Komitee gegen den Vogelmord e.V.

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    • Vogelschutz-Newsletter 5/2021

      Liebe Natur- und Tierfreunde,
      im Gegensatz zu letztem Frühjahr, in dem uns Corona kalt erwischt und unsere Auslandseinsätze äußerst kompliziert gemacht hat, haben wir es mit der entsprechenden Vorbereitung in diesem Frühling geschafft, fast wieder mit voller Kraft in den Brennpunkten der Wilderei zu arbeiten. Hier ist ein kurzer Überblick zum Stand der Dinge:

      Zypern: Hohe Strafen für Wilderer
      Auf Zypern geht das Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord in die dritte Woche. Unsere Teams stellen eine deutliche Zunahme der Wilderei mit Leimruten fest – so viel aktive Fangstellen wie in diesen Tagen haben wir seit fünf Jahren nicht mehr gefunden. Gleichzeitig sind aber die Strafen so hoch, wie noch nie: 10 der 11 bislang von uns erwischen Vogelfänger müssen zwischen 8.000 und 9.500 € Geldstrafe zahlen – so viel wie nirgends in der EU!

      Italien: Frühlingsaktionen beginnen an diesem Wochenende
      Nachdem wir im März und April bereist mehrere kleine Aktionen in Norditalien durchgeführt haben, beginnen am morgigen Samstag die Vogelschutzcamps in Süditalien. Hier werden auf den Inseln und an der Küste Kampaniens die spät durchziehenden Braunkehlchen und Steinschmätzer bis heute mit Schlagfallen gefangen.
      Einen tollen Bericht über unsere Arbeit in Norditalien hat der Guardian – eine der renommiertesten Zeitungen der Welt – veröffentlicht:
      theguardian.com/environment/20…uWswdKmQdQCh7TfDhazjOhL24

      Malta: Erfolgreicher Einsatz gegen Turteltaubenjäger
      Auf Malta endet heute die nach EU-Recht illegale Frühlingsjagd auf Wachteln. Wie zu erwarten war, haben die Jäger die Gelegenheit, legal mit der Waffe im Gelände sein zu können, ausgiebig für die Wilderei genutzt. Ein Komitee-Team hat alleine in den letzten Tagen vier Wilderer bei der illegalen Jagd auf Turteltauben und Turmfalken erwischt. Ein kurzes Beweisvideo dazu haben wir vorgestern veröffentlicht. Sie finden es hier:
      youtube.com/watch?v=P-Hy2sitRkQ

      Artenschutzkriminalität: Komitee filmt Vogelfänger im Münsterland
      Die Fälle illegaler Greifvogelverfolgung in Deutschland nehmen weiter zu. In Niederbayern unweit Straubing haben Komitee-Mitarbeiter einen mutmaßlich vergifteten Mäusebussard gefunden, in Niedersachsen bei Osnabrück einen Habichtfangkorb bei einem Taubenhalter. Ebenfalls on Niederbayern gelang uns der Fund einer illegalen Biberfalle, in Kooperation mit dem örtlichen LBV konnte der mutmaßliche Täter ausfindig gemacht werden. Ein frisch gefangener Biber wurde unversehrt befreit. Im Münsterland (Nordrhein-Westfalen) haben wir einen Berufsjäger dabei erwischt, wie er illegal Elstern mit einer Falle fangen wollte. Das Video, wie wir den Mann in seinem Jagdrevier zur Rede stellen, haben wir heute veröffentlicht – es lohnt sich, mal reinzuschauen:
      youtube.com/watch?v=OwK33rbtGqg
      Aktuelle Informationen gibt es wie immer in unserem Vogelschutz-Blog unter
      komitee.de/de/service/vogelschutz-blog/

      Beste Grüße und schönes Wochenende, Alexander Heyd
      -- Alexander Heyd (Geschäftsführer/CEO)
      Komitee gegen den Vogelmord e.V.Committee Against Bird Slaughter (CABS)BundesgeschäftsstelleAn der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Germany
      Tel.: +49 228 66 55 21Fax : +49 228 66 52 80Email: komitee@komitee.de
      Website (deutsch): www.komitee.de Website (english): www.komitee.de/en/homepageFacebook (deutsch): www.facebook.com/Komitee.CABSFacebook (english): www.facebook.com/CABS2011Twitter: twitter.com/cabs_reports
      Viele Grüße von
      Brit

