Anbau von Palmöl

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    • Anbau von Palmöl

      Ökologische Wüsten statt Dschungel

      Süddeutsche Zeitung, 24. August 2009

      Von Daniel Lingenhöhl

      Weil Palmöl lukrativ ist, soll der brasilianische Regenwald den Ölpalmen weichen. Das könnte dramatische Folgen haben.

      Naturschützer haben es schon lange befürchtet: Im südamerikanischen Amazonasgebiet sollen bald in großem Maßstab Ölpalmen angebaut werden. "Palmöl ist unser grünes Erdöl", sagt beispielsweise der brasilianische Senator Flexa Ribeiro.

      Der Politiker treibt Änderungen in den Waldschutzgesetzen des Landes voran, die den Anbau der Ölpalme erleichtern sollen. Aus dem Fleisch ihrer Früchte wird Palmöl gewonnen, das zum Kochen, in Kosmetika und als Kraftstoff zur Stromerzeugung eingesetzt wird. Der Anbau lohnt sich: Eine Tonne Palmöl kostet derzeit etwa 320 Euro, zu Hochzeiten waren es sogar knapp 700 Euro.
    • RE: Anbau von Palmöl

      Hey, das Thema Palmölplantagen war gerade letztens bei uns Thema einer Diskussion, deren Ausgangspunkt der Begriff "Nachhaltigkeit" war. Hochinteressant! So interessant, dass die Uni Rostock daraus ein halbes Modul gemacht hat.

      Grundgedanke der Nachhaltigkeit ist die Nutzung eines (Öko-)Systems in einem Maße, in dem sich das System von selbst wieder regenerieren kann und so für nachfolgende Generationen erhalten werden kann. Das Prinzip ist eigentlich ganz solide und aktueller denn je - bedenkt man, dass für angeblich grüne Energiequellen in Industrieländeren wie unserem viel Geld bezahlt wird (beruhigt ja auch das Gewissen), während im Herkunftsland Einheimische verhungern, verdursten (die Plantagen müssen ja bewässert werden), vergiftet werden (Pestizide...), von den ökologischen Problemen (halt Monokultur) ganz zu schweigen!

      Während in politischen Debatten mit dem vermeintlich eindeutigen Nachhaltigkeitsbegriff um sich geschmissen wird, was das Zeug hält, wird es problematisch, soll der Begriff im rechtlichen Raum angewandt werden (also wenn`s drauf ankommt): zu schwammige, zu unterschiedliche Definitionen, zu auslegungsbedürftig - überhaupt zu anstrengend.

      Fazit: Die Nachhaltigkeit wird uns in Zukunft noch öfter begegnen, in welcher Form auch immer. Ob davon auch der südamerikanische Regenwald was hat, ist zu bezweifeln.

      So, jetzt geht`s mir wieder gut - schön, dass wir drüber geredet haben.

      Viele Grüße

      Jule
    • RE: Anbau von Palmöl

      Also ich halte von all den ganzen Sachen, Palmölplantagen, Bioverbrennungsanlagen, Biogasanlagen usw. sowieso nichts, es ist die größte Lüge an unserem Volk.
      Es zerstört die Natur, der Steuerzahler muß dafür zum größten Teil aufkommen und wird dann, wenn diese Anlagen laufen, weiter abgezogen und das alles, damit sich einige wenige bereichern können.
      Und was das Schlimmste ist, wir Deutschen merken nicht mal, wie wir alle verarscht werden.
      Entschuldigt den Ausdruck, aber bei diesem Thema geht mir die Hutschnur hoch, aber das dürfte ja verständlich sein, wenn einem wegen diesem Unsinn die Heimat zerstört wird.
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Sich erneuerbare Energiequellen zu erschließen, macht - denke ich - schon Sinn - wer will schon neben oder auf einem Endlager wohnen. Nur werden solche Biogasanlagen und Windparks auf Teufel komm raus aus dem Boden gestampft und - Umweltverträglichkeitsprüfung hin oder her - ein finanzstarker Investor und die Bedenken von Anwohnern, Umweltschützern... spielen doch schon keine Rolle mehr. Die Betreiber müssen dann nur irgendwo einen Ausgleich schaffen und sie sind mit durch. Ich habe es damals in Güstrow erlebt, als nahe einer beschaulichen Wohngegend die Riesen-Biogasanlage gebaut werden sollte. Es gab Proteste ohne Ende - Minderung der Wohnqualität durch Geruchsbelästigung, erhöhter LKW-Verkehr und allein die Logik - Mais zu verheizen, während andere auf der Welt/u. auch in Deutschland Hunger leiden... letztlich wurde die Anlage gebaut.

