Biosprit

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    • Philippinen stellen Biosprit in Frage
      Kritiker sehen Gefahr für Lebensmittelproduktion / Präsidentin Arroyo will Reisanbau zusätzlich fördern
      Rodolfo Biazon brachte seinen Standpunkt in zehn Wörtern auf den Punkt: „Ich kann Reis essen, aber ich kann keinen Sprit essen“, sagte der philippinische Senator.

      Der Vizechef der Agrar-Kommission des Senats will die Umsetzung des nationalen Biosprit-Gesetzes verhindern. Das Gesetz schafft Anreize für die Produktion von Biosprit und schreibt dessen künftige Beimischung zu konventionellem Benzin vor. „Falls wir das Gesetz umsetzen, könnten wir die notwendige Produktionssteigerung von Lebensmitteln für das Volk gefährden“, warnt der Senator. Er bat Präsidentin Gloria Arroyo, den Senat beim Einfrieren des Biosprit-Gesetzes zu unterstützen.

      „Wir sind bereit, den Vorschlag zu prüfen“, sagte ein Sprecher der Präsidentin. Dazu passt, dass Gloria Arroyo in dieser Woche ankündigte, eine Milliarde US-Dollar für die Förderung von zusätzlichem Reisanbau ausgeben zu wollen. Die philippinischen Bauern produzieren bislang nicht genug Reis, der Staat muss jährlich zwei Millionen Tonnen importieren.

      Die Philippinen sind eines von mehreren Ländern in der Region Südostasien, die jüngst große Biosprit-Pläne schmiedeten. Thailand plant, bis 2020 unter anderem durch Biosprit ein Viertel seines Ölbedarfes zu sparen. Birma möchte seinen Ölexport durch Biosprit aus Jatrophafrüchten und Purgiernüssen ersetzen.

      Malaysia und Indonesien setzten sich zum Ziel, gemeinsam 20 Prozent des Biospritbedarfs der EU zu decken, vor allem durch Öl aus Palmen. Die beiden Länder decken zusammen 85 Prozent des Palmöl-Weltmarktes ab. Indonesien kündigte an, mit Ölpalmen, Jatrophabüschen, Maniokpflanzen und Zuckerrohr bis 2010 jährlich 1,3 Milliarden Liter Biokraftstoff zu produzieren.

      Aufgrund der gestiegenen Nahrungsmittelpreise prüfen nun manche Regierungen, inwieweit forcierter Anbau von Pflanzen für Biosprit die traditionelle Agrarwirtschaft bremst. Ein am Dienstag veröffentlichte internationaler Bericht zur landwirtschaftlichen Forschung und Technologie für Entwicklung rief die Weltgemeinschaft zu fundamentalen Veränderungen in der Landwirtschaft auf, um rasant steigenden Preisen, Hunger, sozialer Ungerechtigkeit und ökologischen Desastern Einhalt zu gebieten.

      (Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 20.04.2008

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      Da ich ein absoluter Gegner der EU Biospritverordnung bin, da dadurch ein nicht wieder gut zu machender Schaden welweit entsteht, habe ich dieses Thema eröffnet.

      Brasilien verbrennt bereits zur Biospritgewinnung riesige Flächen des Amazonas, auch in Deutschland werden stillgelegte Flächen umgeackert, um Mais und Raps wieder anzubauen und natürlich mit einer riesengroßen chemischen Keule, die wieder alles abtötet.
      Und dann, wie in diesem Artikel schon rübergebracht, wird die weltweite Hungergefahr noch vergrößert, da das Profitstreben der Menschen darauf keine Rücksicht nehmen wird und noch mehr Flächen für die Nahrungsmittelproduktion verloren gehen.

      andy
      "Der Geist hat dir die Möglichkeit geschenkt, in der Schule der Natur zu lernen." (Lehre der Stoney)
    • Original von andy
      Diese Flächen von mir letztes Jahr aufgenommen, sind in diesem Jahr der Biospritverordnung zum Opfer gefallen.
      jetzt steht dort intensiv genutzer hochgespritzter Mais und Rapsacker drauf.
      Langsam bekomme ich einen dicken Hals, wenn ich nur noch das Wort Öko-Biosprit schon höre, nun schreib ich das sogar noch.

      andy


      Wenn Du es schreibst, und ich es schreibe und .........viele es schreiben, reicht es noch lange nicht. Aber was kann man bloß tun ????

      Das Wort BIO in diesem Zusammenhang finde ich abartig !!!
      Jeder Nichtinformierte muss doch denken, dass alles, was mit Bio zu tun hat, auch etwas mit Gesundheit zu tun hat.