      „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

      Antoine de Saint-Exupéry
    • Liebe Natur- und Tierfreunde,
      der Sommer ist unsere ruhigste Zeit im Jahr – die Wilderei beschränkt sich in der Regel auf die Zugzeit im Frühling und Herbst oder die Überwinterung bestimmter Vogelarten im Mittelmeerraum. Dennoch haben wir alle Hände voll zu tun:

      Deutschland: Weihenschutz im Rheinland
      Wiesen- und Rohrweihen sind Bodenbrüter - sie bauen ihre Nester in Schilfbeständen und Wiesen. Sollten sie jedenfalls. Wenn die Greifvögel aus ihrem afrikanischen Winterquartier zurückkehren, hat aber die Gerste auf den Äckern genau die richtige Höhe, um den Weihen als besonders attraktives Habitat zu erscheinen. So bauen sie ihre Nester in den Getreidefeldern. Wenn Anfang Juli die Ernte beginnt, sind die Jungen noch nicht flügge und landen im Mähdrescher. Seit fast 15 Jahren hat das Komitee gegen den Vogelmord in der Zülpicher Börde zwischen Köln und Aachen ein Weihenprojekt, bei dem die Nester gesucht und zusammen mit den Landwirten, Behörden und Biologischen Stationen geschützt werden. Mit dem Einsatz einer Drohne können die Nester exakt lokalisiert werden, ohne die Tiere zu sehr zu stören. Aktuell haben wir 6 Paare der Rohrweihe und eines der weitaus selteneren Wiesenweihe gefunden. Vier Nester liegen in Gerste- und Triticalefeldern – die Landwirte sind bereits informiert.

      Zypern: Aktion gegen Bodennetze
      Ein Team des Komitees gegen den Vogelmord kontrolliert aktuell Bodennetze im Südosten Zyperns. Hauseigentümer verwenden die hauchfeinen Gespinste, um Schlangen und andere Reptilien von ihren Grundstücken fernzuhalten. Sie sind eine tückische Todesfalle für Tiere aller Art - neben Schlangen und Eidechsen verheddern sich vor allem Vögel. Sie sterben elendig, denn die Besitzer kontrollieren die Installation praktisch nie. Nicht selten finden sich die Skelette dutzender geschützter Tiere in den rücksichtslos ausgelegten Netzen. Bei den Kontrollen wurden neben mehreren Zornnattern, Eidechsen und einem Chamäleon auch eine Schleiereule aus den Netzen gerettet. Mit einer Dokumentation über die Funde in den Bodennetzen wollen wir die Regierung Zyperns dazu bewegen, diese Methode zu verbieten. Die lokalen Medien haben das Thema bereits aufgegriffen und über den Fund der Schleiereule berichtet – ein guter Start für diese Kampagne!

      Libanon: Vogelfänger erwischt
      Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung ist es unseren Kollegen von MESHC und SPNL gelungen, einen Wilderer bei Hammana zu erwischen. Der Mann hatte in dem Ort im Libanongebirge östlich der Hauptstadt Beirut ein Schlagnetz aufgebaut und Vogelleim in Verwendung. Ziel des Täters war offenbar der Fang von Stieglitzen, die fast überall im Mittelmeerraum beliebte Käfigvögel sind. Gegen den Vogelfänger wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Die Strafen liegen bei maximal 500.000 libanesischen Pfund (etwa 280 €) sowie bis zu einem Monat Gefängnis.

