinden, in denen es wenig Eis gibt. Im Wesentlichen sterben alle Robbenbabys.“ Auch wenn es zwischendurch immer wieder Phasen mit ausreichender Eisbildung und einer Erholung der Robbenbestände gegeben habe, könne die Entwicklung auf Dauer die Überlebensfähigkeit der Art infrage stellen.
      Gruß Peter

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    • Klimawandel überfordert Vögel und Schmetterlinge

      Montpellier/Halle (dpa) - Vögel und Schmetterlinge können offenbar mit dem Klimawandel nicht mithalten. In den vergangenen beiden Jahrzehnten habe sich der ideale Lebensraum der Tiere in Europa schneller nach Norden verschoben als die Tiere mitwandern konnten.

      Das schreiben europäische Forscher im Fachmagazin «Nature Climate Change». Im Vergleich zum Temperaturanstieg und der damit verbundenen Verschiebung ihrer Lebensräume in Richtung Norden liegen Schmetterlinge demnach im Durchschnitt 135 und Vögel sogar 212 Kilometer zurück. Die Daten für die Studie wurden aus rund 1,5 Millionen Beobachtungsstunden und mehr als 11 000 Orten zusammengetragen.
      Überraschend war für die Wissenschaftler zudem die Kluft zwischen Schmetterlingen und Vögeln. Insgesamt habe sich der Lebensraum der Tagfalter im beobachteten Zeitraum im Durchschnitt um 239 Kilometer nach Norden verschoben. Die Schmetterlinge seien jedoch nur 114 Kilometer nordwärts gewandert. Die Forscher vermuten, dass Schmetterlinge sensibler als Vögel sind und Temperaturveränderungen dadurch besser folgen können.
      Für die Forscher ist das Ergebnis der erste Beleg dafür, dass der Klimawandel auf einem ganzen Kontinent zu einer deutlichen Verschiebung der Lebensräume führt und Lebensgemeinschaften aus verschiedenen Tiergruppen auseinanderreißen kann. «Zum Beispiel sind viele Vogelarten bei ihrer Ernährung auf Raupen bestimmter Schmetterlingsarten angewiesen und könnten daher unter den Veränderungen leiden», erklärt Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle.
      Zwischen einzelnen Ländern gibt es der Studie zufolge jedoch deutliche Unterschiede. So habe sich die Durchschnittstemperatur der Lebensräume von Vogelarten in Tschechien kaum erhöht, in Schweden dagegen stark.
      Gruß Peter

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    • Klimawandel erleichtert Albatrossen die Futtersuche

      Washington/Leipzig (dpa) - Der Klimawandel erleichtert den größten Seevögeln der Welt, den Wanderalbatrossen, die Futtersuche und lässt sie schwerer werden.

      Die Winde auf der Südhalbkugel haben an Intensität zugenommen und sich so verändert, dass die majestätischen Albatrosse von ihren Brutkolonien aus schneller an Nahrung herankommen können.
      Unter den veränderten Bedingungen hätten die Tiere in den vergangenen Jahrzehnten durchschnittlich ein Kilogramm an Körpergewicht zugelegt, und der Bruterfolg habe sich verbessert, schreibt ein französisch-deutsches Forscherteam im Fachmagazin «Science». Diese positiven Effekte des Klimawandels könnten jedoch nur von kurzer Dauer sein, wenn sich die Windströmungen in der Antarktis weiter verschieben.
      Treffen Klimaszenarien für das Jahr 2080 ein, könnten sich die Lebensbedingungen der bedrohten Vögel wieder verschlechtern, warnen die Wissenschaftler. Wenn sich die Westwinde noch weiter Richtung Südpol verschieben, müssten die Wanderalbatrosse wieder weiter fliegen, um optimale Segelbedingungen zu finden.
      Bei der Studie hatten Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig und des französischen Nationalen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CEBC-CNRS) zusammengearbeitet.
      Für ihre Studie haben die Biologen Daten zur Dauer der Nahrungssuche und zum Bruterfolg der vergangenen 40 Jahre sowie zur Ernährung und Körpergröße der letzten 20 Jahre von Wanderalbatrossen auf den Crozetinseln ausgewertet. Die Inselgruppe liegt im südlichen Indischen Ozean. Mit kleinen Tracking-Geräten verfolgten die Forscher die Flüge der Vögel. Weltweit gibt es den Angaben zufolge rund 8000 Brutpaare der Wanderalbatrosse.
      Gruß Peter

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    • Amazonasgebiet mutiert zur CO2-Quelle
      Bollwerk des Klimawandels wankt




      Der Amazonas-Regenwald steht vor einem dramatischen Wandel: US-Wissenschaftler sind überzeugt, dass die Region, die bislang als grüne Lunge der Erde galt, sich von einem Speicher für Kohlendioxid zu einer Quelle des Treibhausgases CO2 entwickelt. Eine veränderte CO2-Bilanz zeigt sich bereits jetzt.

      Das Amazonasgebiet, das traditionell als Bollwerk gegen den Klimawandel angesehen wird, stößt mehr und mehr selbst umweltschädliche Treibhausgase aus. Die bisher positive CO2-Bilanz der Amazonasregion sei dabei zu kippen, stellten US-Wissenschaftler in einer im renommierten Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichten Studie fest. Als Gründe gaben sie Bevölkerungswachstum und die damit einhergehende Abholzung an.

      In der Biomasse des Amazonas-Beckens sind etwa 100 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gebunden, mehr als weltweit in zehn Jahren an fossilen Brennstoffen verbrannt wird. Bei Brandrodung von riesigen Waldflächen wird der in den Pflanzen gespeicherte Kohlenstoff als Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre freigesetzt.

      Genaue Zahlen für die Entwicklung der CO2-Emissionen im Amazonasraum seien schwierig zu erheben, räumten die Wissenschaftler vom Woods Hole Research Center im US-Bundesstaat Massachusetts ein. Doch sei die Bevölkerung in dem Gebiet in 50 Jahren von sechs auf 25 Millionen angestiegen; weite Landflächen würden deshalb für Landwirtschaft und Hausbau benötigt. Die CO2-Bilanz des Gebietes - also der Vergleich zwischen dem aus der Atmosphäre durch die riesigen Waldflächen aufgenommenen Kohlendioxid und dem Ausstoß des Treibhausgases in der Region - sei daher im Wandel und das Amazonas-Becken könnte so zu einem Netto-Emittenten von CO2 werden.

      Auch durch den Klimawandel und Wetteränderungen könnte ein Teil dieses Kohlenstoff-Speichers freigesetzt werden, warnten die Wissenschaftler in ihrem Bericht. Ein Großteil des Regenwaldes halte saisonale oder mäßige Dürre aus, doch diese Belastbarkeit könne überschritten werden und sei bereits überschritten worden. Wo Abholzung im Amazonasgebiet verbreitet sei, verlängere sich der Zeitraum der Trockenheit.
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    • taz: Elektroautos nicht bestmöglicher Klimaschutz

      Berlin (dpa) - Elektroautos tragen einem Zeitungsbericht zufolge längst nicht so stark zum Klimaschutz bei wie bislang angenommen. Der Ausbau der Elektromobilität führe sogar zu einer größeren Klimabelastung.

      Dies berichtet die «taz» unter Berufung auf ein Gutachten des Öko-Instituts für das Bundesumweltministerium. Ein Ausbau der Flotte von Elektroautos auf eine Million Fahrzeuge bis zum Jahr 2022 führe zwar zu einer Reduktion der Treibhausgas-Emissionen im Verkehrsbereich von 6 Prozent. Mit effizienteren Benzinmotoren ließen sich aber 25 Prozent einsparen.
      Den Grund für diese Klimabilanz sieht das Öko-Institut dem Bericht zufolge in den Strommengen, die durch Elektroautos verbraucht werden. Die Klimabilanz wäre nur dann ausgewogen, wenn dafür zusätzliche Mengen erneuerbarer Energie in den Strommarkt eingeführt würden. Kommt es dazu aber nicht, dann würden die vorgeblich so grünen Fahrzeuge den vorhandenen Öko-Anteil am Strom belasten. Das Gutachten gehe davon aus, dass das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahre 2020 eine Million Pkws mit elektrischer Energie angetrieben werden, nicht erreicht wird. Dies sei erst für das Jahr 2022 zu erwarten.
      Gruß Peter

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    • Neues von der CO2-Lüge


      von Hubertus Volmer

      RWE-Manager Fritz Vahrenholt schreibt ein Buch über den Klimawandel, die Botschaft lautet: Die globale Erwärmung findet nicht statt, vorerst jedenfalls nicht, der Sonne sei Dank. Platz 1 der Bestsellerlisten dürfte dem Titel sicher sein. Schade nur, dass die Botschaft nicht stimmt.