      Ebenso Windparks - bringen die überhaupt so viel Leistung, wie sie ihrem gigantischen Erscheinungsbild nach sollten? Wohl eher nicht. Und dann wollen die Baltic 1 in die Ostsee vor Fischland-Darß-Zingst stetzen! Was das für die ganzen bei uns rastenden Küstenvögel bedeutet, daran will ich gar nicht denken! Man hat immer den bitteren Beigeschmack, dass Natur- und Artenschutz eh keine Lobby hat und dass in der Politik letztlich immer die finanzstarken Argumente zählen. Dann brauchen sich die über gefrustete Wähler, die gleich freiwillig auf ihr Recht verzichten, weil sie sich des Eindrucks mangelnder Einflussnahme auf wichtige Entscheidungen nicht erweheren können, auch nicht mehr wundern.
    • Zu den Windkraftanlagen kann ich Dir einiges sagen, ich hatte, wir hatten letztens das Glück, die 135 m (Narbenhöhe) hohen Windkraftanlagen (180m) zu besuchen. Im Zeitalter der Elektronik ist alles schön übersichtlich und es wird alles schön angezeigt.
      Es sind ja gigantische Bauwerke, aber wenn ich sehe, dass eine Windkraftanlage von 180 m Höhe, bei Windstärke 8, nur 2400 KW erzeugt, dann frage ich mich, warum so was überhaupt noch gebaut wird.
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Nur mal rein interessehalber - muss man da zu Fuß hoch gehen!?

      Ja, also meine Laufstrecke geht direkt an zwei Windrädern vorbei - schon das Geräusch ist hässlich und die Geschwindigkeit der Rotorblätter beängstigend - das bringt den extra Trainingseffekt, weil man sich nur schnell aus der Gefahrenzone bringen will. Dazu kommt die Verunstaltung der Landschaft.
      Naja, ich glaube eher, dass Kernkraft in Zukunft doch eine bedeutendere Rolle spielt, als die Öffentlichkeit glauben soll. Ein bisschen Forschung hier und da - vielleicht lassen sich althergebrachte Probleme irgendwie lösen. Im Max-Planck-Institut in Greifswald läuft doch hierzu hochinteressante Forschung mit dem Titel Wendelstein. Vielleicht schaffen die ja bis 2010 den Durchbruch und der Windpark in der Ostsee fällt aus - aber dann kommt wieder etwas anderes...
    • "WS8 ! Damit kann ich leider nichts anfangen.
      Wieviel KW produziert das betreffende Windkraftwerk im Mittel pro Jahr, z.B ?
      2400 KW ohne Einheit ist eine nicht aussagekräftige Bemerkung."

      WS8 Windstärke Acht

      Wieviel im Jahr weiß ich nicht, mache mich aber schlau.

      Was ist denn an der Angabe nicht aussagekräftig, die Anlage fährt eine Leistung von 2400 KW bei WS8, die maximale Leistung der WKA ist 3000 KW, aber welche WS da herrschen muß, entzieht sich meiner Kenntnis.
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Auch wenn die Erforschung und Entwicklung nachhaltiger Energiegewinnungsmethoden wohl noch Zeit in Anspruch nehmen wird, so ist es doch schon mal ein wesentlicher Fortschritt, dass das Bewusstsein für einen sparsamen Energieverbrauch allmählich die breite Masse erfasst. Gut, einige Wirtschaftszweige wie die Baubranche sind reglementiert und haben Vorgaben, aber wichtig ist auch wie ich finde, dass jeder seinen ganz persönlichen "ökologischen Fußabdruck" mal überprüft* und schaut, wo hier Ansatzpunkte sind. Blöd ist dann nur, dass man selbst gleich ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn man seinen Fernseher auf Standby hat oder sich kein Saisonobst mit 1a-Umweltbilanz kauft oder wenn man morgens keinen Bock hat, die paar Kilometer im Dunkeln mit dem Fahrrad zu fahren oder wenn man sich im Takko ein Kleidungsstück kauft, von dem man 100%ig weiß, dass die Baumwolle mit hochgiftigen Pestiziden, Bleichmitteln, Farbstoffen... von wahrscheinlich Kindern behandelt wurde in Ländern, die noch nie was von Arbeitsschutz gehört haben (oder, oder, oder...) während die Russen in aller gemächlicher Ruhe bis 2015 ihre 10 neuen Atomkraftwerke bauen (wer weiß, wie viele die schon haben?! und vielleicht dann ja auch Deutschland beliefern?).