      Planungen für die Sommereinsätze
      Unterdessen laufen die Planungen für unsere Vogelschutzeinsätze im bevorstehenden zweiten Halbjahr. Neben mehreren Recherchefahrten jetzt im Sommer haben wir schon ab Mitte August die ersten Vogelschutzcamps auf Malta (Fang von Watvögeln mit Schlagnetzen) sowie in Italien (Abschuss von Grasmücken in Kalabrien und Fang von Trauerschnäppern mit Schlagfallen in der Lombardei) auf dem Programm.
      In unserem Vogelschutz-Blog auf der Komitee-Internetseite finden Sie auch in der etwas ruhigeren Zeit im Sommer regelmäßig aktuelle Infos über unsere Arbeit – schauen Sie mal rein:
      komitee.de/de/service/vogelschutz-blog/
      Beste Grüße und schönes Wochenende, Alexander Heyd
      --
      Alexander Heyd
      (Geschäftsführer/CEO)

      Komitee gegen den Vogelmord e.V.
      Committee Against Bird Slaughter (CABS)
      Bundesgeschäftsstelle
      An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Germany

      Tel.: +49 228 66 55 21
      Fax : +49 228 66 52 80
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      Website (deutsch): komitee.de
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      Viele Grüße von
      Brit

      „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

      Antoine de Saint-Exupéry
    • Vogelschutz-Newsletter 8/2019

      Liebe Natur- und Tierfreunde,

      wir melden uns mit einer guten Nachricht aus Frankreich und dem Ausblick auf unsere ersten Vogelschutzcamps des 2. Halbjahres aus unserer kleinen Sommerpause zurück.

      Vogelfang in Frankreich vor dem Aus?

      In Frankreich bahnt sich eine Sensation an: Erst vor wenigen Monaten hat der Oberste Gerichtshof Frankreichs die Verwendung von Leimruten, die trotz Verbotes durch die EU-Vogelschutzrichtlinie in der Provence immer noch erlaubt waren, untersagt. Im Juni hatte das Gericht in zweiter Instanz das Urteil bestätigt - der Vogelfang mit Leimruten ist damit endgültig vorbei.

      Nun hat das gleiche Gericht nachgelegt und eine wahrhaft unglaubliche Entscheidung gefällt: Die Richter haben sämtliche Vogelfang-Genehmigungen des Landes für nicht EU-konform eingestuft und verboten. Das betrifft die brutalen Steinquetschfallen (Cevennen) und Rosshaarschlingen (Ardennen) ebenso wie Schlagnetze (Champagne und Biskaya). Für alle diese überall in der EU seit Jahrzehnten verbotenen Fangmethoden hatte Frankreich großzügige Ausnahmegenehmigungen erlassen. Nun stehen diese "alten Jagdtraditionen" vor ihrem endgültigen Aus.

      Zum Feiern ist es aber noch zu früh, denn es bleibt abzuwarten, wie die Regierung in Paris mit dem Urteil des Obersten Gerichtshofs umgeht. Klar ist aber: Wenn die Fanggenehmigungen nicht mehr erneuert werden, hat dies eine Signalwirkung für alle anderen EU-Mitgliedsstaaten!

      Einsätze in Italien starten

      Der Vogelzug hat bereits begonnen! Nicht nur Limikolen, Mauersegler und Kuckucke sind schon auf dem Weg nach Süden, auch Trauerschnäpper und Gartenrotschwänze sind aufgebrochen.

      Am vergangenen Wochenende haben die ersten Kontrollen in den Fanggebieten Norditaliens begonnen – hier stellen Wilderer ab Mitte August Schlagfallen und Netze auf. Noch wurden keine aktiven Fangstellen gefunden, aber manche Stellen sind bereits vorbreitet. Ab kommendem Wochenende verstärken wir die Kontrollen, am 21. August startet dann unser erstes Vogelschutzcamp in Brescia. Nur eine Woche später geht es auf Zypern los.

      Fernsehtipp Sonntag 15. August

      Das beliebte WDR-Magazin "Tiere suchen ein Zuhause" berichtet am Sonntag (15.8.) ab 18 Uhr über das Komitee gegen den Vogelmord. Autorin Christiane von Schwindt stellt die Arbeit unseres Pressesprechers Axel Hirschfeld vor, der seit 20 Jahren unsere Vogelschutzcamps auf Malta und seit einigen Jahren auch im Libanon organisiert. Wer den Beitrag online sehen möchte, kann dies auch schon vorab in der Mediathek des WDR tun:

      www1.wdr.de/mediathek/video/se…egalen-vogelfang-100.html

      Vogelschutz-Blog

      Mit dem Beginn der Aktionen wird es auch wieder mehr Informationen in unserem Vogelschutz-Blog auf der Komitee-Internetseite geben. Wenn Sie einen Bogen um die sozialen Medien machen, finden Sie alle aktuellen Infos auch hier: komitee.de/de/service/vogelschutz-blog/

      Beste Grüße, Alexander Heyd

      Alexander Heyd

      (Geschäftsführer/CEO)



      Komitee gegen den Vogelmord e.V.