      Brasilien verbrennt bereits zur Biospritgewinnung riesige Flächen des Amazonas, auch in Deutschland werden stillgelegte Flächen umgeackert, um Mais und Raps wieder anzubauen und natürlich mit einer riesengroßen chemischen Keule, die wieder alles abtötet.
      Und dann, wie in diesem Artikel schon rübergebracht, wird die weltweite Hungergefahr noch vergrößert, da das Profitstreben der Menschen darauf keine Rücksicht nehmen wird und noch mehr Flächen für die Nahrungsmittelproduktion verloren gehen.


      Dieser Satz von Dir, lieber Andy, sagt doch Alles aus. Ich habe neulich mal einen Bericht gesehen, wieviel reine Natur in verschiedenen Gegenden der Erde (Nepal, Urwald, ....) einfach so als Natur erhalten bleiben muss, um ein einigermaßen erträgliches Klima auf der Erde zu erhalten. Ich habe nur gestaunt.
      Müssen wir denn darüber diskutieren ?? Wer hat eine Idee, was man tun kann ??
      Liebe Grüße von Bärbel und Hans

      The post was edited 1 time, last by Bärbel ().

    • @ Sachs

      Bio-Diesel" ist ein reiner Etikettenschwindel: nichts daran ist "Bio": die Anbaumethoden nicht - ganz im Gegenteil, da die Rohstoffe für die Dieselproduktion den Standards für Nahrungsmittel nicht genügen müssen, wird hemmungslos "Chemie" eingesetzt; die Energiebilanz ist es nicht: in jedem Joule "Bio-Diesel" steckt mindestens ein Joule "graue Energie", Klima und sonstige Umwelt werden also nicht geschont, wie man glauben machen möchte; "Bio-Diesel" tötet indirekt sogar Menschen, indem der Nahrungsmittelproduktion Anbauflächen entzogen werden.

      Natürlich könnten gebietsweise ungenutzte Flächen in die Wirtschaftlichkeit zurückgeholt werden, damit das Thema schmackhafter wird; damit verhält es sich jedoch wie mit dem berühmten trojanischen Pferd: spätestens, wenn die Hunderte von Millionen teuren Anlagen stehen, geht's ans Lebendige, und der Druck auf unberührte Naturgebiete steigt noch weiter!

      Darum: Hände weg von "Bio-Diesel"!
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Waldflächen laut ifo in vergangenen Jahren weltweit geschrumpft


      München (apn) Angesichts des wachsenden Flächenbedarfs für die Produktion von Biokraftstoffen ist laut ifo-Institut besonders in den tropischen Ländern in den vergangenen Jahren viel Wald abgeholzt worden. Zwischen 1990 und 2005 sei die globale Waldfläche um drei Prozent geschrumpft, teilte das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut am Dienstag mit. Das entspreche einem durchschnittlichen jährlichen Verlust von 0,2 Prozent oder 20.000 Hektar am Tag. In China und Ruanda werde aber wieder aufgeforstet....




      de.news.yahoo.com/1/20100119/tsc-...-j-db2fba6.html
    • FR-online.de, 9.2.2010

      Biokraftstoff aus Agrarabfällen

      Sprit aus der Nussschale

      Kleine Mengen, großer Effekt? Eine neue Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) rechnet vor, dass zehn Prozent der weltweiten Abfälle aus Land- und Forstwirtschaft ausreichen würden, um 125 Milliarden Liter Diesel oder alternativ 170 Milliarden Liter Ethanol pro Jahr herzustellen. Das entspricht gut vier Prozent des weltweiten Kraftstoffverbrauchs im Transportsektor und damit mehr als dem doppelten der gegenwärtigen Biokraftstoffproduktion, heißt es in der Studie, die von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) begleitet wurde.
    • Auf und Ab der Produktion von Biodiesel soll ein Ende haben


      Schwarzheide Die Steuerpolitik des Bundes beim Biodiesel hat Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) bei seinem Arbeitsbesuch in dieser Woche bei der Biodiesel Schwarzheide GmbH kritisiert. Er forderte Anreize für einen wieder wachsenden Absatz des umweltfreundlichen Kraftstoffes zu bieten.
      09.04.2010

      Es sollten die politischen Voraussetzungen geschaffen werden, damit der Reinkraftstoff wieder verstärkt in der Logistikbranche und im Öffentlichen Personennahverkehr eingesetzt werden kann.

      Der Minister fragte während des Gesprächs in der Chemiestadt auch, warum zum Beispiel die Bundeswehr den Treibstoff nicht tanke? Im Falle eines technischen Defekts in der Natur nehme diese keinen Schaden. Er erinnerte an die verseuchten ehemaligen Militärstandorte im Osten Deutschlands. Minister Ralf Christoffers sagte, er wolle die Problematik auf Bundesebene ansprechen. Sasa Radjenovic, Technischer Geschäftsführer der Biodiesel-Produktionsstandorte Schwarzheide und Rostock, nahm die Aussage wohlwollend zur Kenntnis.