      Fazit: Schon indem man versucht die "grüne Energie" nicht einfach hinzunehmen und mal realistisch und kritisch ihre Entstehung hinterfragt, ist viel gewonnen. Die Probleme darum kann man trotzdem nicht lösen, Entscheidungsträger sind da andere (die mit der Kohle - also dem Geld). Aber als Verbraucher kann man zumindest ein wenig die Richtung ansteuern.

      So, dann seid gegrüßt von

      Jule

      *(soll bei Frauen ja anscheinend sehr klein ausfallen)
    • FR-online.de, 18.11.2009

      WWF-Studie zu Torfmoorwäldern

      Die Klimabombe tickt

      Weil immer mehr Palmöl in Essen, Waschmittel und Kosmetika landet, müssen in Indonesien riesige Torfmoorwälder weichen. Die Umweltorganisation WWF ermittelt dazu konkrete Daten - und warnt vor dramatischen Folgen für das globale Klima. Gefragt seien nun die Industrieländer.
    • Täglich gehen weltweit 20.000 Hektar Wald verloren


      19. Jänner 2010, 20:28Die globale Entwaldung schreitet rasch voran. Zwischen 1990 und 2005 verlor die Erde drei Prozent ihrer Waldflächen.
      Wachsender Flächenbedarf für die Produktion von Biokraftstoffen aus Palmöl, Soja und Zuckerrohr sowie für die Rinderzucht
      München - In den 15 Jahren zwischen 1990 und 2005 ist die globale Waldfläche ist nach Angaben des Münchner ifo Instituts um drei Prozent geschrumpft. Das entspricht einem durchschnittlichen Verlust von 20.000 Hektar am Tag. Besonders viel Wald sei in den tropischen Ländern - speziell Brasilien, Indonesien und Sudan - abgeholzt worden, teilte das Institut mit. Eine wesentliche Ursache sei der wachsende Flächenbedarf für die Produktion von Biokraftstoffen aus Palmöl, Soja und Zuckerrohr sowie für die Rinderzucht.

      Obwohl die Wälder in Brasilien mit einer jährlichen Rate von minus 0,6 Prozent pro Jahr längst nicht so schnell schrumpften wie in Indonesien mit minus zwei Prozent jährlich, falle dieser Verlust durch den hohen Anteil Brasiliens an der weltweiten Waldfläche stark ins Gewicht. Allein Brasilien und Sudan seien zusammen für fast die Hälfte (47 Prozent) des jährlichen Rückgangs.............

      derstandard.at/1263705519613/T…0000-Hektar-Wald-verloren
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Bundesregierung muss Palmöl-Subvention stoppen!


      Quelle: Rettet den Regenwald e.V.

      Regenwaldvernichtung für deutsche Palmöl-Kraftwerke
      Nach Recherchen von Rettet den Regenwald haben sich die Palmölimporte nach Deutschland in den vergangenen 10 Jahren von 415.000 Tonnen 1999 auf 1,1 Mio. Tonnen 2008 fast verdreifacht. In den vergangenen 3 Jahren sind rund 50 Prozent des in Deutschland verbrauchten Palmöls in Blockheizkraftwerken (BHKW) verfeuert worden. Hauptherkunftsländer sind Indonesien, Kolumbien, Malaysia und Papua Neuguinea. Deutschland ist mit einem Anteil von 39 Prozent der größte Importeur von kolumbianischem Palmöl.