      Committee Against Bird Slaughter (CABS)

      Bundesgeschäftsstelle

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      Viele Grüße von
      Brit

      „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

      Antoine de Saint-Exupéry
    • Liebe Natur- und Tierfreunde,
      der Vogelzug lässt nach und die meisten unserer heimischen Zugvögel haben mittlerweile ihre Winterquartiere erreicht. Damit sind auch die großen Vogelschutzcamps in Italien und im Libanon abgeschlossen, während einige Aktionen auf Malta, Zypern und Spanien noch bis Dezember weiterlaufen. Anbei einige kurze Zwischenberichte von den einzelnen Einsätzen:

      Zwei Inseln als Vogelfalle – Chaos auf Malta
      Durch das angebliche „Forschungsprojekt“ des maltesischen Jagdverbandes (FKNK) und der Regierung wird aus Malta und Gozo, unter dem Deckmantel der Wissenschaft, eine einzige riesige Vogelfalle. Um dieses Trojanische Pferd, dessen einziger Grund der Schutz der Vogelwilderei ist, zu entlarven, haben Mitarbeiter des Komitees in den letzten Wochen intensiv auf der Mittelmeerinsel recherchiert. Dabei wurde ein Mann beim illegalen Fallenstellen erwischt, keine 24 Stunden nachdem er wegen Wilderei verurteilt wurde. In einem anderen Fall wurde eine riesige Fanganlage mit Netzen mitten in einem "Jagdschutzgebiet" der FKNK gefunden. Die Fangstelle war von einem drei Meter hohen Stacheldrahtzaun umgeben und wurde mit Wachhunden bewacht. Die von uns gerufene Umweltpolizei EPU nahm noch vor Ort ein Wilderer-Duo fest. Seit Mitte September haben Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord insgesamt 60 Fälle von illegalem Vogelfang an die maltesische Polizei gemeldet. Es wurden darauf mindestens 25 Täter identifiziert und 211 lebende Vögel beschlagnahmt – darunter Kernbeißer, Bluthänflinge, Buchfinken, Grünfinken, Stieglitze, Lerchen und Girlitze. Die abgebauten Fangmaterialien der Vogelfänger hatten einen Wert von mehreren Tausend Euro. Angesichts der massiven Verstöße fordert das Komitee die maltesische Regierung dringend auf, das umstrittene Projekt zu stoppen und die gesetzlich festgelegten Mindeststrafen für den illegalen Vogelfang zu erhöhen.
      Unsere neueste Pressemeldung finden Sie hier: komitee.de/de/aktuelles/presse…der-cabs-replies-to-fknk/

      Zypern: Brutaler Übergriff auf Komitee-Aktivisten
      Am Abend des 04. November kam es in Avgorou zu einem schweren und gewalttätigen Angriff, als sich drei maskierte Vogelfänger auf einen italienischen Komitee-Aktivisten stürzten und ihn durch Tritte und Schläge bewusstlos prügelten. Kurz zuvor hatte unser Mitarbeiter in der Nähe drei illegale Fangnetze entdeckt und die Jagdaufsicht um Unterstützung gebeten. Während er jedoch auf das Eintreffen der Beamten wartete, wurde er von einem Auto ohne Kennzeichen verfolgt und anschließend von drei mit Sturmhauben maskierten Fallenstellern angegriffen. Nach wiederholten Schlägen auf den Kopf und Körper stürzte der Aktivist zu Boden und wurde so lange getreten, bis er regungslos liegen blieb. Die kurze Zeit später eintreffenden Jagdaufseher brachten ihn sofort ins Krankenhaus gebracht, wo er wegen einer Gehirnerschütterung behandelt und an der Stirn genäht werden musste. Das Komitee gegen den Vogelmord hat eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Identifizierung der Angreifer führen. In diesem Herbst verzeichneten unsere Teams eine Rekordzahl an Fällen des illegalen Vogelfangs auf Zypern. Trotz länger Nächte, Schlaflosigkeit, Verfolgungsjagden, Morddrohungen und körperlichen Einschüchterungen konnten wir bisher 57 Vogelfängern das Handwerk legen. Dabei wurden 1817 Leimruten beschlagnahmt und mehr als 1340 geschützte Vögel gerettet.
      Anbei ein Artikel aus der zypriotischen Tagespresse, die umfangreich über unsere Arbeit und die Attacke berichtet hat: knews.kathimerini.com.cy/en/ne…-heads-to-house-committee