      Es gibt viele Möglichkeiten, den Klimawandel in Zweifel zu ziehen. Man kann beispielsweise behaupten, dass es die Erderwärmung nicht gibt oder dass sie eine Pause macht. Wenn das nicht funktioniert, kann man andere Ursachen für die Erwärmung suchen oder bestreiten, dass ihre Folgen wirklich gravierend sein werden. Und natürlich kann man den Überbringer der Nachricht diskreditieren, den Weltklimarat IPCC oder die "etablierte Klimawissenschaft". Schließlich kann man auch für eine Verschiebung von Klimaschutzmaßnahmen plädieren: Wir haben schließlich genug Zeit, uns auf den Klimawandel einzustellen. Bei alldem darf der Hinweis nicht fehlen, dass Klimaschutz Verzicht und also "Ökodiktatur" bedeute.

      Fritz Vahrenholt macht das alles, und damit es nicht lächerlich wirkt, konzentriert er sich auf die Sonne. "Die kalte Sonne" heißt das Buch, das der Chemiker und RWE-Manager zusammen mit dem Geologen Sebastian Lüning geschrieben hat, der eine einschlägige Website betreibt und ebenfalls in Diensten von RWE steht. Das Ergebnis der Zusammenarbeit sei "kein RWE-Buch", betont Vahrenholt im Interview mit dem "Spiegel". Wer nun glaubt, der sehr hohe CO2-Ausstoß von RWE habe quasi Pate gestanden bei der Idee zu dem Buch, dem macht Vahrenholt klar, dass es gerade andersrum ist. Über seine Kritiker sagt er: "Fürchtet hier eine Allianz von Instituten, NGOs, Photovoltaik-Lobbyisten und Politikern um ihren Einfluss?"

      Vahrenholt, der SPD-Mitglied ist und in den 1990er Jahren mal Umweltsenator in Hamburg war, inszeniert sich als Tabu-Brecher. Den naheliegenden Vergleich mit einem anderen sozialdemokratischen Ex-Senator lehnt er ab: Thilo Sarrazin brauche er nicht als Vorbild. Die "Zeit" und die "taz" nennen Vahrenholt dennoch "Klima-Sarrazin". Wahr daran ist, dass die "etablierte Klimawissenschaft" die Kernaussagen des Buches für falsch erklärt. Wahr daran ist wohl aber auch, dass das Buch sein Publikum finden wird. Schließlich liefen in dieser Woche Vahrenholt-Festspiele in der (bislang übrigens nicht klimaskeptischen) "Bild"-Zeitung. Titel: "Die CO2-Lüge".

      Warten bis 2020?
      Es wäre ja schön, wenn Vahrenholt recht hätte. "Die globale Erwärmung wird bis Ende des Jahrhunderts unter zwei Grad Celsius bleiben", sagt er. Denn die Abkühlung der Sonne gleiche aus, was wir Menschen an Temperaturanstieg bewirken.

      Aber was, wenn Vahrenholt falsch liegt? "Dann werde ich im Jahr 2020 dem 'Spiegel' ein Interview geben und öffentlich bekennen: 'Jawohl, ich habe mich geirrt.'" So lange muss man nicht warten, schon heute kann man Wissenschaftler, die von ihrer Ausbildung her ein wenig näher am Stoff sind, fragen, wie plausibel Vahrenholts Annahme ist.

      Beginnen wir mit einer These, die sich bei Klimaskeptikern größter Beliebtheit erfreut - doch halt, eine Warnung vorweg: Befragt haben wir Georg Feulner. Der Mann ist Klimawissenschaftler und Astrophysiker und folglich der richtige, um Auskunft über die Sonne zu geben. Und er arbeitet am PIK, dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Das PIK ist eines der großen deutschen Klimaforschungsinstitute und zugleich eines der bevorzugten, wenn nicht das liebste Feindbild der kleinen deutschen Klimaskeptikerszene. Das wiederum liegt schlicht daran, dass einige Mitarbeiter des PIK, darunter der Chef und sein Stellvertreter, sich gelegentlich öffentlich äußern.

      Die Überraschung bleibt aus. Feulner bestätigt Teilaussagen von Vahrenholt, doch die zentralen Punkte sind ganz offensichtlich von der Forschung nicht gedeckt. Ein Beispiel: Vahrenholt sagt, wir stünden vor "einem leichten Abschwingen der Sonnenaktivität, wie wir sie alle 87 und alle 210 Jahre sehen".

      Die Sache mit dem Maunder-Minimum
      In diesem kurzen Satz verstecken sich eine plausible Annahme und eine weniger plausible Behauptung. Die von Vahrenholt genannten Zyklen seien in der Wissenschaft umstritten, sagt Feulner. Man könne sie statistisch finden, "aber es ist noch unklar, ob es tatsächlich Zyklen sind, die streng periodisch auftreten". Es ist also keineswegs sicher, ob wir vor einer Phase der solaren Abkühlung stehen.

      Allerdings sagt Feulner auch, dass es durchaus immer wieder Zeiten gebe, in denen die Sonne nicht so stark sei. "Ein berühmtes Beispiel ist das Maunder-Minimum. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gab es über einen Zeitraum von 40 bis 50 Jahren fast keine Sonnenflecken." In diese Zeit fiel die sogenannte kleine Eiszeit - die man allerdings nicht vollständig auf die schwache Sonnenaktivität zurückführen kann: Damals gab es eine Häufung von starken Vulkanausbrüchen. "Eine ganze Reihe von Studien sagt übereinstimmend, dass diese Vulkanausbrüche einen größeren Beitrag zur Abkühlung geleistet haben als die Sonnenaktivität. Es war zwar ein halbes Grad kühler, aber rund 80 Prozent davon gingen wahrscheinlich auf die Vulkanausbrüche zurück."

      Feulner selbst hat untersucht, was passieren würde, wenn die Sonne im 21. Jahrhundert in ein Maunder-Minimum fallen sollte. Das Ergebnis: Wahrscheinlich würde ein solches Minimum zu einer globalen Abkühlung von 0,1 Grad führen, maximal von 0,3 Grad. Nicht viel, wenn 2 Grad die Grenze ist, die man nicht überschreiten will. Kurzum: Feulner schließt keineswegs aus, dass wir vor einem Abschwingen der Sonnenaktivität stehen. Nur wird es nicht den Effekt haben, an den Vahrenholt zu glauben scheint.

      Die Sache mit dem Jahr 1998
      Noch ein Beispiel: Vahrenholt sagt, seit fast 14 Jahren sei es nicht mehr wärmer geworden. Dazu muss man wissen, dass die Top Ten der wärmsten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen im 19. Jahrhundert fast ausschließlich von Jahren belegt werden, die im 21. Jahrhundert liegen.

      Der Trick ist, dass Vahrenholt nicht, wie in der Klimawissenschaft üblich, einen Zeitraum von 30 Jahren wählt, sondern im Ausnahmejahr 1998 beginnt, einem besonders warmen Jahr, das immerhin Platz 6 der wärmsten Jahre einnimmt. "Nur wenn man die Berechnung in dem sehr warmen El-Niño-Jahr 1998 beginnt, kann man suggerieren, dass es seither nicht wärmer geworden ist", sagt Feulner.

      Für den Zeitraum bis 2008 kann man dann sogar eine fallende Erwärmung konstruieren. Der Trick klappt mehrfach, wie diese Grafik sehr schön illustriert, was allerdings nichts daran ändert, dass es insgesamt wärmer wird. Für den Zeitraum ab 1998 kommt man bereits dann wieder auf eine Erwärmung, wenn man die sehr warmen Jahre 2009 und 2010 ebenfalls berücksichtigt. Dann lautet das Ergebnis zwar nicht (je nach Datensatz) 0,16 bis 0,18 Grad Celsius pro Jahrzehnt, wie in den vergangenen 30 Jahren. Aber es sind immerhin noch zwischen 0,04 und 0,14 Grad.

      2011 war übrigens wieder ein relativ kühles Jahr: Platz 9 in den Top Ten seit 1880, so die Nasa. Kein Grund zur Entwarnung: "Wir ziehen die Schlussfolgerung, dass die Verlangsamung der Erwärmung sich voraussichtlich als Illusion erweisen wird, und dass eine schnellere Erwärmung in den nächsten Jahren auftreten wird."

      Vahrenholt bezeichnet das PIK als "Wahrheitsministerium" - selbstverständlich weiß er, dass dieses Ministerium George Orwells Roman "1984" entstammt und dass es dort zur Aufgabe hat, Fiktion und Realität so zu frisieren, dass das Weltbild der Diktatur nicht gestört wird. Ein faszinierender Vergleich. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wenn man sich mit Vahrenholts Thesen beschäftigt.
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Helle Dächer schützen Klima

      Weiße Dächer sind in Deutschland eher die Ausnahme – doch wenn es nach Wissenschaftlern geht, müssen die roten, schwarzen und braunen Bedeckungen bald in "kühle Dächer" umgewandelt werden – um das Sonnenlicht zu reflektieren, statt die Hitze zu speichern. Kann dieser Vorschlag wirklich dem Klima helfen?
      Im Kampf gegen die Erderwärmung schlagen Wissenschaftler vor, den Dächern und Straßen in den Städten einfach eine hellere Farbe zu geben, damit die Hitze besser abgestrahlt wird. Dies hätte über 50 Jahre gerechnet einen kühlenden Effekt, der einer Verringerung des Treibhausgases CO2 um 25 bis 150 Milliarden Tonnen entsprechen würde, heißt es in einer Studie kanadischer Wissenschaftler. Im besten Fall würde dies in dem Zeitraum den Ausstoß an Abgasen aller Autos weltweit ausgleichen.