      In den zurückliegenden Monaten habe die Biodiesel Schwarzheide GmbH ein Auf und Ab bei der Produktion erlebt, erfuhr der Wirtschaftsminister. Kurzarbeit blieb nicht aus. Dennoch seien dort immer noch 55 Frauen und Männer beschäftigt.


      lr-online.de/regionen/senftenb…nde-haben;art1054,2877349
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!

      The post was edited 1 time, last by Jens ().

    • Brisante Studie

      Das Biosprit-Ziel muss weg

      Leitartikel Das Zehn-Prozent-Ziel für Biodiesel würde mehr Schaden anrichten als nützen, zeigt eine neue Untersuchung. Sie beweist auch, dass es Brüssel nicht in erster Linie um Umweltschutz geht.
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      Die Ergebnisse der internen Studie sind brisant. Wenn Autos in Europa bis 2020 tatsächlich zu zehn Prozent mit erneuerbaren Energien angetrieben werden müssen, drohen massive Schäden für Umwelt und arme Bevölkerungsgruppen weltweit. Hält Energiekommissar Günther Oettinger solche Ergebnisse unter Verschluss, liegt folgender Verdacht nahe: Die Vorgabe der EU dient nicht in erster Linie dem Umweltschutz, sondern den Einzelinteressen der Agrarindustrie.

      Zweifel am Nutzen des Biosprits gibt es seit Jahren Schon seit Jahren gibt es massive Zweifel an den Segnungen des Biosprits, dessen Einsatz im großen Stil notwendig wäre, um das Ziel zu erreichen. Dass Energiepflanzen wie Raps den Anbau von Nahrungsmittelpflanzen verdrängen und zu Knappheiten bei Lebensmitteln beitragen können, ist dabei nur ein Problem.
      Auch die Klimabilanz von Biosprit ist durchwachsen: Der Anbau der Nutzpflanzen ist in vielen Fällen so energieintensiv, dass unterm Strich mehr CO2 ausgestoßen als eingespart wird. Abgesehen davon, dass Regenwaldflächen gerodet werden, um Anbauflächen für Energiepflanzen zu gewinnen. Es ist also kein Wunder, dass sich Umweltorganisationen vom ursprünglichen Hoffnungsträger Biodiesel distanziert haben.Es birgt eine gewisse bittere Ironie, dass das Biospritziel der EU allen kontroversen Debatten zum Trotz ausgerechnet 2008 beschlossen wurde - im Jahr der Lebensmittelkrise, als Hungerrevolten von Indonesien bis Mexiko einen Sommer lang Schlagzeilen machten. Für das Zehn-Prozent-Ziel sprach aus Sicht der Politiker, dass sie damit die Agrarlobby ein wenig besänftigen konnten. Denn die wehrt sich mit Händen und Füßen gegen Kürzungen von Agrarsubventionen.
      Die Ergebnisse der Kommissionsstudie lassen nun aber eigentlich nur noch einen Schluss zu: Die EU muss sich von der Zehn-Prozent-Vorgabe verabschieden. Selbst wenn sie ein geeignetes Instrument für den Klimaschutz wäre, ist der Preis zu hoch. Zumal es bessere Alternativen gibt.
      Statt Volumenziele für einen bestimmten Brennstoff festzulegen, erscheint es - auch ökonomisch - sinnvoller, ein übergeordnetes Reduktionsziel für den Verkehrssektor als Ganzes auszugeben.
      Schlecht für Mensch und Natur
      Für das Klima spielt es keine Rolle, ob zehn Prozent an Emissionen nun durch Elektroautos eingespart werden oder durch das Verbrennen von Abfallgasen in Raffinerien. Die Herstellungsprozesse bei konventionellen Brennstoffen miteinzubeziehen wäre schon insofern sinnvoll, als dann umweltschädigende Formen der Energiegewinnung unattraktiver würden, etwa die aus Ölsand. Und auch bei den bereits vorhandenen Regeln zum CO2-Ausstoß von Autos lassen sich die Schrauben anziehen.
      In einem solchen Mix kann auch Biosprit eine Rolle spielen, zumal solcher, der aus landwirtschaftlichen Abfallprodukten gewonnen wird. Seine Verwendung gesetzlich vorzuschreiben wäre aber nicht nur ökonomisch suboptimal. Es wäre auch unverantwortlich gegenüber Mensch und Natur.


      ftd.de/politik/international/:…el-muss-weg/50099367.html
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Studie: Biokraftstoff hilft dem Klima kaum


      Kiel (apn) Der Beitrag von Biokraftstoffen zum Klimaschutz tendiert einer Studie des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) zufolge möglicherweise gegen Null. Das Hauptproblem ergibt sich demnach aus dem Gegensatz «Tank versus Teller» und liegt im zusätzlichen Flächenbedarf für die Produktion von Biomasse, wie das Institut am Mittwoch erläuterte. Würden die Pflanzen auf bereits vorhandenem Ackerland angebaut, stünden sie in direkter Konkurrenz zur Produktion von Nahrungsmitteln, erklärte IfW-Umweltexpertin Mareike Lange. Mit der Erzeugung von Biomasse auf zuvor ungenutzten Flächen wie Wäldern oder Wiesen gehe hingegen ein Verlust der Biodiversität einher. Die Folgen dieser direkten Landnutzungsänderungen seien erhebliche Emissionen, das Klima werde nicht geschützt.