      Abschlussbericht vom großen Vogelschutzcamp in Italien
      Nach fünf Wochen ist im November das große Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord in der norditalienischen Provinz Brescia zu Ende gegangen. Insgesamt wurden 34 Wilderer überführt: An 24 aktiven Fangstellen konnte die Polizei nach unseren Hinweisen 15 Vogelfänger auf frischer Tat stellen – 20 Netze, 198 Schlagfallen und 105 Bogenfallen wurden beschlagnahmt. Dazu kommen 19 Jäger, die nach unseren Recherchen bei der illegalen Vogeljagd erwischt wurden – sie hatten vor allem streng geschützte Buch- und Bergfinken, Erlenzeisige, Fichtenkreuzschnäbel, Heidelerchen, Rohrammern und Wiesenpieper geschossen. Rund 50 lebende Lockvögel (überwiegend Drosseln) und fast 240 geschossene Vögel wurden sichergestellt. Während die Wilderei mit der Flinte augenscheinlich zunimmt, geht die Fallenstellerei, wie schon seit Jahren, immer mehr zurück. Die 15 während des Vogelschutzcamps überführten Vogelfänger sind ein neuer Tiefstand – vor zehn Jahren waren es noch mehr als 50!

      Reportagen zum Vogelfang in Deutschland
      Viele denken beim illegalen Vogelfang an den Mittelmeerraum, dabei wird schnell vergessen, dass auch in Deutschland der Fang von Singvögeln noch immer weit verbreitet ist. Besonders die Finken, darunter Stieglitze, Buchfinken, Gimpel, Grünfinken, Zeisige und Girlitze stehen im Fokus der Vogelfänger. In den letzten Wochen sind gleich zwei Reportagen im Deutschlandfunk und dem GEO-Magazin erschienen. Komitee-Sprecher Axel Hirschfeld berichtet über aktuelle Fälle und Probleme mit dem Artenschutzvollzug in Deutschland. Reinlesen oder anhören ist unter den folgenden Links möglich:
      Deutschlandfunk (Text und Audio): deutschlandfunk.de/wilderei-un…egaler-vogelfang-100.html
      GEO-Magazin (Text): geo.de/natur/tierwelt/in-deuts…DoYjycFN6LdQ-_GXusNpbQggs

      Libanon – Studie zeigt das Ausmaß der illegalen Jagd im Libanon
      Fang und Abschuss im Libanon kosten jedes Jahr Millionen europäischer Zugvögel das Leben. Um zu untersuchen, welche Populationen besonders betroffen sind, haben Biologen im Auftrag des Komitees 570 Wiederfunde von in Europa beringten und im Libanon getöteten Zugvögeln statistisch ausgewertet. Zur Verfügung gestellt wurden die Daten von EURING, der Dachorganisation aller europäischen Vogelwarten. Die mit Abstand meisten Vögel (68% aller Funde) stammen aus Finnland, Schweden, Deutschland, Israel und Tschechien. Insgesamt liegen Wiederfunde aus 28 verschiedenen Ländern vor. Die Liste der als geschossen zurückgemeldeten Vögel wird angeführt von Mönchsgrasmücken (103 Nachweise), Gartengrasmücke (61); Weißstorch (57) und Rotdrossel (17), enthält aber auch zahlreiche in ihren Herkunftsländern bedrohte Arten wie Schreiadler, Wendehals, Neuntöter, Wespenbussarde oder Schwarzstorch.
      Die Studie wurde in der Zeitschrift „Sandgrouse“ der Ornithologischen Gesellschaft des Nahen Ostens (OSME) publiziert und kann unter dem Link heruntergeladen werden (auf Englisch) komitee.de/media/2022_the_inte…in_lebanon_sandgrouse.pdf