      Weiße oder helle Materialien reflektieren das Sonnenlicht stärker statt es zu absorbieren und die Hitze zu speichern. Straßen und Dächer, die häufig in dunklen oder roten Farben gehalten sind und mehr als 60 Prozent der städtischen Oberflächen ausmachen, gelten deshalb als Hitzespeicher. Gegen die Hitze werden zudem in Städten mehr Klimaanlagen eingesetzt, was wiederum den Energieverbrauch erhöht.

      Kühle Dächer zu welchen Kosten?
      Wissenschaftler um Hashem Akbari von der Concordia-Universität im kanadischen Montreal gehen nicht von extrem hohen Kosten für die von ihnen vorgeschlagene Veränderung aus, denn Dächer und Straßen müssten ohnehin regelmäßig erneuert werden. "Man müsste nur, wenn die Zeit dafür gekommen ist, ein kühles Dach wählen", sagt Akbari. Manche der neuen Materialien wären vielleicht etwas teurer, doch würde dies durch die höhere Kostenersparnis danach ausgeglichen.

      Der französische Klimaberater Jean-Marc Jancovici äußert sich jedoch skeptisch und verweist darauf, dass dies höchstens einen lokalen Effekt hätte. Wenn die Temperatur an bestimmten Orten durch weiße Dächer abgesenkt werde, dann heiße dies nicht automatisch, dass die Temperatur auch an entlegenen Stellen sinke, wendet er ein.
      Alfredo Stein vom Forschungszentrum für städtische Entwicklung an der Universität im britischen Manchester verweißt zudem darauf, dass es Probleme bei der praktischen Umsetzung gebe, insbesondere in den stark wachsenden Armutsvierteln der Metropolen. "Sehr starke Befürworter" wären vonnöten, um die Dächer so auszustatten, sagt er. Rund 70 Prozent aller Häuser würden von den Eigentümern selbst gebaut. Kosten und Verfügbarkeit der Materialien für ein Dach seien bei der Wahl der Hauseigentümer entscheidend.

      Die renommierte britische Wissenschaftsakademie Royal Society hatte 2009 in einer Untersuchung der "Weiße-Dächer"-Methode nur einen geringen Effekt bescheinigt. In heißen Ländern würde es lokal von Nutzen sein, hieß es. Aber nur 0,05 bis ein Prozent der weltweiten Landfläche würde so abgedeckt, weshalb der Effekt auf globaler Ebene gering sei. Aufgrund der geschätzten Kosten von rund 300 Mrd Dollar (228 Mrd Euro) im Jahr wäre "dies eine der am wenigsten effizienten und teuersten Methoden" gegen die Erderwärmung.

      Quelle: n-tv.de, AFP
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    • Klimawandel gefährdet Gebirgspflanzen

      Wien (dpa) - Der fortschreitende Klimawandel gefährdet die Artenvielfalt der Gebirgspflanzen. «Die rapide Erwärmung wird sich auswirken», sagte der Biologe Harald Pauli vom Institut für Gebirgsforschung an der Universität Wien der dpa: «Wir müssen davon ausgehen, dass einiges verlorengehen wird».

      Pauli ist Koordinator des internationalen Netzwerks zur Klimafolgenforschung in Gebirgen namens Gloria, das eine aktuelle Studie zur Veränderung der Artenvielfalt in der Zeitschrift «Science» veröffentlicht hat.
      Für die Analyse wurden die Pflanzenarten in den oberen Gipfelbereichen von 66 europäischen Berggipfeln über einen Zeitraum von sieben Jahren untersucht. Dabei bestätigten die Wissenschaftler, dass wärmeliebende Pflanzen nach oben wanderten. In Nord- und Zentraleuropa führte das zu einer Vergrößerung der Artenvielfalt in höheren Regionen. «Das ist aber nur ein Übergangsstadium», erklärt Biologe Pauli. Denn die neuen Arten verdrängten dort die empfindlicheren kälteliebenden Pflanzen, die in diesen Regionen ursprünglich beheimatet sind.
      Im Gegensatz dazu stagnierte oder verringerte sich die Anzahl der Arten auf so gut wie allen untersuchten Bergen der mediterranen Region. «Das Alarmierende daran ist, dass wir genau in den Gebieten, wo seltene Pflanzen zu Hause sind, die größten Verluste dokumentieren», sagt Projektkoordinator Pauli. «Wenn diese Pflanzen aussterben, geht es nicht nur darum, dass ein paar schöne Blumen nicht mehr gibt. Es sind auch viele Heilpflanzen darunter, es gehen also potenziell sehr wertvolle Ressourcen verloren.»|
      «Die zweite alarmierende Erkenntnis ist: Es geht sehr schnell», erklärt Pauli zu der Studie. Die beobachteten Pflanzen hätten einen langen Lebenszyklus und reagierten nicht leicht auf kurzfristige Einflüsse. Die im Beobachtungszeitraum festgestellten Veränderungen seien daher nicht als Zufallsschwankungen zu sehen.
      Das vor zehn Jahren gegründete Netzwerk Gloria (Global Observation Research Initiative in Alpine Environments) hat sich auf die Auswirkungen des Klimawandels auf Gebirgsökosysteme und ihre Artenvielfalt spezialisiert. Die Wissenschaftler betreiben ein standardisiertes Beobachtungsprogramm in über 100 Untersuchungsgebieten auf sechs Kontinenten.
      Gruß Peter

      Tierschutz ist die Erziehung zur Menschlichkeit !
      Albert Schweitzer
    • Eis schmilzt von oben und unten

      Veränderte Windströme über der Antarktis beschleunigen einer internationalen Studie zufolge die Eisschmelze. Die vom Klimawandel beeinflussten Winde haben die Stärke und die Richtungen der Meeresströmungen verändert, wie ein Forscherteam im Fachblatt "Nature" schreibt. Das könnte einiges bewirken: Das Schelfeis wird nicht nur von warmen Winden an der Oberfläche, sondern auch von warmen Meeresströmungen von der Unterseite her geschmolzen. Bei Schelfeis handelt es sich um große auf dem Meer schwimmende Eisplatten, die mit Gletschern auf dem Land verbunden sind.

      Erderwärmung bringt mehr Kälte "Überall dort, wo das Schelfeis vom Meer her geschmolzen wird, schmelzen auch die Gletscher an Land schneller", sagt der Hauptautor der Studie, Hamish Pritchard vom British Antarctic Survey. "Es ist diese Beschleunigung, die hauptsächlich für die zunehmende Eisschmelze auf dem Kontinent verantwortlich ist, und das trägt zum Anstieg des Meeresspiegels bei." An der Studie waren auch Wissenschaftler aus den USA und den Niederlanden beteiligt.

      Eis fließt tonnenweise ins Meer
      Für ihre Forschungen sammelten die Wissenschaftler zwischen 2003 und 2008 mit Hilfe eines auf einem Satelliten der US-Weltraumbehörde Nasa angebrachten Laser-Instruments Millionen von Daten. Damit konnten sie die Veränderungen der Dicke fast aller Schelfeis-Platten rund um die Antarktis in diesem Zeitraum nachvollziehen.

      Von den 54 beobachteten Schelfeis-Platten würden 20 von warmen Meeresströmungen geschmolzen, teilen die Forscher weiter mit. Manche der Platten nehmen demnach um einige Meter pro Jahr ab. "Als Konsequenz fließt tonnenweise Eis der Gletscher ins Meer."

      Die Forscher hoffen, dass sie in Zukunft mit ihren Erkenntnissen genauere Prognosen über das Ansteigen der Meeresspiegel machen können. "Wir sollten dazu nicht nur in den Himmel über der Antarktis blicken, sondern auch in das umliegende Meer", sagte Pritchard.
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Tonnenweise CO2 frei
      Seegras schrumpft dramatisch



      Bis Mitte des Jahrhunderts könnte das Seegras im Mittelmeer nahezu verschwunden sein. Das bietet nicht nur vielen Lebewesen wie Kraken eine Heimat. Es würden auch große Mengen CO2 in die Atmosphäre freigelassen, die in den Wiesen gespeichert sind.