      Importiertes Palmöl ist wesentlich billiger als andere Pflanzenöle. Das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) fördert die Verbrennung von Palmöl massiv. Infolgedessen hat sich die Zahl der Palmöl-Kraftwerke besonders in den Jahren 2006 und 2007 sprunghaft erhöht. Die Subventionierung der Palmöl-BHKW liegt im mehrstelligen Millionenbereich pro Jahr. Finanziert wird dies über eine Umlage von aktuell 2 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde, die allen Stromkonsumenten auf ihrer monatlichen Rechnung erhoben wird.

      Der Gesetzgeber hat beim EEG nicht bedacht, dass die Rohstoffimporte aus den Regionen des Regenwaldes katastrophale Folgen haben. Seit Jahren werden für die Erzeugung angeblich umwelt- und klimafreundlicher Energie die Regenwälder und Torfmoorgebiete in den Tropen für die Anlage neuer Palmöl-Plantagen gerodet und trockengelegt. Auch die Artenvielfalt wird vernichtet und das Weltklima durch die massive Freisetzung von Kohlenstoff geschädigt.

      Nach Jahren des Missbrauchs versucht die Bundesregierung mit der kürzlich in Kraft getretenen sogenannten Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung (BioSt-NachV) dem gegenzusteuern. Doch mit technischen Vorschriften lassen sich die Probleme im Regenwald von Südostasien, Südamerika und Afrika nicht beheben. Auch die in den Gebieten lebende Bevölkerung wird weiter ihrer Lebensgrundlagen beraubt, vertrieben und im Extremfall wie in Kolumbien sogar tausendfach ermordet werden.

      Rettet den Regenwald fordert von der Bundesregierung, das EEG sofort zu ändern und das Verbrennen von Palmöl, Sojaöl und vergleichbaren Brennstoffen nicht mehr zu fördern, sondern zu verbieten!
      Hauptherkunftsländer der deutschen Palmölimporte sind :
      Indonesien: 480.000 Tonnen pro Jahr
      Kolumbien: 120.000 Tonnen
      Malaysia: 100.000 Tonnen
      Papua Neuguinea: 75.000 Tonnen.

      Weitere 345.000 Tonnen wurden aus den EU-Ländern, vor allem den Niederlanden, importiert, die aber alle keine Anbauländer von Palmöl sind. Deutschland ist mit einem Anteil von 39 Prozent der größte Importeur von kolumbianischem Palmöl.

      Die Verbrennung von Palmöl und anderer pflanzlicher Biomasse wird durch das EEG üppig gefördert:

      Grundvergütung: 11,67 Cent
      Nachwachsende-Rohstoffe-Bonus (NaWaRo-Bonus): max. 6 Cent
      Kraftwärmekopplungs-Bonus (KWK-Bonus): 4 Cent
      Technologie-Bonus: 2 Cent

      Im schlimmsten Fall summiert sich die Förderung auf über 23 Cent pro erzeugter Kilowattstunde Strom und Wärme.

      regenwald.org/protestaktion.php?id=506
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Palmölplantagen vertreiben Elefanten, Elefanten vertreiben Dorfeinwohner



      70 wilde Elefanten haben auf Sumatra in Indonesien ein Dorf gestürmt und die Einwohner vorübergehend in die Flucht getrieben. Die bedrohten Elefanten verlieren durch Palmölplantagen ihren Lebensraum. (Berichte auf unserer Webseite).

      Europa ist mitverantwortlich für die Ausweitung der Palmölplantagen. In vielen Produkten zum Beispiel Kerzen, Margarine, Waschmittel ist Palmöl enthalten. Zusätzlich wurden in den vergangenen 3 Jahren rund 50 Prozent des in Deutschland verbrauchten Palmöls in Blockheizkraftwerken (BHKW) verbrannt, um Strom zu erzeugen.

      Rettet den Regenwald fordert ein sofortigen Stopp der Stromerzeugung mit Palmöl. 12.946 Menschen haben diese Forderung bereits unterstützt.