      Wie immer werden wir auf unserer Website und in den Sozialen Medien über die Fortschritte der Aktionen berichten.
      Lloyd Scott, Alexander Heyd und das Komitee-Team
      Komitee gegen den Vogelmord e.V.
      Committee Against Bird Slaughter (CABS)
      Bundesgeschäftsstelle
      An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Germany
      Viele Grüße von
      Brit

      „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

      Antoine de Saint-Exupéry
    • Liebe Natur- und Tierfreunde,

      das Jahr 2021 neigt sich dem Ende entgegen und wie erwartet hat das Corona-Virus die Welt wieder in Atem gehalten. Umso erfreulicher ist, dass wir trotz aller Schwierigkeiten in diesem Jahr wieder in allen Einsatzgebieten in gewohnter Stärke und über die gesamte Vogelzugsaison im Einsatz waren. Auch die Resultate bzw. die Statistik aller in diesem Jahr bei unseren Vogelschutzcamps beschlagnahmten Vogelfallen, verhafteten Wilderern und befreiten Vögeln können sich durchaus sehen lassen.


      Tätigkeitsbericht 2021

      In diesem Jahr hat das Komitee gegen den Vogelmord trotz der Pandemie insgesamt 26 Vogelschutzcamps mit mehr als 142 Teilnehmern in sieben Ländern durchgeführt. Nach der Auswertung aller Einsätze, Camps und Aktionen haben unsere Aktivisten und Mitarbeiter insgesamt 6.151 Vogelfallen, 255 Netze und 244 elektronische Lockgeräte abgebaut bzw. unschädlich gemacht. 268 Wilderer (und Vogelhändler) wurden überführt und über 2.300 Vögel lebend befreit. Mit dem in diesen Tagen auf unserer Internetseite veröffentlichten Tätigkeitsbericht geben wir einen Überblick über unsere Aktivitäten im Jahr 2021: Die im Vergleich zu den Vorjahren sehr hohe Anzahl an überführten Wilderern ist zum einen auf die in diesem Jahr besonders hohe "Erfolgsquote" unserer Teams auf Malta und Zypern und zum anderen auf die Ausweitung unserer Aktionen in Spanien zurückzuführen. Unseren Tätigkeitsbericht finden Sie hier: komitee.de/de/service/taetigkeitsbericht/


      Abschlussbericht vom Vogelschutzcamp auf Zypern

      Das große Vogelschutzcamp auf Zypern ist Anfang Dezember zu Ende gegangen. Leider waren in diesem Herbst sowohl der illegale Vogelfang als auch die Jagd mit illegalen elektronischen Lockgeräten weiter verbreitet als je zuvor. Seit Anfang September waren 15 Naturfreunde aus allen Teilen Europas auf Zypern aktiv, um so viele Vögel wie möglich zu retten. Trotz schlafloser Nächte, Beschimpfungen, Verfolgungsjagden und mehreren tätlichen Angriffen haben unsere Teams insgesamt 199 Verstöße angezeigt. Dabei wurde eine Rekordzahl von 61 Wilderern überführt (46 Fallensteller und 15 wegen der Jagd auf geschützte Arten). Zusätzlich sind 1.893 Leimruten, 110 Netze und 107 elektronische Lockgeräte beschlagnahmt sowie 1.359 Grasmücken, Nachtigallen, Rohrsänger und andere Zugvögel lebend aus Fallen befreit worden. Zur Zeit bereiten wir einen weiteren Einsatz gegen den Fang von überwinternden Drosseln auf Zypern vor. Die Aktion startet in den nächsten Tagen und dauert bis Ende Januar.


