Erlangen und FRANKEN

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    • Merkur.de 21.07.2016

      GEFIEDERTE KUNDSCHAFT

      Weil er Hunger hatte: Storch stakst in Apotheke

      Herzogenaurach - Kunden kommen und gehen. Ein ganz besonderer wird den Angestellten einer Apotheke aber mit Sicherheit in Erinnerung bleiben: Ein Storch, der auf der Suche nach Futter in ihren Laden kam.

      Ein ausgehungerter Storch hat sich in Herzogenaurach (Landkreis Erlangen-Höchstadt) in eine Apotheke verirrt. Der Jungvogel sei am Montag in der Mittagspause hereinspaziert gekommen, sagte Apothekerin Heike Wenisch am Donnerstag. Zuvor sei er bereits stundenlang an der Hauptstraße auf- und abgestakst. Die Apothekerinnen gaben dem Vogel Wasser mithilfe einer Gießkanne und verständigten einen Storchenexperten. Der Vogelkundler versorgte den ausgehungerten und durstigen Vogel und brachte ihn in den Tiergarten nach Nürnberg. Zuvor hatte über den Fall bereits der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet.

      Dem Storch hätten im rechten Flügel einige Handschwingen zum Fliegen gefehlt, berichtete Storchenexperte Michael Zimmermann. Wenn ein Jungstorch - etwa wegen des Wetters - langfristig unterkühlt ist, bilden sich diese Federn nicht heraus. Die ausgehungerten Jungvögel irrten dann oft an Straßen umher. „Wir haben den Fall in diesem Jahr schon ein dutzend Mal gehabt“, sagte Zimmermann. Spätestens nach einem Jahr wüchsen die Handschwingen aber nach.
      dpa
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      Antoine de Saint-Exupéry
    • Storchenjunges heißt 13/16

      Der Apotheken-Storch aus Herzogenaurach hat in der Tier-Auffangstation in Schwaig den Namen 13/16 bekommen. Er sei inzwischen wieder topfit, sagte Tierärztin Katrin Baumgärtner.
      Von: Ulrike Lefherz
      Stand: 22.07.2016

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      Kommentar und Interview

      Das Futter in der Außenstelle des Nürnberger Tiergartens in Schwaig habe er sehr gut angenommen, so die Tierärztin. Hier verbringe er seine Jugend, bis die fehlenden Schwungfedern nachgewachsen sind. In diesem Jahr ist er der 13. Storch, der in die Auffangstation gebracht wurde – deswegen der kryptische Name.

      "Unsere Findlinge bekommen keine Namen, sondern Nummern in der Reihenfolge wie sie zu uns kommen."
      Katrin Baumgärtner, Tierärztin

      Flug geht bisher nur bergab

      Weil dem Storch Schwungfedern fehlen, könne er bisher nur bergab fliegen, so die Tierärztin. Ziel ist es, den aufgepäppelten Storch wieder zurück in die Nähe der Elterntiere zu setzen. Sei das nicht möglich, werde er mit anderen Störchen zusammengebracht. Von ihnen soll er lernen, im Winter in wärmere Gefilde zu ziehen.
      "Wir wollen ja, dass die Störche wegziehen", so Baumgärtner. Der Storch war vorgestern hungrig und durstig in eine Herzogenauracher Apotheke spaziert.
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    • nordbayern.de 15.01.2017

      Massensterben droht: Sorge um Störche in der Region

      Veterinäramt verbietet die Fütterung mit Fischabfällen in frostigen Notzeiten - vor 11 Stunden

      ERLANGEN - Müssen Winterstörche in der Stadt Erlangen und im Landkreis Erlangen-Höchstadt bald verhungern? Diese Befürchtung hat Edmund Lenz, der sich seit 37 Jahren im Höchstadter Raum mit einigen Mitstreitern um die Vögel kümmert.

      Edmund Lenz schaut besorgt auf den Wetterbericht. Die kommende Woche soll wieder richtig kalt werden, und der Höchstadter Storchenvater befürchtet, dass seine Schützlinge das ohne Unterstützung von außen nicht überstehen. Er selbst kann sie nicht mehr vor dem Hungertod bewahren, denn das Veterinäramt hat ihm verboten, die Vögel auf den Aischauen bei Höchstadt mit Fischabfall zu füttern, wie er es in den vergangenen 37 Jahren getan hat.