      Wenn Sie noch nicht unterschrieben haben: Bitte hier klicken und dann ausfüllen und absenden:

      regenwald.org

      fellbeisser.net/news/palmoelpl…orfeinwohner#SlideFrame_2
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Vattenfall verheizt den Regenwald und das Klima

      Liebe Freundinnen und Freunde des Regenwaldes,

      im Fernheizwerk Neukölln in Berlin werden zwei Blockheizkraftwerke mit Palmöl betrieben. Für die Produktion von Palmöl werden die Regenwälder gerodet, Menschen ihrer Lebensgrundlagen beraubt und das Klima massiv geschädigt.

      Hauptanteilseigner am Kraftwerk in Neukölln ist der Energieversorger Vattenfall. Bitte schreiben Sie an die Kraftwerksbetreiber und Vattenfall und bitten Sie, auf einen weniger schädlichen Brennstoff umzusteigen.

      fellbeisser.net/news/protestak…nd-das-klima#SlideFrame_2
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    • Biokraftstoffe sollen Nahrungspflanzen nicht mehr verdrängen



      Die weltweite Produktion von Biokraftstoffen kann einer Studie zufolge bis 2030 mehr als verdoppelt werden, ohne Anbauflächen für Nahrungsmittel zu verdrängen. Wie die Internationale Energieagentur (IEA) in Berlin erklärte, würden schon mit heutiger Technik nur zehn Prozent der Abfälle aus der Land- und Forstwirtschaft ausreichen, um vier Prozent des weltweiten Kraftstoffverbrauchs im Verkehrsbereich zu decken. Diesen Artikel weiter lesen
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      Dies entspreche 125 Milliarden Litern Diesel oder 170 Milliarden Liter Ethanol pro Jahr und würde damit einer Verdoppelung der Biokraftstoff-Produktion gleichkommen, hieß es in der IEA-Untersuchung. Biokraftstoffe decken demnach heute 1,7 Prozent des globalen Kraftstoffbedarfs im Verkehrssektor. Da sie meist aus Pflanzen wie Mais, Ölpalmen oder Raps hergestellt werden, steht ihre Herstellung in Konkurrenz zur Nahrungsmittel-Produktion und hat in den vergangenen Jahren die Kosten für Lebensmittel teils stark in die Höhe getrieben. Dies verschärfte in vielen Entwicklungsländern die Versorgungslage.

      Hinzu kommen laut IEA auch hohe Produktionskosten und relativ geringe CO2-Einsparungen heutiger Biokraftstoffe. "Wir brauchen einen Wechsel zu effizienteren Technologien, um den steigenden Biokraftstoff-Bedarf nachhaltig decken zu können", forderte der IEA-Direktor für Energiemärkte und Energiesicherheit, Didier Houssin. Um das Potenzial der Biokraftstoffe der sogenannten zweiten Generation voll zu erschließen, müssen der Studie zufolge die Schwellen- und Entwicklungsländer einbezogen werden, da dort ein Großteil der Agrar- und Forstabfälle anfällt. Biokraftstoffe der zweiten Generation sollen nicht mehr aus Nutzpflanzen selbst, sondern aus den Resten gewonnen werden, die bei der ersten Verarbeitung überbleiben.

      "Allerdings dürfen die Fehler bei der Entwicklung der ersten Generation von Biokraftstoffen nicht wiederholt werden", warnte Mike Enskat, Programmkoordinator für nachhaltige Energie bei der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), von der die Untersuchung finanziert wurde. Mit international vereinbarten Nachhaltigkeitsstandards für die Produktion von Biomasse und mit der Zertifizierung von Biokraftstoffen könne sichergestellt werden, dass sowohl ökologische als auch soziale Belange bei der Biokraftstoff-Produktion beachtet würden.

      Die IEA verwies in ihrer Studie darauf, das in einigen Ländern Abfälle aus Land- und Forstwirtschaft bereits als Dünger oder zum Heizen verwendet werden. Hier müsse deshalb eine Abwägung stattfinden, ob ein Ausbau der Biokraftstoff-Produktion sinnvoll sei.

      de.news.yahoo.com/2/20100209/t…hrungspflanz-c2ff8aa.html
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Nachhilfe für die EU: Ölpalmplantagen sind kein Wald!