      Abschlussbericht vom Vogelschutzcamp in Spanien

      Als wichtiges Durchzugs- und Überwinterungsgebiet auf der Westlichen Zugroute ist Spanien für den Vogelschutz von internationaler Bedeutung. Aus diesem Grund hat das Komitee sein Engagement auf der Iberischen Halbinsel in den letzten Jahren deutlich verstärkt. In diesem Jahr waren wir erstmals in gleich drei Regionen - Katalonien, Valencia sowie an der Straße von Gibraltar - im Einsatz. Nach Hinweisen durch das Komitee konnten lokale Polizeieinheiten und Naturschutzbehörden insgesamt 23 Wilderer überführen. Bei den Aktionen sind 11 Netze, 212 Fallen, 14 elektronische Lockanlagen und fast 2.800 Leimruten beschlagnahmt worden. 167 lebende Vögel (vor allem Finken und Grasmücken sowie Laub- und Rohrsänger) und über 60 tote Vögel (hauptsächlich Drosseln) wurden sichergestellt. Ein Großteil der kontrollierten Fangstellen geht auf das Online Vogelschutzcamp 'ORPHEUS' zurück. Das Projekt wurde vom Komitee während des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr durchgeführt. Über 200 Personen aus ganz Europa hatten uns bei der Suche nach Fangplätzen auf Satellitenbildern unterstützt.


      Biberfänger in Bayern verurteilt

      Vor dem Amtsgericht Landau a. d. Isar musste sich Ende November ein 73jähriger Jäger wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz verantworten. Der Vorsitzende Richter sah es als erwiesen an, dass der Mann im April 2021 bei Tunzenberg (Landkreis Dingolfing-Landau, Bayern) in seinem Jagdrevier eine illegale Lebendfalle unmittelbar neben dem Bau eines Bibers aufgestellt und ein Tier damit gefangen hatte. Dafür wurde der Mann zur Zahlung einer Geldstrafe von 3000 Euro (30 Tagessätze zu je 100 Euro) verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Aufgeflogen war die Tat, nachdem Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord das Revier des Mannes nach einem Hinweis durchsucht und die Falle entdeckt hatten. Bei der anschließenden Überwachung des Fangplatzes durch Mitglieder der LBV Kreisgruppe Straubing-Bogen konnte der Jagdpächter als Verdächtiger ermittelt und ein gefangener Biber befreit werden
      .

      Ohne Ihre Unterstützung geht es nicht

      Ohne Ihre Hilfe wären unsere Aktionen im Mittelmeerraum und Deutschland nicht möglich. Reisekosten, Mietwagen, Unterkünfte und Ausrüstung finanzieren wir ausschließlich über Ihre Spenden. Wir würden uns deswegen freuen, wenn Sie unsere Einsätze und Kampagnen auch künftig weiter fördern würden! Wie es geht, lesen Sie hier: www.komitee.de/de/spenden/


      Vielen Dank, schöne Weihnachtstage und ein einen guten Start ins neue Jahr 2022 wünschen,

      Alexander Heyd, Lloyd Scott und das gesamte Komitee-Team

      Komitee gegen den Vogelmord e.V.
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      Viele Grüße von
      Brit

      „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

      Antoine de Saint-Exupéry
    • Liebe Natur- und Tierfreunde,

      der Frühling steht vor der Tür und in unserer Geschäftsstelle laufen die Vorbereitungen für unsere nächsten Vogelschutzcamps. Geplant sind Einsätze in Süditalien (April und Mai), Spanien (März), Malta (März bis Mai), Zypern (April) und dem Libanon (Ende März bis Mitte April). Schwerpunkt der Einsätze ist die Bekämpfung der illegalen Frühlingsjagd sowie die Überwachung des Durchzuges bedrohter Zugvögel wie Schreiadler und Turteltauben. Dabei arbeiten wir wie immer eng mit unseren einheimischen Partnern und den lokalen Behörden zusammen. Wie erfolgreich wir dabei sind, zeigen neueste Auswertungen aus Zypern:


      Zypern: Statistik zeigt besondere Rolle des Komitees bei der Bekämpfung der Wilderei

      Zwischen August und Oktober 2021 wurden von der Polizei in der Republik Zypern insgesamt 66 Verfahren wegen illegalen Vogelfangs in den Regionen Larnaca und Famagusta sowie in der britischen Militärzone Dhekelia eingeleitet: Die Jagdaufseher leiteten zusätzlich 57 Verfahren ein, dabei wurden 1.883 Leimruten und 83 Netze beschlagnahmt. Von der britischen Militärpolizei wurden zusätzlich neun Verfahren eingeleitet sowie zehn Leimruten und 26 Fangnetze sichergestellt. In beiden Gebieten gehen zwischen 65 und 78 Prozent aller von den Behörden beschlagnahmten Leimruten und Netze auf Anzeigen unserer Teams zurück. Ähnlich sieht es bei den eingeleiteten Strafverfahren aus. Hier basieren zwischen 55 und 65 Prozent auf der direkten Vorarbeit des Komitees.