      Treibhausgase entstehen laut Lange auch, wenn die Biomasseproduktion den Anbau von Nahrungsmitteln von bestehendem Ackerland verdränge. Im Fall dieser indirekten Landnutzungsänderungen müsse ungenutzte Natur bearbeitet werden, um die verdrängte Nahrungsmittelproduktion zu ersetzen.

      Der Einsatz von Biokraftstoffen ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der EU-Strategie, den Treibhauseffekt zu verringern. Bis 2020 sollen mindestens zehn Prozent des Kraftstoffverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden.

      Die gegenwärtigen europäischen Nachhaltigkeitsanforderungen setzten der Wirtschaftlerin zufolge zwar Anreize, direkte Landnutzungsänderungen und die ökologischen Folgen gering zu halten. Das gehe aber auf Kosten der indirekten Landnutzungsänderung. Es sei somit fraglich, ob Biokraftstoffe unter den derzeitigen EU-Regeln tatsächlich zur Vermeidung von Treibhausgasen beitragen. Die EU müsse in ihre Vorgaben daher künftig effektive Anreize zum Anbau von Biomasse auf versalzenen, kontaminierten und erodierten Feldern aufnehmen, forderte Lange.


      de.news.yahoo.com/1/20100512/t…ft-dem-klima-db2fba6.html
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    • Biosprit E 10 ab Januar auf dem Markt

      (dapd). Ab Januar 2011 soll in Deutschland Benzin mit bis zu zehn Prozent Bioethanol auf den Markt kommen, um den Klimaschutz voranzubringen. Dies beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin. Die neue Sorte - genannt E 10 - wird zusätzlich zu den vorhandenen angeboten. Bisher dürfen nur fünf Prozent Biosprit ins Benzin gemischt werden.
      "Wir wollen mit der Erhöhung des aus Pflanzen gewonnenen Biosprits den CO2-Ausstoß der Autoabgase senken und damit auch die knapper werdenden Erdölreserven schonen", erklärte Umweltminister Norbert Röttgen (CDU). Die Einführung gehe auf einen EU-Beschluss zurück. Nun muss noch der Bundesrat beteiligt werden. Das Verfahren soll Mitte Dezember abgeschlossen sein.

      Zusammen mit Röttgen hatte ADAC-Präsident Peter Meyer die Einführung bereits am Wochenende begrüßt. Der Biokraftstoff werde aus Pflanzen aus nachhaltigem Anbau gewonnen; dazu gebe es gesetzliche Vorgaben.

      Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) äußerte dennoch Vorbehalte. "Die Öko- und Klimabilanz von Ethanol, das aus zucker- oder stärkehaltigen Pflanzen hergestellt wird, ist äußerst umstritten", erklärte der Umweltverband. "Die Umwandlung von Wald, Weide- oder Brachland in Ackerland kann dazu führen, dass deutlich mehr Kohlendioxid freigesetzt wird, als später durch Biokraftstoffe eingespart wird. E 10 ist daher der falsche Kraftstoff zum falschen Zeitpunkt."

      Die EU-Kommission diskutiere intensiv über die negativen Folgen sogenannter Landnutzungsänderungen für die Klimaschutzpolitik. Schon jetzt bestünden große Zweifel, ob Ethanol und Biodiesel zur Senkung der CO2-Emissionen im Verkehr überhaupt helfen könnten, fügte er an.

      Biokraftstoffe waren zeitweise als Beitrag zum Klimaschutz hochgelobt worden; der frühere Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte bereits 2008 einen Anlauf unternommen, mehr Biosprit ins Benzin beizumischen. Doch waren Bedenken laut geworden, die Autos könnten darunter leiden, und Gabriel stoppte seine Pläne.

      Nach Angaben des Bundesumweltministeriums vertragen derzeit etwa 90 Prozent aller benzinbetriebenen Autos E 10 ohne Einschränkungen. "Neufahrzeuge sind in der Regel E 10-tauglich", erklärt das Ministerium. Allerdings sollte man sich dessen vor dem ersten Tanken beim Fahrzeughersteller vergewissern.