      Der Ozean lebt - bis er stirbt
      In den Seegraswiesen der weltweiten Meere und Ozeane sind riesige Mengen Kohlenstoff gespeichert. Es kann bei ungestörtem Wachstum gewaltige Mengen Kohlendioxid aufnehmen und den Kohlenstoff daraus in Wurzeln und Halmen binden. Der Treibhauseffekt und die im Meer fließenden Schwebstoffe lassen die Seegraswiesen derzeit jedoch schrumpfen, so dass sie das Treibhausgas freisetzen. Insbesondere das Seegras im Mittelmeer - dessen Wasser sich vergleichsweise schnell erwärmt - geht zurück. Bis Mitte des Jahrhunderts könnte es nahezu verschwunden sein, schreibt ein Forscherteam vom spanischen Mittelmeer-Forschungsinstitut Imedea auf Mallorca.

      Im Mittelmeer wächst vor allem die relativ große Art namens Neptungras. "Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass der Anstieg der jährlichen Maximaltemperaturen im Mittelmeer die Sterberate des Seegrases schon erhöht hat", berichten die Forscher im Fachjournal "Nature Climate Change".

      Nach ihren Berechnungen wird das Neptungras im westlichen Mittelmeer bis 2049 soweit zurückgehen, dass es seine ökologische Funktion als Heimat und Nahrungslieferant für Krebse, Fische, Meeresschildkröten und weitere Tiere nicht mehr erfüllen könne. Dabei nutzten die Forscher für ihre Berechnungen nur ein sehr moderates Vorhersagemodell des Weltklimarates, das von einem relativ leichten Anstieg der Treibhausgase ausgeht.

      Sehr langsames Wachstum
      Das Neptungras passe sich aus verschiedenen Gründen nur sehr langsam an neue Umweltbedingungen an. Es könne bis zu 50 Jahre und damit recht alt werden. Zudem sei es mit nur einem Zentimeter pro Jahr eine der am langsamsten wachsenden Pflanzen weltweit und reagiere daher besonders empfindlich auf Störungen. Der relativ geringe Anteil an sexueller Vermehrung führe zudem zu einer geringen Veränderung des Erbguts, schreiben die Forscher. Zusätzlich machten große tropische und subtropische Algen dem Seegras im Mittelmeer bereits jetzt Konkurrenz.

      Durch den Eintrag von Bodensedimenten und anderen menschlichen Einflüssen sei das Seegras schon vor dem Jahr 2000 zurückgegangen, als die Wassertemperatur noch nicht 25,7 Grad überschritten habe und kein wärmebedingtes Absterben registriert worden sei. Die Erwärmung schade jedoch stärker.

      Seegrasfläche ein- bis fast zweimal so groß wie Deutschland
      Das genutzte moderate Modell des Weltklimarates sage bis 2100 einen Anstieg des sommerlichen Temperaturmaximums des Wassers um 3,4 Grad vor den Küsten der Balearen voraus. Zudem werde die Maximaltemperatur bereits in den Jahren 2025 bis 2050 häufiger die kritische Marke von 28 Grad überschreiten, bei der sich die Sterberate von Neptungras verdopple. "Anstrengungen, um den Klimawandel zu vermindern, sind daher dringend nötig, um dieses Schlüssel-Ökosystem zu erhalten", betonen die Forscher.

      Die Neptungraswiesen im Mittelmeer sind nach Angaben von James Fourqurean und Kollegen von der Florida International University auch aufgrund der Länge der Pflanzen die größten Kohlenstoffspeicher unter den weltweiten Seegrasflächen. Alle zusammen bedecken Meeresböden von der ein- bis zur fast zweifachen Größe Deutschlands, wie das Team im Journal "Nature Geoscience" mit Verweis auf frühere Schätzungen schreibt. Die Forscher zählen sie zu den produktivsten Ökosystemen der Welt.

      Milliarden Tonnen CO2
      In dem Gras und im zugehörigen Meeresboden seien weltweit je nach Berechnungsgrundlage 4 bis 20 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Die höhere Zahl stützt sich auf 41 besonders gut untersuchte Seegraswiesen, die das Team verteilt über die Erde ausgewählt hat - von Australien über das westliche Mittelmeer bis nach Nordamerika.

      Beim Wachsen nehmen Seegraswiesen Kohlendioxid auf. Sie banden daher einer Studie von 2005 zufolge schätzungsweise etwa 27 Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Jahr und damit etwas mehr als die gesamten Mangrovenwälder. Viel davon wird letztendlich im stetig dicker werdenden Boden gespeichert. Das Seegras binde daher 10 bis 20 Prozent des Kohlendioxids, das derzeit von den Ozeanen aufgenommen werde.
      ....Knapp 30 Prozent der zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekannten Seegrasflächen seien jedoch bereits verschwunden und oftmals sandigem oder kargem Meeresgrund gewichen, schreibt das Team um Fourqurean nun. Das liege nicht nur am Klimawandel, sondern auch am Ausschwämmen von Wald- und Feldböden, was die Wasserqualität im Meer vermindere. Dadurch sei auch die Aufnahmefähigkeit der Seegraswiesen für Kohlendioxid schon gesunken.

      Derzeit schrumpfe die Seegrasfläche um 1,5 Prozent pro Jahr. Damit werden nach Berechnungen der Forscher 11 bis 23 Millionen Tonnen Kohlenstoff allein durch das Absterben der Pflanzen wieder frei. Rechne man den Bodenverlust hinzu, könnten es 63 bis 300 Millionen Tonnen sein. Damit verursache der Seegrasschwund möglicherweise 10 Prozent des Kohlendioxids, das derzeit durch Waldvernichtung und Landumwandlung entstehe. Das wäre ein Anteil von etwa zwei Prozent am gesamten Aufkommen dieses menschengemachten Treibhausgases.

      Quelle: n-tv.de, dpa
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Bayerns Gletscher verschwinden

      Gletscher sind bekannt als Mahnmale des Klimawandels - folglich fällt der neue Gletscherbericht wie ein Horrorszenario aus: Denn schon in acht Jahren gehören die viele Tausend Jahre alten Gletscher in den Alpen der Geschichte an. Dann sind allenfalls noch Firnflecken übrig. Einzig der Höllentalferner auf der Zugspitze hat wohl eine längere Lebenszeit.

      Die bayerischen Alpen werden in absehbarer Zeit bei gleichbleibendem Klima nur noch einen statt bisher fünf Gletscher haben. Nur der Höllentalferner auf der Zugspitze ist noch nicht von einem baldigen schnellen Abschmelzen bedroht, wie der vom bayerischen Umweltminister Marcel Huber in München vorgestellte erste bayerische Gletscherbericht ergab. "Gletscher sind Mahnmale des Klimawandels: Sie reagieren besonders schnell und stark auf die Veränderungen des globalen Klimas", erklärte Huber.

      Dem Bericht zufolge reduzierte sich die Gesamtfläche der Gletscher in Bayern seit dem Jahr 1820 von vier Quadratkilometern auf nur noch 0,7 Quadratkilometer. Wegen seiner Lage und dem großen Eisvolumen hat laut Huber der Höllentalferner auf der Zugspitze Hoffnungen auf eine längere Überlebensdauer, auch der nördliche Schneeferner ebenfalls auf der Zugspitze werde noch über das Jahr 2020 hinaus eine Zukunft haben. Der südliche Schneeferner auf der Zugspitze werde hingegen bald ganz geschmolzen sein.

      Auch für die in den Berchtesgadener Alpen gelegenen Gletscher prognostiziert der Bericht ein baldiges Abschmelzen. "Der untere Teil des Blaueises und der Watzmanngletscher werden in den nächsten Jahren verschwinden", heißt es in dem Bericht. 2007 hätten beide Gletscher noch etwa 15 Meter Eisdicke gehabt, seither aber jedes Jahr etwa einen Meter verloren. Damit könnten beide bis 2020 nahezu verschwunden sei. Der obere Teil des Blaueises könne durch die höhere Lage und eine starke Schattenlage noch länger überdauern.

      Huber erklärte, durch das Schmelzen sei vermehrt mit alpinen Gefahren, einer Gefährdung der Trinkwasserspeicher und mit Hochwasser zu rechnen. Auch Wildbäche, Bergwälder und die Tier- und Pflanzenwelt seien bedroht. Als einen Baustein zum Schutz der Alpenwelt werde derzeit zusammen mit dem Deutschen Alpenverein an dem Projekt "Nachhaltiger Bergsport" gearbeitet. "Wir wollen den sanften Naturtourismus stärken. Jeder soll die Berge erleben, genießen und verstehen können, ohne die Lebensräume von Tieren und Pflanzen zu gefährden." Details an dem Programm würden nun erarbeitet.

      Quelle: n-tv.de, AFP
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Pflanzenblätter werden schmaler

      Die globale Erwärmung verschiebt nicht nur den Jahresrhythmus von Pflanzen – sie hat auch Folgen für die Form der Blätter.

      Der Klimawandel beeinflusst die Form von Pflanzenblättern. Durch die globale Erwärmung seien die Blätter einer Hopfenbusch-Unterart heute wesentlich schmaler als noch vor knapp 130 Jahren. Das berichten australische Forscher im Journal "Biology Letters".