      Vogelfänger täuscht Angriff vor und landet selbst auf der Anklagebank

      Im Februar 2022 hat ein Gericht im norditalienischen Brescia die Klage eines Jägers abgewiesen, der behauptet hatte, er sei bei einer Kontrolle im Jahr 2020 von den Beamten der Forstpolizei angegriffen worden. Stattdessen eröffnete das Gericht nun ein Verfahren gegen den Mann wegen Vortäuschung einer Straftat und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Ausgelöst wurde der Polizeieinsatz durch eine Anzeige des Komitees gegen den Vogelmord, dessen Mitglieder in der Jagdhütte des Mannes im Herbst 2020 zahlreiche geschützte Vögel entdeckt hatten. Darauf führte die Anti-Wildereieinheit der Forstpolizei eine Razzia bei dem Verdächtigen durch, der jedoch andere Jäger zur Hilfe rief, um den Beamten den Zutritt zu seiner Jagdhütte zu verwehren. Anschließend behauptete der Mann, er sei von den Polizisten angegriffen worden. Das Komitee begrüßt die Entscheidung des Gerichts und hat die Forstpolizei aufgefordert, ihren Einsatz gegen den Vogelfang in den Tälern der Provinz Brescia fortzusetzen.


      Was ist eine Turteltaube wert?

      Oder andersherum gefragt: Was für eine Strafe ist angemessen für jemanden, der eine Turteltaube tötet? Ein Strafgericht auf Malta hat diese Frage im Februar 2022 für sich beantwortet und einen Jäger für den illegalen Abschuss einer Turteltaube zu einer Geldstrafe von 1.000 Euro verurteilt. Außerdem wurde der Jagdschein des Mannes für zwei Jahre eingezogen. Richterin Dr. Elaine Mercieca sah es als erwiesen an, dass der Mann am 20. April 2020 in der Nähe der Ortschaft Selmun eine Turteltaube zur Schonzeit erlegt hatte. Zentrales Beweismittel war ein vom Komitee gegen den Vogelmord erstelltes Video, dass den Abschuss zeigt. Das Komitee begrüßt das Urteil, auch wenn die Strafe von vielen sicher als zu niedrig empfunden wird. Grund ist, dass es sich nach maltesischem Recht "lediglich" um ein Schonzeitvergehen handelt und nicht um den Abschuss einer streng geschützten, ganzjährig geschonten Art.


      Helfen Sie den Zugvögeln mit einer Spende!

      Für die Arbeit gegen gut organisierte, bewaffnete und häufig auch gewaltbereite Wilderer braucht man Mut, Fachwissen und Durchhaltevermögen. Die Teilnehmer unsere Vogelschutzcamps bringen alles das mit. Allerdings bezahlen diese Eigenschaften keine Reisekosten, Benzin, Fahrzeuge, Unterkünfte oder Equipment. Mit Ihrer Spende können Sie unsere Einsätze in den Hochburgen der Wilderei direkt unterstützen.Schon mit ein paar Euro können Sie dazu beitragen, dass mehr Fallen unschädlich gemacht, mehr gefangene Tiere befreit und mehr Wilderer vor Gericht gebracht werden
      komitee.de/de/spenden/

      Bleiben Sie während unserer Frühlingseinsätze auf dem neusten Stand und besuchen Sie unsere Webseite www.komitee.de oder unsere Facebookseite oder folgen Sie uns auf Twitter und Instagram unter @CABS_REPORTS.

      Vielen Dank und bleiben Sie in diesen Zeiten stark,

      Lloyd Scott, Alexander Heyd und das Komitee-Team
      Komitee gegen den Vogelmord e.V.Committee Against Bird Slaughter (CABS)
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      Email: komitee@komitee.de
      Viele Grüße von
      Brit

      „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

      Antoine de Saint-Exupéry