      Informationen sind auch im Internet zu finden:

      dat.de/e10, adac.de/e10, bmu.de/e10

      dapd


      de.news.yahoo.com/17/20101027/…auf-dem-mark-ebff22e.html
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Biosprit E10: Umweltschützer warnen vor Folgen für Klima und Umwelt


      Eingestellt am 13. Nov 2010 • Kategorie: News •
      Ab Januar kann man an der Tankstelle den Biosprit E10 tanken, bei dem es sich um Super-Benzin mit 10% Ethanolanteil handelt, das aus Pflanzen wie Zuckerrohr oder Mais hergestellt wird. Bisher waren nur 5% erlaubt, mit der Änderung setzt die Bundesregierung nun die Richtlinie der EU um, von der sich die Poliker vor allem weniger Emissionen und eine sinkende Abhängigkeit von erdölexportierenden Ländern erhoffen. Auch die Biokraftstoffindustrie freut sich natürlich über deutlich mehr Umsatz und Gewinn und lobt den Beschluß daher als gut für Mensch und Umwelt.

      Genau da setzt aber die Kritik von Umweltschützern an, denn nur weil “Bio” bei Lebensmitteln oder Baumwolle besonders umwelt- und klimafreundlich ist, gilt es bei Kraftstoffen nur bedingt. Während Bioethanol aus heimischer Produktion unbedenklich und tatsächlich besser als die Verbrennung von Erdöl sein, muss nach Schätzungen aber rund ein Drittel des deutschen Bedarfs an Bioethanol über Importe aus dem Ausland gedeckt werden. In Exportländern wie Argentinien, Brasilien oder Indonesien würden skrupellose Produzenten dann riesige Waldflächen roden oder Weideflächen in Anbauflächen für Energiepflanzen umgewandeln um am lukrativen Geschäft mit Biosprit zu verdienen.

      Ebenso wie Umweltschutzverbände und Umweltexperten hat sich aus diesem Grund auch der Rat für Nachhaltige Entwicklung bereits frühzeitig für eine konsequente Ausrichtung der Biospritproduktion an Nachhaltigkeitskriterien ausgesprochen und in einer der Bundesregierung im Frühjahr 2008 vorgelegten Empfehlung auf “gravierende Mängel” bei der Überwachung und Zertifizierung der Nachhaltigkeit von Biomasse hingewiesen. Die Energie aus Biomasse bietet der Menschheit zwar zweiffellos enorme Chancen, um sie nachhaltig zu nutzen, müssten aber nicht nur die eingesparten Emissionen sondern auch die indirekten Effekte einer Landnutzungsänderung beachtet werden. Andernfalls droht eine weitere Abholzung der Regenwälder, ein damit zunehmender Verlust der Artenvielfalt und laut dem Nachhaltigkeitsrat auch eine “Gefährdung der Kohlenstoffbindung in Böden und die Vertreibung lokaler Bevölkerungsgruppen zugunsten der Gewinnung von Agrokraftstoffen”.
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    • Biosprit

      Illusion im Tank



      Der neue E10-Kraftstoff schadet der Umwelt mehr, als er ihr nützt.
      Das Jahr 2011 beginnt mit einer Lüge: mit der Biospritlüge. Zwecks Erfüllung europäischer Vorgaben und im Namen des Klimaschutzes zwingen Umweltpolitiker in die Tanks von Benzinautos eine Substanz, die zwar das Etikett Bio trägt, aber alles andere als Öko ist: Ethanol, hergestellt beispielsweise aus Weizen oder Zuckerrüben, jedenfalls aus nachwachsenden Rohstoffen und allein deshalb politisch korrekt. Scheinbar.

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      Zehn Prozent Bio dürfen ab sofort im Kraftstoff sein und aus einer speziell gekennzeichneten Zapfpistole schießen. Getroffen werden die Umwelt und der Autofahrer. Vielleicht merkt Letzterer, dass er mit einer Tankfüllung der neuen Sorte namens E10 weniger weit kommt als mit herkömmlichem Sprit. Was er nicht merkt, ist der Umstand, dass die Umwelt dabei womöglich mehr geschädigt wird als mit fossilem Treibstoff im Tank.

      Es ist tatsächlich nicht einmal ausgemacht, dass E10 der Erdatmosphäre auch nur ein einziges Gramm Treibhausgas erspart. Für eine Menge davon sorgen nicht nur Kunstdünger und energieintensive Verfahren bei der E10-Herstellung; hinzu kommen indirekte Effekte durch die Umwandlung von Wald, Weide oder Brache in Ackerland. Unterm Strich kann Autofahren mit dem Biosprit deshalb klimaschädlicher werden, als es ohnehin ist. Obendrein, als wäre das Maß nicht schon voll, kann der Ethanolzusatz dafür sorgen, dass mehr Kohlenwasserstoffe aus dem Kraftstoffsystem der Fahrzeuge entweichen.

      Und das soll Öko sein?