      Die Biologen untersuchten Blätter einer Unterart des Hopfenbusches (Dodonaea viscosa subsp. angustissima), die zwischen den 1880er Jahren und heute im Südwesten Australiens gesammelt wurden: 255 Blätter kamen vom State Herbarium of South Australia, 274 Blätter wurden frisch gepflückt und getrocknet. Alle Blätter wurden fotografiert und vermessen. Dabei zeigte sich: Die Blätter wurden im Durchschnitt rund zwei Millimeter schmaler. Der Unterschied klingt minimal, ist aber durchaus bedeutsam: Die Blätter vom Ende des 19. Jahrhunderts waren durchschnittlich 3,2 Millimeter breit, die neu gesammelten Blätter nur noch 1,9 Millimeter.

      Ein typisches Blatt der untersuchten Pflanzenart ist bis zu sechs Millimeter breit sowie drei bis neun Zentimeter lang. Die Länge der Hopfenbusch-Blätter habe sich allerdings kaum verändert, berichten die Forscher weiter: Die alten Blätter seien durchschnittlich 59,8 Millimeter lang gewesen, die jungen Blätter 57,1 Millimeter.

      Kandidaten für Umweltsanierungsmaßnahmen
      Die schmalere Blattform führen die Forscher auf den Klimawandel zurück. In der untersuchten Region sei die Durchschnittstemperatur seit 1950 um 1,2 Grad Celsius gestiegen; der durchschnittliche Niederschlag habe sich hingegen kaum verändert. "Mit der Verschmälerung der Blätter passt sich die Pflanze an die trockenen Bedingungen an. Je schmaler ein Blatt ist, desto weniger Wasser verliert es durch Verdunstung", sagt der Studienleiter Andrew Lowe von der Universität in Adelaide. "Es ist wichtig zu verstehen, wie Pflanzen mit dem sich veränderndem Klima zurechtkommen, weil jene Pflanzen, die sich besser anpassen können, gute Kandidaten für Umweltsanierungsmaßnahmen sind."

      Frühere Studien hatten bereits gezeigt: Die Blattgröße von Pflanzen innerhalb einer Art verkleinert sich, je weniger Regen fällt, je höher die Durchschnittstemperatur ist und je höher der Standort über dem Meeresspiegel ist. Die aktuelle Studie verfolgte diese Zusammenhänge erstmals über einen so langen Zeitraum – damit werden Aussagen über den Einfluss der globalen Erwärmung möglich.

      "Oft wird darüber diskutiert, welche Folgen der Klimawandel in Zukunft haben wird. Dabei hat die Erwärmung während der vergangenen Jahrzehnte bereits jetzt ökologische Folgen", sagte der Erstautor der Studie, Greg Guerin. So wurde bereits nachgewiesen, dass sich wegen des Klimawandels der jahreszeitliche Rhythmus verschiebt und Pflanzen sich in größeren Höhen ausbreiten als bislang.

      Quelle: n-tv.de, dpa
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    • Beobachtungen der NASA Tagesschau.de
      Grönland taut an

      Fast die gesamte Oberfläche des grönländischen Eisschilds ist Mitte Juli zumindest angetaut. Das teilte die US-Weltraumagentur NASA mit. Das Ausmaß sei größer als in allen zurückliegenden Jahren, in denen dieser Prozess mit Satelliten beobachtet werde. Die NASA richtet ihren Blick seit mehr als 30 Jahren auf diese Vorgänge.
      Die Daten stammen von drei verschiedenen Satelliten. Sie wurden den Angaben zufolge von Fachleuten der NASA und von Universitätsexperten ausgewertet. In einem durchschnittlichen Sommer schmelze das Eis Grönlands natürlicherweise etwa auf der Hälfte der Oberfläche an, heißt es bei der NASA. Es geht aber größtenteils nicht verloren: In großer Höhe gefriert der Hauptanteil des Wasser schnell wieder und nahe der Küste wird ein Teil des Wassers von Eisbarrieren zurückgehalten, sodass nur wenig in den Ozean abfließt.
      Ursache ist womöglich eine Hitzeglocke
      "Aber in diesem Jahr hat das Anschmelzen an der Oberfläche einen dramatischen Sprung gemacht", heißt es.
      Den Satellitendaten zufolge taute das Eis innerhalb weniger Tage um den 12. Juli herum auf etwa 97 Prozent der Fläche an. Son Nghiem vom Jet Propulsion Laboratory der NASA im kalifornischen Pasadena hatte Radardaten des "Oceansat-2"-Satelliten der kooperierenden indischen Raumfahrtagentur ISRO ausgewertet. "Das war so außergewöhnlich, dass ich das Ergebnis zuerst infrage gestellt habe: War das real oder ein Datenfehler?"
      Die Ergebnisse wurden mit Messgeräten an Bord weiterer Satelliten überprüft, dabei bestätigten sich die hohen Temperaturen über der Eisfläche. Das extrem starke Schmelzen könnte seine Ursache in einer ungewöhnlich warmen Luftschicht haben, die NASA spricht gar von einer Hitzeglocke. Seit Mai gab es mehrere davon, jede stärker als die vorherige. Die zuletzt beobachtete baute sich am 8. Juli auf, am 16. Juli begann sie sich aufzulösen. Ob die Schmelze einen Einfluss auf das Volumen des Eisverlusts Grönlands haben wird, haben die Wissenschaftler noch nicht ermittelt.
      Gruß Peter

      Tierschutz ist die Erziehung zur Menschlichkeit !
      Albert Schweitzer
    • Kampf gegen Korallen-Sterben

      Überfischung, Agrarwirtschaft und Klimawandel sind echte Stressfaktoren für Korallenriffe. Ein Meeresbiologe auf Fidschi will Riffe ohne viel Geld aufpäppeln - und setzt dabei auch auf Touristen.

      Wie ein Krankenpfleger kümmert sich Michael Wong um seine "Babys". "Komm Kleiner, warum gefällt es dir denn hier nicht?" murmelt er. Der 42-Jährige nimmt seinen Zögling behutsam in die Hand und sammelt ein paar Schnecken aus den Verästelungen. Michaels Brut sind Korallen. Der Animateur in einer Hotelanlage auf der Insel Malolo in Fidschi hat einen Korallengarten und kümmert sich mit Hingabe um "die Kleinen".

      Er hat Steine unter den Anlegesteg gehievt und darauf verschiedene Korallenarten gesetzt. In der einst öden Sandwüste - keine 30 Meter vom Strand entfernt - herrscht jetzt buntes Treiben. Es tummeln sich Riff-Fische in allen Schattierungen: kleine glitzernde Hornhechte, gestreifte Segelflosser, funkelnde Papageienfische, Grüne Schwalbenschwänzchen und kleine Riffbarsche jagen sich.

      Bei einem stacheligen Kugelgebilde kennt Wong allerdings kein Pardon. Er taucht mit dickem Handschuh in das brusttiefe Wasser und balanciert einen Dornenkronenseestern auf einem Stock an die Oberfläche. "Der frisst meine Korallen", sagt er und wirft ihn zum Vertrocknen auf den Steg.

      Dann legt er Schnorchel und Taucherbrille ab und setzt sich in die Sonne. "Ich bin mit sieben Jahren hier fast ertrunken", erzählt der Fidschianer, "Ich war praktisch schon tot, aber die Leute hier am Strand haben nicht aufgegeben und mich wiederbelebt. Ich bin der Insel auf ewig verbunden. Die Riffe zu restaurieren und die Korallen hier wieder heimisch zu machen ist mein Dankeschön."

      Korallenriffe gehören zu den ältesten Lebensräumen der Welt. Sie werden wegen ihrer Vielfalt auch Regenwälder der Meere genannt. 500 Millionen Menschen weltweit sind auf Korallenriffe angewiesen, schätzt das US-Forschungsinstitut NOAA: weil die Riffe die Küsten schützen, weil sie Wiege vieler Fischarten sind, weil sie Touristen anziehen. Korallen sind festsitzende Nesseltiere, die in Symbiose mit Algen und Polypen leben. Sie ernähren sich von Plankton und anderen Nährstoffen. Die Polypen in den Steinkorallen sorgen mit ihrer Kalkausscheidung für das Wachstum der Riffe.

      Als der Meeresforscher Austin Bowden-Kerby hier in Malolo nach Helfern für die Korallenrettung suchte, war Wong sofort dabei. Der US-Amerikaner lebt seit mehr als 20 Jahren auf den Fidschi-Inseln und ist einer der versiertesten Korallenkenner. Er beobachtet das Sterben der Korallenriffe mit Schrecken.