      Ölpalmplantage - so stellt sich die EU einen Wald vor

      Es ist leider kein verspäteter Karnevalsscherz: Die EU arbeitet allen Ernstes an einem Papier, worin Ölpalm-Plantagen als Wald deklariert werden sollen. Damit will man offensichtlich die weltweiten Widerstände gegen Regenwaldrodung für Monokulturen vom Tisch wischen. Nach dem Motto: Es geht ja gar kein Wald verloren. Statt Regenwaldbäumen und unzähliger anderer Pflanzen wachsen dort eben Millionen Palmen Stamm an Stamm. So kann der Bürger mit reinem grünen Gewissen weiterhin Palmöl in Autotanks und Blockheizkraftwerke füllen.

      Tropische Regenwälder aber sind die Krone der Schöpfung – eine Lebensgemeinschaft, die einmalig ist auf der Welt. Tropenwälder geben der Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten der Erde Heimat und Nahrung – nicht zuletzt auch den Menschen, die den Urwald bewohnen. Sie haben ihn Jahrtausende genutzt, ohne ihn zu zerstören. Und die Urvölker wussten immer, dass die Wälder nicht nur Lebensraum und Speisekammer sind, sondern auch Klima- und Staubfilteranlagen, Sauerstofffabriken und Regenmacher. Wir alle sind auf die Regenwälder angewiesen.

      Dichter, vielfältiger Urwald umgab auch einst das Dayak-Dorf Tanah Putih auf Borneo. Bis vor sechs Jahren mächtige Palmöl-Konzerne die Wälder rund um das Dorf abholzten und Ölpalmen pflanzten. Nur eine kleine Waldinsel ist den Bewohnern von Tanah Putih geblieben. Sie ist eine kühle Oase der Artenvielfalt mitten in einem öden Meer von Ölpalm-Plantagen. Wer den Wald verlässt, irrt durch ein Labyrinth aus Sandwegen, die sich durch Abermillionen gleich alter, gleich hoher und genetisch identischer Bäume ziehen. Die Hitze zwischen den Palmen ist unerträglich, Erde und Flüsse sind verseucht durch Pesitzide und Herbizide. Ohne sie kommt keine Monokultur aus. Kein Tier kann hier Nahrung finden und überleben – auch nicht die Orang-Utans, die hilflos durch die Plantagen irren und versuchen, die Palmfrüchte zu fressen. Bis sie den Hackmessern der Plantagenarbeiter zum Opfer fallen.

      Mit Schuld an dieser Tragödie ist die Europäische Union: Sie hat, tatkräftig unterstützt von der Agrarindustrie, feste Beimischungsquoten festgelegt, um aus sogenannten nachwachsenden Rohstoffen unendlich viel grüne Energie für Europas Energiehunger zu erzeugen. Doch Landflächen zum Anbau der Pflanzen gibt es in Europa nicht genug. Deshalb wird immer mehr Agrosprit importiert: Aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Aber auch dort sind Anbauflächen knapp. Die Plantagen werden daher im Regenwald brandgerodet. Dort vergeben die Regierungen riesige Konzessionen und drücken beide Augen zu, selbst wenn geschützte Wälder für Plantagen geopfert werden.

      Seit Jahren gibt es dagegen massive Proteste aus aller Welt. Viel Zeit verstrich, bis die EU ihre Schuld daran erkannte und beschloss, zukünftig Agrosprit aus Regenwaldrodung für den europäischen Markt zu verbieten. Doch das wollen sich die Hersteller des Agrosprits, besonders die Palmölindustrie in Indonesien und Malaysia, nicht bieten lassen. Noch bevor die EU ihr Plantage-gleich-Wald-Papier verabschiedet hat, macht die indonesische Regierung bereits Nägel mit Köpfen. Der Forstminister hat ein Dekret vorgelegt, das Palmölplantagen zu Wäldern erklärt. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Regierung Pläne zur Expansion der Ölpalmplantagen von aktuell 8 Millionen Hektar auf 18 Millionen Hektar bis 2020 verkündet. Auch Malaysia arbeitet bereits mit diesem Trick. Nicht zufällig sind Indonesien und Malaysia die größten Palmöl-Exporteure der Welt. 85 % des Weltverbrauchs werden in diesen südostasiatischen Staaten produziert. Auch in punkto Korruption rangieren sie ganz oben.