      Es ist ein ohne Not erzeugtes Desaster, das da droht. Eines, das außerdem sündhaft teuer ist. Selbst wenn die E10-Klimabilanz besser wäre – billiger ließe sich CO₂ allemal mithilfe sparsamerer Autos vermeiden.

      Niemand hat nach dem neuen Sprit gerufen, jedenfalls nicht die Autofahrer, nicht die Umweltverbände und nicht die Mineralölkonzerne. Dennoch werden die Multis das in der Herstellung teurere E10 so zu vermarkten suchen, dass der Absatz gesichert ist. Andernfalls müssten sie nämlich Strafe zahlen, wegen Missachtung der staatlich verordneten Bioquote.

      Wer profitiert von der Öko-Illusion? Erstens die Ethanolproduzenten: CropEnergies, eine Tochter der Südzucker AG und in Europa führend bei der Herstellung des Stoffes, ließ vor wenigen Tagen wissen, sein operatives Ergebnis gegenüber dem Vorjahr verachtfacht zu haben; ein »Hauptgrund« dafür sei die erhöhte Produktion von Bioethanol. Zweitens profitieren die Autohersteller: Weil nach offizieller Lesart der Biosprit grün ist, müssen ihre Produkte weniger grün sein, so jedenfalls die übereinstimmende Logik der Branche und vieler Verkehrspolitiker. Und drittens profitiert der Fiskus: Wer E10 tankt, verbraucht mehr, und an jedem Liter verdient der Finanzminister mit. Einige Hundert Millionen Euro dürfte E10 ihm locker in die Kasse spülen. Der Preis dafür ist allerdings hoch: Es ist die Integrität der Umweltpolitik.
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Umweltverbände machen gegen Biosprit E10 mobil

      Berlin (dapd). Der neue Biosprit E10 ist nach Ansicht des Umweltverbandes BUND kein Beitrag zum Klimaschutz. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger sprach am Donnerstag in Berlin von einer "Irreführung der Verbraucher". Dazu komme die Verunsicherung durch mangelhafte Aufklärung über die Verträglichkeit des neuen Benzins. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sprach von einem Programm für "Sonderprofite der Mineralölkonzerne". Die Hersteller warfen den Verbänden vor, die jüngste Gesetzgebung zu Biokraftstoffen nicht begriffen zu haben.

      Der BUND bemängelte, dass in die E10-Ökobilanz der indirekte Landverbrauch nicht eingegangen sei. Der Begriff bezeichnet den Umstand, dass die Biosprit erzeugenden Pflanzen auf Flächen angebaut würden, die ansonsten der Lebensmittelproduktion dienten. In Deutschland betrifft das etwa Tierzucht-Futtermittel. Diese müssten in immer größeren Mengen aus anderen Kontinenten eingeführt werden.

      Auch werde die Frage nicht berücksichtigt, nach welchen Normen etwa Importe aus Schwellenländern zertifiziert würden, sagte Weiger. Der BUND-Verkehrsexperte Werner Reh plädierte stattdessen für verschärfte Ziel-Grenzwerte beim CO2-Ausstoß, die sowohl durch Beimischung von Ethanol als auch durch weitere Anstrengungen bei der allgemeinen Verbrauchsreduzierung von Autos erreicht werden könnten. Er schlug eine Obergrenze von 80 Gramm pro Kilometer für 2020 vor. Bisher sind 95 Gramm bei Neuwagen anvisiert. Reh erklärte, selbst bei dem bisherigen Superbenzin, das eine Beimischung bis zu fünf Prozent Ethanol haben dürfe, sei dieser Wert noch nicht erreicht.

      Weiger wies darauf hin, dass die Umwidmung von Wiesen und Weiden in Anbaufläche für Biospritpflanzen in Deutschland zunehme, der Treibstoff für die zur Ernte benötigten Landmaschinen aber fossile Energie sei. Er schlug eine Mischfrucht-Anbaumethode vor, etwa mit Leinpflanzen, mit deren Ernte die Traktoren betrieben werden könnten. Diese Anbaumethode sei jedoch durch die Steuergesetzgebung in der Bundesrepublik zum Erliegen gekommen, sagte er.

      Auch der VCD erklärte: "Die meisten Agrokraftstoffe haben unter Einbeziehung der indirekten Landnutzungsänderungen sogar eine deutlich schlechtere Klimabilanz als der herkömmliche fossile Sprit, den sie ersetzen sollen." Er kritisierte, dass Autofahrer, die kein E10 tanken können, bald auf das teure Super Plus zurückgreifen müssten: "Die Ölkonzerne freuen sich über satte Extraprofite, und die Bundesregierung steht übertölpelt daneben", sagte Gerd Lottsiepen, der verkehrspolitische Sprecher des VCD.