      Der Hauptgrund ist "menschliche Intervention", wie das ARC-Institut für Korallenforschung im australischen Queensland berichtet. Überfischung, zerstörerische Fangmethoden und die Agrarwirtschaft setzten den Korallen zu. "Jetzt kommt eine weitere globale Bedrohung ihres langfristigen Überlebens hinzu: der Treibhauseffekt." Dessen schlimmste Folgen für die Korallenriffe seien die Meereserwärmung und die Veränderung der Wasserchemie.

      "Eins der artenreichsten Ökosysteme der Welt"
      "Korallenriffe sind eines der artenreichsten Ökosysteme der Welt", sagt Bowden-Kerby. "Es basiert darauf, dass die Arten zusammenarbeiten. Wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät, reagieren Korallen sehr sensibel." Der Meeresforscher arbeitet seit Langem an Ideen zur Korallenriffrettung. Es gibt viele Ansätze, doch die meisten sind teuer und aufwendig. Bowden-Kerby gilt aber als Pionier der einfachen Lösungen: Methoden, die Küstenanwohner selbst mit wenigen Mitteln umsetzen können.

      An einem gesunden Riff herrscht Harmonie: Muscheln, Plankton, Korallen, kleine und große Fische, Tintenfische - sogar Dornenkronen gehören dazu. Deren Lieblingsspeise seien die schnell wachsenden Korallen. Die Dornenkronen sorgten auch dafür, dass die nicht überhandnehmen, meint Bowden-Kerby. Aber das Gleichgewicht ist durch die verschiedenen Stressfaktoren gestört. Und die gefräßigen Dornenkronen könnten einem geschwächten Korallenriff sogar den Todesstoß versetzen.

      Keine Riffe, keine Fische
      "Keine Riffe - keine Fische - keine Nahrung für die Dorfbewohner", fasst Wong die Folgen zusammen. Korallenriffe sichern aber nicht nur die Fischversorgung der Anwohner. "Ohne Korallen keine Touristen, die zum Schnorcheln und Tauchen kommen", sagt Wong. Und: Ohne Riffe keine Papageienfische, die tote Korallen zermalmen und mit ihren Ausscheidungen das produzieren, was Urlauber besonders schätzen: Sand. "Eine Meile Riff produziert drei Tonnen Sand am Tag", sagt Bowden-Kerby.

      Sein Konzept zur Korallen- und Riff-Rettung beginnt mit einem Fischfangverbot. "In einem Fall haben Dörfer hier in Fidschi eine Lagune für den Fischfang gesperrt. Wir haben dort das Riff aufgeforstet. Nach zwei Jahren waren die Korallen groß, die Riff-Fische da, und plötzlich bekam die Lagune wieder einen richtigen Sandstrand", sagt Bowden-Kerby. Auch in einem breiten Küstenstreifen vor Malolo ist das Fischen inzwischen verboten. Außerdem installiert der Meeresbiologe Gitterständer im Meer. Mit Angelfaden an einer speziellen Konstruktion sind Stücke abgebrochener Korallen festgebunden. Manche Korallen hängen auch lose am Gitter. So sind sie in der ersten Wachstumsphase für Schnecken, Dornenkronen und anderes Getier unerreichbar. "Eine Dornenkrone kann am Tag eine faustgroße Koralle fressen," sagt Bowden-Kerby.

      Vorgezüchtete Korallen
      Wong hat mit Freunden aus Stein und Zement kugelige Fischhäuser gebaut, 20 bis 30 Kilogramm schwer. Unter Bowden-Kerbys Anleitung hieven sie die Häuser an diesem Sonnentag erst in ein Boot und werfen sie dann mit lautem Platsch 30, 40 Meter vom Strand entfernt ins Wasser. "Darin können sich Fische verstecken", sagt Bowden-Kerby. Auf den Dächern platziert er behutsam vorgezüchtete Korallen.

      Je nach Standort braucht das Riff auch Mangroven in Strandnähe. Das sind Büsche und Bäume, die im Salzwasser überleben und ein dichtes, teils überirdisches Wurzelwerk haben. Sie schützen einerseits bei Stürmen das Land vor dem Meer, andererseits das Meer vor dem Land: Wenn nach heftigen Regenfällen zu viel gedüngte Erde von Plantagen ins Meer gespült wird, bringt das den Kreislauf durcheinander. Die Nährstoffe können dazu führen, dass viel mehr Dornenkronenbabys überleben als sonst - mit schlimmen Folgen für die Korallen.

      Austin Bowden-Kerby ist überzeugt, dass er auch die Tourismus-Industrie ins Boot holen kann. Ein Korallengarten mit selbst gebauten Fischhäusern als Attraktion - wie das funktioniert, hat er mit einem Hotel auf Fidschis Hauptinsel Viti Levu vorgemacht. In einer Hütte am Strand hat er ein Korallenzentrum aufgebaut - mit künstlichem Riff, Korallen zum Anfassen und vielen Informationen zu Meeren und Riffen. Die Animateure machen hier Kinderprogramm, und die begeisterten Kinder kommen mit ihren Eltern und bauen für 50 Dollar eigene Fischhäuser. "Das Hotel kann später Unterwasserfotos schicken, mit den Korallen, die darauf wachsen", meint Bowden-Kerby.

      Ähnliches plant Wong. Er will mit dem Segen des Hotelbesitzers auf der Insel Malolo demnächst sein Animationsprogramm ganz auf Korallen- und Riffschutz abstellen - und weiter seinen Garten pflegen. Vor ein paar Tagen sah er auf der anderen Inselseite in flachem Wasser ein trostloses Korallenüberbleibsel. "Ich habe ihm gleich gesagt: "Mein Lieber, hier überlebst du nicht, das Wasser ist zu warm"", berichtet Wong lachend. "Komm, ich nehme dich mit in meinen Garten."

      Dort gibt es schon einige Problemkinder. "Diese hier zum Beispiel. Jedes Mal, wenn ich vorbeikomme, streichle ich sie und sage "Nun wachse doch endlich"." Wong experimentiert: Korallen, die in dem brusttiefen Wasser nicht gedeihen, platziert er tiefer, dahin, wo es kälter ist.

      "Mit den Korallengärten etablieren wir kleine, gesunde Wachstumsnischen, um die Korallendiversität zu erhalten - die Grundprobleme, die die Riffe unter Stress setzen, lösen wir damit natürlich nicht", räumt Bowden-Kerby ein.

      Quelle: n-tv.de, Christiane Oelrich, dpa
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Rekordschmelze im Nordpolarmeer
      So wenig Eis wie nie zuvor



      Das Eis im Nordpolarmeer schmilzt in diesem Sommer so stark wie nie zuvor. Es geht auf den tiefsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen durch Satellitenaufnahmen im Jahr 1979 zurück - und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

      US-Forscher haben sich alarmiert über die Eisschmelze im Nordpolarmeer gezeigt. Mit nur noch 4,1 Millionen Quadratkilometern erreichte die Fläche in der Arktis einen neuen Tiefstwert, wie aus Messungen des US-Schnee- und Eis-Datenzentrums an der Universität von Colorado hervorgeht. Das sind fast 70.000 Quadratkilometer weniger als im September 2007, dem bisherigen Niedrigrekord. Die starke Schmelze sei ein "starkes Signal" für die langfristige Klimaerwärmung, erklärten die Wissenschaftler in Boulder.

      Die Forscher erwarten zudem, dass die Fläche in den restlichen Wochen des Sommers weiter schmelzen wird. Auffällig sei ferner, dass anders als 2007, als alle meteorologischen Bedingungen für eine starke Schmelze vereint gewesen seien, dieser Sommer bis auf einen Sturm Anfang August keine Besonderheiten aufweise, erklärte Mark Serreze, Direktor des Datenzentrums.

      Eine geringere Eisausdehnung begünstigt die Erderwärmung, da weniger Sonnenlicht vom Eis reflektiert und so mehr Hitze im Ozean gespeichert wird. Die globale Erwärmung kann wiederum zu einem weiteren Schmelzen des Polareises führen. Anfang der 1980er Jahre betrug die arktische Eisbedeckung noch etwa sieben Millionen Quadratkilometer. In den vergangenen Jahren wurden vermehrt Hitzerekorde gemessen. So zählten 13 der vergangenen 15 Jahre zu den wärmsten Jahren seit Beginn der Messungen überhaupt.