      Im März will die EU-Kommission ihre Vorschläge dem EU-Ministerrat und -Parlament unterbreiten. Bitte schreiben Sie an die zuständigen EU-Kommissare und fordern Sie, sofort diese absurden Strategien und die gescheiterte EU-Agrospritpolitk zu beenden.

      regenwald.org/protestaktion.php?id=527
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    • Greenpeace kritisiert Anteil von Soja- und Palmöl in Diesel



      Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat den weiterhin hohen Anteil von Palm- und Sojaöl in Diesel-Kraftstoff kritisiert. Für die Herstellung dieser beigemischten Öle würden in Indonesien und Argentinien Urwälder gerodet und Plantagen angelegt, erklärte Greenpeace am Montag in Hamburg. Deutsche Autofahrer seien so an der Vernichtung von Urwäldern beteiligt.

      Herkömmlichem Diesel-Kraftstoff sind in Deutschland verpflichtend sieben Prozent Biosprit beigemischt. Greenpeace forderte deswegen, die ab 2011 hierzulande vorgeschriebenen Nachhaltigkeitskriterien für Biosprit nachzubessern.

      Greenpeace ließ Dieselkraftstoff an 55 Tankstellen in sechs Bundesländern untersuchen. Danach enthält der dem Diesel beigemischte Biosprit im Schnitt 25 Prozent Sojadiesel und zehn Prozent Palmöldiesel. Der Rest des Biosprits stamme aus Raps.

      Einen besonders hohen Anteil von Soja- und Palmöl ergaben die Tests laut Greenpeace bei Diesel von Aral und bei Shell. "Einheimische Rohstoffe sind teuer. Die Mineralölkonzerne greifen nach billiger Ware - die Vernichtung der Urwälder nehmen sie dabei wissentlich in Kauf", kritisierte die Wald-Expertin von Greenpeace, Corinna Hölzel.

      Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie betonte, Palm- und Sojaöl dürften ab 2011 nicht mehr von Regenwaldflächen kommen. Das wahre Problem seien die Nahrungsmittel- und die Kosmetikindustrie, für die es bislang keine verpflichtenden Nachhaltigkeitsregeln gebe, erklärte Geschäftsführer Elmar Baumann.

      Ab dem kommenden Jahr soll in Deutschland der Biosprit-Anteil im Benzin von fünf auf zehn Prozent steigen. Das hatte die Regierung vor einigen Tagen beschlossen. Sie will damit eine EU-Richtlinie umsetzen. Ebenfalls ab 2011 muss Biosprit ein Zertifikat über die nachhaltige Produktion haben.


      de.news.yahoo.com/2/20101101/t…teil-von-soj-c2ff8aa.html
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    • Studie belegt rapide Entwaldung Malaysias



      Amsterdam (dapd). In Malaysia wird der tropische Dschungel mit einem Tempo abgeholzt wie nirgendwo sonst in Asien. Das geht aus Satellitenfotos hervor, die für eine am Dienstag in Amsterdam veröffentlichte Studie gemacht wurden.

      Demnach ist das Tempo der Entwaldung in Malaysia dreimal so hoch wie in ganz Asien zusammen - und in den Sumpfwäldern im südlichen Sarawak sei es sogar noch höher, heißt es in der von der in den Niederlande ansässigen Organisation Wetlands International erstellten Studie.

      In Sarawak, dem größten malaysischen Staat auf der Insel Borneo, würden jährlich zwei Prozent des Regenwaldes abgeholzt - in den vergangenen fünf Jahren seien es zehn Prozent der Waldfläche gewesen. In ganz Asien seien es in demselben Zeitraum 2,8 Prozent gewesen. Das meiste gerodete Land wird zu Palmöl-Plantagen, hieß es weiter. Malaysia und Indonesien sind die größten Palmöl-Produzenten der Welt.

      In den malaysischen Mooren seien in den vergangenen fünf Jahren 353.000 Hektar Wald abgeholzt worden, das sei ein Drittel der Sümpfe. "Wir haben nie genau gewusst, was in Malaysia und Borneo passiert", sagte Wetlands-Sprecher Alex Kaat. "Nun sehen wir eine riesige Ausweitung (der Entwaldung) mit jährlichen Zahlen, die die Vorstellungskraft übersteigen."