      Der Verband der Hersteller von Biodiesel und Bioethanol VDB kritisierte die Ansicht der Umweltverbände als einseitig. Wer darauf beharre, dass Ethanol eine schlechtere Umweltbilanz aufweise als fossile Kraftstoffe, "hat die jüngste Gesetzgebung zu Biokraftstoffen nicht begriffen und kennt die deutsche Herstellungspraxis nicht", erklärte Verbandsgeschäftsführer Elmar Baumann. Bioethanol aus Deutschland spare nicht nur die gesetzlich vorgeschriebenen 35 Prozent, "sondern stößt bereits jetzt 50 bis 80 Prozent weniger Treibhausgase aus als fossiles Superbenzin", sagte er.

      Zugleich räumte er ein, dass die E10-Preise von Mineralölkonzernen bestimmt würden, die damit auf Kosten der Verbraucher sehr viel Geld verdienten. Dies könne jedoch nicht als Argument gegen Bioethanol und Biodiesel gelten. Eine wissenschaftliche Bewertung über die Landnutzungsfolgen liege noch nicht vor. Studien, auf die sich die Umweltverbände beriefen, seien "manipuliert und intransparent", kritisierte Baumann.

      dapd
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Umweltverband bescheinigt Biosprit schlechte Klimabilanz




      Der neue Biokraftstoff E10 schadet dem Klima, warnt der BUND. Immer mehr Äcker müssten mit Energiepflanzen bebaut werden. Das zerstöre die Umwelt.

      © dpa


      Durch die Einführung der neuen Biospritsorte E10 wächst der Bedarf an Energiepflanzen in Deutschland drastisch. Will Deutschland die EU-Vorgaben mit eigens angebauter Biomasse erreichen, müsste man 27 Prozent der gesamten deutschen Ackerfläche dafür bereitstellen, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) errechnet. Derzeit sind es fünf Prozent.

      Biosprit aus Weizen, Mais oder Zuckerrüben ist jedoch umstritten, denn für den Anbau der Energiepflanzen müssen weltweit Wälder und Moore weichen. Schon heute wird Ethanol, das in Deutschland aus Weizen und Zuckerrüben hergestellt wird, dem herkömmlichen Benzin beigemischt. Super und Super Plus enthalten jeweils bis zu fünf Prozent Agrotreibstoff. Im Jahr 2010 wurden dem Benzin in Deutschland 1,2 Millionen Tonnen Ethanol beigemischt – aber nur 600.000 Tonnen produziert. Durch die Erhöhung des Ethanolanteils auf zehn Prozent müssen künftig rund fünf Millionen Tonnen Energiepflanzen in Deutschland hergestellt werden, errechnete der BUND.

      Um diesen Bedarf zu decken, müsste man mehr Energiepflanzen anbauen. Mit der Verdoppelung des Ethanolanteils verdoppele sich auch die Fläche, die für den Anbau dieser Pflanzen benötigt wird, so die Umweltorganisation. Und deutsche Bauern haben allen Grund, auf die Produktion von Biomasse umzusteigen – denn die wird subventioniert.

      Die Folge sei eine größere Konkurrenz zwischen dem Anbau von Lebensmitteln und Biomasse, warnt Weiger. In Deutschland sind die Lebensmittel zwar nicht knapp, doch Energiepflanzen werden auch in Entwicklungsländern angebaut, in dem viele Menschen hungern. Weltweit werde der verstärkte Anbau von Energiepflanzen also zu einem härteren Kampf um Nahrung führen, so Weiger.


      Ökologie Außerdem ist der Anbau von Energiepflanzen laut BUND alles andere als umweltfreundlich – vor allem wird viel Stickstoffdünger eingesetzt, was zu erhöhten Lachgas- und Methanwerten in der Atmosphäre führt. Diese Gase seien für das Klima sogar schädlicher als Kohlenstoffdioxid. Würde man allerdings weniger Stickstoffdünger einsetzen, ginge der Ertrag zurück. Dann wiederum bräuchte man mehr Anbaufläche, um den Ertragsverlust auszugleichen.

      Aber auch die Umwandlung von Wiesen und Weiden zu Ackerfläche schadet der Umwelt. "Die gesamte Klimabilanz verschlechtert sich, weil Flächen, die für den Klimaschutz unerlässlich sind, zerstört werden", sagt Weiger. So könne der Mutterboden unter Weiden und Wiesen deutlich mehr Kohlenstoffdioxid speichern als der unter Äckern. "Im letzten Jahr hatten wir bereits einen Grünlandverlust von zwei bis drei Prozent."

      Eine andere Möglichkeit, den steigenden Ethanolbedarf in Deutschland zu decken, sind Importe. Doch auch da sieht der BUND Probleme. Regenwälder werden abgeholzt, Anbauflächen für Lebensmittel für Energiepflanzen genutzt, wertvolle Biotope zerstört. Schon heute werden rund 35 Millionen Hektar Ackerland in Entwicklungs- und Schwellenländern für EU-Staaten genutzt, um die Nachfrage nach Agrarprodukten zu decken – und jetzt steigt auch noch der Anteil von Agrarsprit an diesen Produkten. Denn nicht nur Deutschland muss das Zehn-Prozent-Ziel bis 2020 erreichen, sondern jeder EU-Staat.