      Quelle: n-tv.de, AFP
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Klimawandel bedroht in Deutschland viele Arten
      Bonn (dpa) - Zahlreiche Arten werden in Deutschland nach einem neuen Bericht durch den Klimawandel bedroht. Im Naturschutz und in der naturverträglichen Nutzung der biologischen Vielfalt seien in den vergangenen Jahren zwar Erfolge erzielt worden.
      Zugleich gebe es aber keinen Grund zur Entwarnung, sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) am Montag bei der Vorlage des Reports «Daten zur Natur 2012» in Bonn. Die Fläche der Naturschutzgebiete nahm demnach von 1997 bis 2010 von 824 000 Hektar auf rund 1,3 Millionen Hektar zu.
      Der Bericht liefert einen umfassenden Überblick zur biologischen Vielfalt in Deutschland. Wissenschaftliche Daten informieren über den Zustand und die Veränderung von Natur und Landschaft.
      Fast 28 Prozent der Wirbeltiere sind den Angaben zufolge bestandsgefährdet. Weitere sieben Prozent sind ausgestorben oder verschollen.
      Dagegen könne die Entwicklung etwa von Fischotter, Wolf und Biber als Erfolg für den Artenschutz angesehen werden.
      Deutliche Folgen für die Vielfalt von Tieren und Pflanzen hat der Klimawandel. So kommen Zugvögel wie Mönchsgrasmücke oder Gartenrotschwanz früher aus ihren Winterquartieren zurück. Aufgrund von Modellrechnungen rechnen Experten damit, dass sich in den kommenden Jahrzehnten die Verbreitungsgebiete von Arten verschieben. Auch die Qualität jetziger Lebensräume werde sich verändern.
      Dem Bericht zufolge weisen 63 Spezies eine hohe Klimasensibilität auf. Sie werden als Hochrisiko-Arten eingestuft. Dazu gehören etwa der Goldregenpfeifer, der Alpensalamander und der Blauschillernde Feuerfalter.
      Die meisten Hochrisiko-Arten wurden in der Gruppe der Schmetterlinge festgestellt. Besonders viele klimasensible Arten identifizierten Experten in Süd-, Südwest- und Nordostdeutschland.
      Altmaier sprach sich eindringlich für einen naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien aus. Naturschutz und Energiewende stellten keinen unauflöslichen Widerspruch dar. Die Aufgabe sei, dass die Energiewende unter Beachtung der berechtigten Anliegen des Naturschutzes gelinge. Als Beispiel für eine solche Entwicklung nannte er die Vorhaben in der Offshore-Technologie.
      Die konventionelle Errichtung der Windanlagen gehe mit sehr großer Lärmbelästigung einher, da die Fundamente in den Meeresboden gerammt würden. Das stelle Probleme unter anderem für Schweinswale dar, so Altmaier. Mit Nachdruck werde an Schallschutzkonzepten gearbeitet
      Gruß Peter

      Tierschutz ist die Erziehung zur Menschlichkeit !
      Albert Schweitzer
    • Polarforschung:Tauende Permafrostböden verändern Klima und Regionen 14.11.2012Immer mehr Dauerfrostböden tauen - und entlassen so Treibhausgase in die Atmosphäre. Auswirkungen seien auch in Deutschland von Jahrzehnt zu Jahrzehnt stärker spürbar, sagt Polarforscher Hugues Lantuit.
      Der Wissenschaftler Hugues Lantuti steht auf Herschel Island, Kanada, vor einer Wand im Permafrostboden. In den bislang gefrorenen Böden ist sehr viel klimaschädliches Kohlendioxid gebunden.
      Noch schlummern riesige Mengen Kohlenstoff unter einer dicken Eisschicht. Doch weltweit tauen immer mehr Dauerfrostböden auf. Dabei geben sie mit Hilfe von Bakterien die kohlenstoffhaltigen Treibhausgase Methan und Kohlendioxid (CO2) ab. Das heizt die Atmosphäre auf - und setzt so einen gefährlichen Dominoeffekt in Gang. Anlässlich eines Spitzentreffens europäischer Permafrost-Forscher, das an diesem Mittwoch in Hamburg beginnt, sprach die Nachrichtenagentur dpa mit dem Polarforscher Hugues Lantuit vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven.
      Wie hängen Permafrostböden mit dem Treibhauseffekt zusammen?
      Lantuit: „Die Forschung geht davon aus, dass Permafrostböden doppelt so viel Kohlenstoff enthalten, wie sich heute in der Atmosphäre befindet. Die Temperaturen dieser Erdschichten haben sich in den vergangenen 30 Jahren um bis zu zwei Grad erhöht. Sie tauen an der Oberfläche auf. Dort wandeln Mikroben den gespeicherten Kohlenstoff um und geben die Gase CO2 und Methan in die Atmosphäre ab.“
      Welche Gefahren drohen, wenn sich der gespeicherte Kohlenstoff sozusagen in Luft auflöst?
      Lantuit: „Bis zum Jahr 2100 könnte so viel Kohlenstoff in die Atmosphäre gelangen, wie die Hälfte aller Brennstoffemissionen seit Anfang der Industriellen Revolution. Wir würden davon nicht sofort etwas mitbekommen, weil wir Luft nicht riechen können. Die Auswirkungen der auftauenden Permafrostböden würden wir aber auch in Deutschland von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer stärker in Kombination mit anderen Effekten des Klimawandels zu spüren bekommen.“
      Welche Länder werden diese Veränderungen vor Ort bemerken?
      Lantuit: „Besonders betroffen wären Regionen wie Finnland, Süd-Quebec und Süd-Sibirien. Dort werden die Böden an der Oberfläche relativ tief, bis zu fünf Metern, auftauen. Im russischen Jakutsk stehen viele Häuser auf Pfeilern. Sie sind im Eisboden verankert. Weil die Permafrostböden aber bei einer Temperatur von minus eins bis null Grad schon aufgetaut sind, sind einige Gebäude dadurch bereits eingestürzt oder beschädigt worden.“
      aus: haz.de
      dpd
    • Studie: Polkappen schmelzen deutlich[/B]

      Washington (dpa) - [B]Die Eisschilde in Antarktis und Grönland haben nach einer neuen Studie in knapp 20 Jahren etwa 4000 Milliarden Tonnen an Masse verloren. Dies habe den Meeresspiegel um rund elf Millimeter steigen lassen, wie Forscher der Universität Innsbruck mitteilten.


      Sie hatten gemeinsam mit anderen Experten zahlreiche Satellitendaten verglichen und dabei nach eigenen Angaben besonders genaue Ergebnisse gewonnen. Ihre Studie veröffentlichten die Wissenschaftler in der US-Fachzeitschrift «Science» vor.
      Das Team um Andrew Shepherd von der britischen Universität Leeds analysierte Daten, die zwischen 1992 und 2011 vom All aus erfasst worden waren. Diese Messungen beruhten auf drei unterschiedlichen Satelliten-Messverfahren. Trotzdem ergaben sie dem Bericht zufolge sehr gut vergleichbare Werte.
      Die Daten zeigen auch, dass in manchen Regionen die Eisdicke zunimmt, in anderen jedoch rapide sinkt. So verlor der Eispanzer von Grönland im Durchschnitt 152 Gigatonnen (152 Milliarden Tonnen) Eis pro Jahr. In der westlichen Antarktis schmolzen 65 Gigatonnen und auf der Antarktischen Halbinsel 20 Gigatonnen.
      In der Ostantarktis nahm das Eis dagegen mit durchschnittlich 59 Gigatonnen pro Jahr zu.
      Viele der Effekte, die zu einem so ungleichmäßigen Eisverlust führen, sind nach Angaben der Forscher noch unbekannt.
      Erst kürzlich hatte ein Team der amerikanischen Princeton-Universität mittels gravimetrischer Messungen - also über die Änderung des Erdschwerefeldes - gezeigt, dass auch das Grönlandeis nicht gleichmäßig schmilzt und insgesamt stark abnimmt. «Heute schmilzt in Grönland etwa fünfmal soviel Eis ab wie noch in den 1990er Jahren, während in der Antarktis die Beschleunigung etwas langsamer vor sich geht», sagte Professor Helmut Rott von der Universität Innsbruck in einer Mitteilung der Hochschule.
      In den vergangenen 20 Jahren haben die schmelzenden Eismassen in den Polarregionen den Angaben zufolge mit 1,1 Zentimetern etwa ein Fünftel zum Anstieg des Meeresspiegels beigetragen. Zwei Drittel davon stammen aus Grönland und der Rest aus der Antarktis
      Grundsätzlich bestätigen die Daten nach Ansicht der Forscher die Berechnungen über das Abschmelzen des Polareises. Besonders die Tatsache, dass verschiedene Methoden zu ungefähr gleichen Ergebnissen führten, sprächen für ihre Gültigkeit.
      Gruß Peter

      Tierschutz ist die Erziehung zur Menschlichkeit !
      Albert Schweitzer

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    • Wie der Klimawandel einheimischen Arten zusetztIn Deutschland kämpfen Arten ums Überleben:

      Alpenstrandläufer kommen mit extremem Wetter schlecht zurecht. Zugvögel hungern, weil Insekten ihre Lebensrhythmen verändern. Auch Pflanzen haben es schwer.