      Die malaysischen Sumpfwälder sind Heimat einiger seltener Tierarten, darunter der Zwergelefant und das Sumatra-Nashorn. Es gibt dort auch eine einzigartige Vegetation.

      Indonesien, mit dem sich Malaysia Borneo teilt, hat versprochen, die Entwaldung auf seinem Gebiet zu verlangsamen.

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    • US Palmöl-Unternehmen ignoriert einstweilige Verfügung gegen Regenwaldabholzung in Kamerun



      Der US-Investor Herakles Capital will in Kamerun eine Palmölplantage errichten. Dafür plant er die Rodung von 70.000 Hektar Regenwald in einem der bedeutendsten Ökosysteme der Erde.


      Nun liegen SAVE Informationen vor, dass sich das ausführende Palmölunternehmen SG-SOC, eine hundertprozentige Tochter von Herakles Farms, mit allen Mitteln gegen die einstweilige Verfügung wehrt: Bereits vor wenigen Wochen kam es zu Verhaftungen auf der Plantage, weil SG-SOC entgegen dem richterlichen Beschluss weiter den Urwald gefällt hatte.
      Nun, so vermutet die Naturschutzorganisation, hat SG-SOC offenbar die kamerunische Justiz im Visier:
      Sowohl ein lokaler Umweltanwalt, als auch ein rechtlicher Vertreter der kamerunischen Partnerorganisation SEFE berichteten SAVE, dass Palmöl-Unternehmen den Richter, der die Verfügung erlassen hatte, massiv unter Druck setze.

      Der Umweltanwalt berichtet weiter, dass das Palmölunternehmen schon mehrfach beim kamerunischen Gericht beantragt hat, den besagten Richter abzusetzen, angeblich weil ihm Parteilichkeit vorzuwerfen sei. Des Weiteren, so der SAVE Wildlife Conservation Fund, erkläre SG-SOC das Urteil eigenmächtig für ungültig, die Argumente dafür sind nicht bekannt. Das Palmölunternehmen dränge angeblich auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen, diesmal mit einem anderen Richter und vor einem anderen Gericht.
      Gleichzeitig wurde der SAVE Wildlife Conservation Fund von Augenzeugen informiert, dass SG-SOC massive Lobbyarbeit in der lokalen Bevölkerung betreibe, die ebenfalls seit Monaten gegen Enteignung und Zerstörung ihres Lebensraums protestiert. Unternehmensvertreter zögen von Dorf zu Dorf und machten Negativpropaganda gegen die Naturschutzorganisationen, die - so der Vorwurf - die Unterentwicklung der Menschen zugunsten der Natur billigend in Kauf nähmen.

      Dem entgegnen die Naturschützer, dass die Menschen rund um den Korup Nationalpark seit Generationen von und mit dem Regenwald leben. Die geplante Palmplantage würde ihren Grund und Boden über Jahrzehnte mit Pestiziden und Herbiziden verseuchen, mit etwas Glück bekommen sie einen Arbeitsplatz zu Hungerlöhnen auf der Ölplantage, vom Verlust der Artenvielfalt des Regenwaldes ganz zu schweigen. Der SAVE Wildlife Conservation Fund hegt massive Zweifel, ob die Palmölplantage wirklich den versprochenen Fortschritt bringt. Viele der Regenwaldbewohner teilen diese Zweifel und haben große Hoffnung auf die einstweilige Verfügung gesetzt, die nun mit allen Mitteln unterwandert wird.

      Der SAVE Wildlife Conservation Fund wird sich weiter für die Rechte der Menschen in diesem Gebiet und für den Schutz der unersetzbaren Artenvielfalt stark machen. Um diesen Kampf auch finanziell zu stemmen, hofft er weiterhin auf Spendengelder.


      SAVE Wildlife Conservation Fund ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Wülfrath, die sich gezielt für die globale und nachhaltige Förderung des Natur- und Artenschutzes einsetzt. Hauptschwerpunkt sind bedrohte afrikanische Wildtiere.


      SAVE Wildlife Conservation Fund
      Lars Gorschlüter
      Dieselstrasse 70
      42489 Wülfrath
      l.gorschlueter@save-wildlife.com
      0178-3103344
      save-wildlife.com