      Der Grund? Das Veterinäramt möchte verhindern, dass sich Seuchen wie der Koiherpesvirus (KHV) im Aischgrund ausbreitet. "Die Krankheit im Nachhinein zu bekämpfen ist aufgrund der Weiherketten äußerst schwierig", teilt Hannah Reuter, Sprecherin des Landratsamt, mit.
      "Bioreaktor Vogelmagen"

      "Ich sehe auch völlig ein, dass es nötig ist, die Fischbestände und damit auch die Teichwirte zu schützen", sagt Edmund Lenz. Allerdings könne er nachweisen, dass von seiner Fütterung keine Gefahr ausgeht. "Wir verwenden nur tagesfrisches Futter aus Betrieben, die vom Veterinäramt überwacht und kontrolliert werden." Außerdem greifen Lenz und seine Leute nur in Notzeiten ein, zum Beispiel bei Dauerfrost oder hohen Schneelagen. "Die tiefen Temperaturen verhindern also eine Übertragungsproblematik", sagt der Storchenvater. In milden Wintern brauche es kein Extra-Futter. Einmal im Schnabel verschwunden, würden die Fischreste "im Bioreaktor Vogelmagen" bestens umgesetzt und seien beim Ausscheiden nicht mehr gefährlich. Reste an der Futterstelle würden entsorgt.

      Gemeinsam mit der Leiterin des Veterinäramts hatte Lenz schon im Dezember 2015 versucht, Lösungen zu finden. Die erarbeiteten Alternativen seien aber schlicht nicht umsetzbar, meint er. Es sei ihm zwar erlaubt, Mäuse und Laborratten zu verfüttern. Diese seien allerdings so teuer, dass Kosten in Höhe von mehreren zehntausend Euro entstünden, die das Amt nicht tragen möchte. Eine Sterilisation des Futters sei nur in zertifizierten Betrieben möglich. Dies bedeutet erheblichen Mehraufwand für Lenz und seine Mitstreiter, die für das Füttern ohnehin drei Stunden pro Tag aufbringen müssten.

      "Wir geben daher die diesbezüglich ehrenamtlich übernommene Verantwortung zurück und legen sie in die Hände der verantwortlichen Behörden", schreibt Lenz auf seiner Homepage und in einem Brief an Landrat Alexander Tritthart. "Es ist für uns unverständlich, warum der präventive Schutz der Teichwirtschaft über die Erhaltung von geschützten Vogelarten gestellt wird". Der Storchenvater wünscht sich, dass das Amt den Ermessensspielraum ausschöpft, den es bei allen Richtlinien gebe.

      "Füttern kann abhängig (und dumm) machen"

      Aber warum sollte der Mensch überhaupt eingreifen und Meister Adebar füttern, wenn er entschieden hat, den Winter über hier zu blieben? Dauerfrost mit tiefen Temperaturen ist für Störche kein Problem, solange sie ausreichend mit energiereichem Futter versorgt werden. "Fehlt die nötige Energiezufuhr und steigt der Energieverbrauch, werden die unterversorgten Vögel zunehmend schwächer, anfälliger gegenüber Krankheiten und verenden schließlich durch Verhungern", meint Edmund Lenz.

      Der Landesbund für Vogelschutz hingegen vertritt die Meinung, dass Störche sich auch in zu strengen Wintern selber helfen. Sie könnten auch mal eine Woche ohne Nahrung auskommen. "Füttern", heißt es in einer Broschüre, "kann abhängig (und dumm) machen".

      Lenz allerdings hat in 37 Jahren andere Erfahrungen gemacht. "Wegen der Fütterung haben wir es geschafft, dass die Bestände gestiegen sind", sagt er. Wie beispielsweise bei Rehen könne man die Nothilfe einstellen, wenn wieder ausreichend Tiere vorhanden seien. "Dafür ist es aber noch zu früh." Und deshalb befürchtet Lenz, dass er bald auf der Homepage storchennest-hoechstadt.de erste Todesfälle melden muss.

      CLAUDIA FREILINGER
      Viele Grüße von
      Brit

      „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

      Antoine de Saint-Exupéry