      Von Angelika Hillmer


      Vom Klimawandel bedroht: Alpenstrandläufer brauchen kleine Mulden am Strand, um ihre Eier hineinzulegen. Bei Hochwasser werden diese Nester überschwemmt

      Infektionen: Parasiten beeinflussen Wohlstand einer Nation
      Pazifik: US-Kriegsschiff zerstört gigantisches Korallenriff
      US-Studie: Katzen für Artenvielfalt gefährlicher als Pestizide
      Raubbau an der Natur: „Menschheit benötigt bis 2030 eine zweite Erde“
      Themen

      Klimawandel Die Flussperlmuschel könnte zur den Verlierern des Klimawandels zählen – und das Gleiche gilt für Weißtanne und Alpenstrandläufer. Während die heute schon stark bedrohte Muschel klare Bäche braucht, bei wärmerem Wasser aber tendenziell eher im Trüben fischen wird, leidet die Weißtanne ganz direkt unter den steigenden Temperaturen.

      Der Alpenstrandläufer hingegen kommt mit dem Meeresspiegelanstieg im Watt nicht gut zurecht. Diese drei Arten sind Vertreter von komplexen Ökosystemen. Wie sehr die biologische Vielfalt (Biodiversität) sich durch die Erderwärmung verändern wird, ist bislang nur ansatzweise absehbar.

      Mehr als 100 Experten haben den aktuellen Wissensstand nun in dem Buch "Klimawandel und Biodiversität: Folgen für Deutschland" zusammengefasst. Es zeigt, dass der Wandel eine Natur betrifft, die ohnehin unter Stress steht.


      Trübes Wasser in Flüssen und Seen

      Beispiel Flussperlmuschel: Die Jahrzehnte andauernde Gewässerverschmutzung hat die vom Aussterben bedrohte Art in Refugien zurückgedrängt, in denen noch sauberes Wasser fließt. Die vereinzelten, relativ kleinen Muschelgesellschaften sind dadurch genetisch verarmt. Das macht sie besonders empfindlich, denn sie können sich schlechter an eine sich ändernde Umwelt anpassen. Das gilt auch für den Klimawandel.

      Deutsche Welle

      Umweltschützer kämpfen gegen fremde Pflanzenarten Tierschutz
      Kampf um Artenvielfalt lohnt sich offenbar Kino-Trailer
      Der deutsche Wald als das grüne Wunder Flussperlmuscheln leben in Flüssen und Bächen. Steigende Temperaturen erhöhen die Gefahr, dass diese (und auch Seen) bei zu großem Nährstoffgehalt eutrophieren: Ihr Zustand wechselt von einem klaren Gewässer mit einer Vielfalt an Wasserpflanzen in eine trübe, relativ artenarme "Brühe", in der Algen dominieren. Auch könnte die Klimaerwärmung "Restaurierungsbemühungen, flache Seen wieder in einen klaren Zustand mit hoher Biodiversität zurückzuversetzen", erschweren, schreiben die Autoren.

      Als "besorgniserregend" bezeichnen sie die wahrscheinliche Zunahme einzelner unerwünschter Arten in deutschen Seen, etwa aus der Gruppe der oft giftigen Cyanobakterien (fälschlicherweise Blaualgen genannt). Diese Mikroorganismen vereiteln jeden Badespaß.


      Eingeschleppte Arten fühlen sich wohl

      Was der heimischen Flussperlmuschel arg zusetzt, kommt der Asiatischen Körbchenmuschel gerade recht. Die eingeschleppte Art kann Verschmutzungen vertragen und profitiert nun davon, dass die Wassertemperaturen in vielen Gewässern nicht mehr unter zwei Grad sinken. Sie hat sich inzwischen in weiten Teilen Deutschlands breitgemacht.

      Eine noch eindrucksvollere Karriere machte die ebenfalls eingeschleppte Pazifische Auster in der Nordsee: Anfang der 1960er-Jahre entwichen Larven aus niederländischen Aquakulturen.

      Rund 20 Jahre später siedelte die Art im westfriesischen Wattenmeer und verbreitete sich dann, unterstützt von höheren Wassertemperaturen, entlang des gesamten Wattenmeeres bis zum dänischen Esbjerg. Wo früher bei Ebbe ausgedehnte Miesmuschelbänke auftauchten, breiten sich heute Austernbänke aus.


      Eiderenten brauchen Miesmuscheln


      Die Miesmuschel zog den Kürzeren. Sie lebt zwar noch im Wattenmeer, kommt aber mit milderem Winterwetter eher schlecht zurecht. Bei höheren Wassertemperaturen benötigt sie einen größeren Teil ihres Weichkörpers für den Stoffwechsel. Das beeinträchtigt wiederum die Eiderenten, die sich vorwiegend von den Miesmuscheln ernähren – die Muscheln enthalten bei gleicher Schalengröße weniger Fleisch.

      Den Vögeln des Wattenmeers könnte jedoch vor allem der Anstieg des Meeresspiegels zu schaffen machen. Forscher erwarten, dass bei Niedrigwasser die frei liegenden Schlickwattflächen abnehmen.

      Sie sind das kalte Büfett der natürlichen Rastanlage, an der im Frühjahr und Herbst zehn bis zwölf Millionen Zugvögel Energie für ihre restlichen Wegstrecken tanken. Zudem rauben die häufiger werdenden extremen Hochwasser den Bodenbrütern ihren Nachwuchs.


      Noch steigt die Artenvielfalt


      Generell wird die Vogelwelt bislang aber eher artenreicher, denn Vertreter aus südlicheren Gefilden wie der farbenprächtige Bienenfresser oder die Zwergohreule siedelten sich in Deutschland an und verbreiten sich nordwärts.

      Dagegen ergeben Modellrechnungen überwiegend negative Trends. So könnten sich die Verbreitungsgebiete der europäischen Vögel bis zum Jahr 2100 im Durchschnitt um 550 Kilometer nach Nordosten verschieben und sich mit den heutigen Vorkommen nur noch zu 40 Prozent überschneiden. Nach verschiedenen Berechnungen wird sich die Artenvielfalt in Deutschland verringern.


      Verschobene Zugzeiten


      Ein Grund sind die Verschiebungen bei den Zugzeiten. Studien zu Trauerschnäppern zeigten: Zwar kommen die Vögel inzwischen ein paar Tage früher aus ihren Überwinterungsgebieten zurück, die Brut beginnt dennoch zu spät.

      Sie war Jahrhunderte so ausgelegt, dass das Füttern des Nachwuchses genau in die Zeit mit dem größten Insektenvorkommen fällt. Heute haben die Insekten trotz des vorgezogenen Bruttermins ihren Zenit bereits überschritten, wenn die hungrigen Schnäpper nach Futter betteln. Die Vogelart ist auf dem Rückzug.


      Hoch hinaus, so weit es geht

      Was die Weißtanne betrifft, bleibt ihr künftig nur der Weg nach oben. Sie kommt vor allem im Gebirge vor und wird durch steigende Jahresmitteltemperaturen in höhere, kühlere Regionen getrieben. Unter den vier wichtigsten Baumarten hat die weitverbreitete Fichte die schlechtesten Klimaperspektiven; sie kann weder mit steigenden Temperaturen noch mit vermehrter sommerlicher Trockenheit gut umgehen. Hier ist die Waldkiefer im Vorteil.

      Das hohe Anpassungsvermögen der Buche spreche dafür, "dass sie in weiten Gebieten auch künftig eine wichtige Haupt- und Mischbaumart bleiben wird", schreiben die Autoren. Eichen könnten zu den Gewinnern des Wandels zählen, aber nur dann, wenn die wahrscheinliche Zunahme von Wärme liebenden Schädlingen unter Kontrolle gehalten wird. Förster setzen verstärkt auf die Douglasie, die aus dem westlichen Nordamerika stammt.

      Diese schnellwüchsigen Nadelbäume liefern eine hohe Holzqualität und waren unter Forstwirten immer schon beliebt, wurden aber als nicht heimische Art von Ökologen oft kritisch gesehen. Der Klimawandel liefert nun ein neues Argument für die Douglasie: Sie kommt mit Sommertrockenheit relativ gut zurecht.
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!

    • Die Größte Klima-Demo Aller Zeiten!




      Vor einigen Monaten hat sich unsere Gemeinschaft ein verrücktes Ziel gesetzt: die größte Klima-Mobilisierung aller Zeiten auf die Beine zu stellen.
      Und am 21. September ist es tatsächlich passiert. Hunderttausende von Menschen sind in New York und an über 2000 weiteren Orten weltweit auf die Straßen gegangen.
      Mit unserer Aktion haben wir auf wunderbare Weise deutlich gemacht, wie sehr uns alles, was vom Klimawandel bedroht ist, am Herzen liegt.
      Wir haben außerdem die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass wir diese Welt retten und eine Gesellschaft aufbauen können, die zu 100% auf sauberen Energieträgern beruht.
      Scrollen Sie nach unten, um die tollen Events anzuschauen, die rund um den Globus von Avaaz und Partnern veranstaltet wurden. Und schauen Sie sich auch die heutigen Titelseiten der Zeitungen an!

      secure.avaaz.org/de/climate_ma…portback/?bEGJcdb&v=47132
      viele Grüße, Baska


      Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.
      Albert Schweitzer