      Bisher importiert die EU zwar Biomasse, aber sie kann sie nicht für die Herstellung von Bioethanol verwenden. Denn damit die Importe auf die zu erreichenden Quoten angerechnet werden kann, müssen sie zertifiziert sein – die Zertifizierung soll garantieren, dass Rohstoffe für Agrotreibstoff nicht von Flächen stammt, die vor 2008 noch wertvolle Ökosysteme waren. Aber das Zertifizierungssystem kommt nicht in Gang. "Solche zertifizierten Betriebe gibt es außerhalb der EU bisher nicht", sagt BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg. Bisher gebe es auch nur wenige, die überhaupt infrage kommen könnten. Das Londoner Institute for European Environmental Policy hat ausgerechnet, dass 50 Prozent des Agroethanols und 41 Prozent des Agrodiesels, der 2020 in der EU benötigt wird, importiert werden müssen. Dafür müsse die Anbaufläche für solche Pflanzen weltweit auf bis zu 69.000 Quadratkilometer ausgedehnt werden – was fast der Fläche Irlands entspricht.

      Laut EU-Vorschrift sollen Biokraftstoffe in der gesamten Produktions- und Verwertungskette 35 Prozent weniger CO2 freisetzen als herkömmlicher Treibstoff. Die EU-Nachhaltigkeitszertifizierung berücksichtige bei diesem Zielwert zwar den "gesamten Herstellungsprozess", so der BUND, nicht aber "indirekte Landnutzungsänderungen durch die Ausweitung des Anbaus von Energiepflanzen". Würde man die Umwandlung von gewachsener Natur in Anbaufläche berücksichtigen, werde die CO2-Bilanz des Biosprits sogar negativ. Was als Umweltschutzmaßnahme daherkommt, schade ihr in Wirklichkeit also nur.
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Röttgen fordert billigeren Sprit im E10-Streit

      Berlin (dapd). Umweltweltminister Norbert Röttgen fordert von der Mineralölwirtschaft die Senkung der hohen Preise für herkömmlichen Sprit. Nach der Einführung des Biokraftstoffs E10 bedienten sich die Konzerne bei den jenen Autofahrern, deren Wagen den neuen Sprit nicht vertragen, kritisierte der CDU-Politiker in der "ADAC Motorwelt" (März-Ausgabe). Sollte es für diese Kunden an den Tankstellen bald nur noch Super Plus geben, müssten die Preise gesenkt werden, verlangte der Minister. Die Mineralölwirtschaft wies die Vorwürfe am Freitag umgehend zurück. Laut ADAC wird Super E10 dort, wo es bereits zu haben ist, zum bisherigen Preis des herkömmlichen Super E5 verkauft. Zugleich sei der Preis von Super E5 um bis zu acht Cent auf das Niveau von Super Plus angehoben worden oder es werde nur noch das teuere Super Plus angeboten.

      "Es war immer klar, dass die Einführung von E10 nicht zur Benachteiligung jener Autofahrer führen darf, deren Fahrzeuge den Kraftstoff nicht vertragen", sagte Röttgen. Für ihn bedeute das, die Tankstellen müssten Super E5 etwa fünf bis acht Cent billiger anbieten als Super Plus.

      Die Mineralölwirtschaftsverband (MWV) warf dem Minister vor, mit den Biokraftstoffvorgaben höhere Spritpreise provoziert zu haben. "Wir setzen alle Anstrengungen daran, diese Ziele trotz der offensichtlichen Abneigung der Kunden umzusetzen. Dies ist mit erheblichen Kosten und Aufwand verbunden", heißt es in der MWV-Mitteilung.

      dapd
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • E10 wird nicht von EU verlangt


      Brüssel (dpa) - Es gibt keine Vorschrift der Europäischen Union, wonach in Treibstoffen zehn Prozent Ethanol oder Biodiesel enthalten sein müssen.

      Die einzelnen Mitgliedstaaten können selbst entscheiden, wie hoch der Bio-Anteil sein soll: «Das kann sich zwischen null und maximal zehn Prozent bewegen», sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Freitag in Brüssel.

      Die sogenannte «Biosprit-Richtlinie» von 2009 legt aber fest, dass bis 2020 zehn Prozent der im Transportsektor verbrauchten Energie erneuerbar sein muss. «Wie sie das erreichen, können die Regierungen selbst entscheiden. Dafür steht der Politik ein großer Werkzeugkasten zur Verfügung», hieß es in der EU-Kommission. Die EU-Staaten können etwa auf die Einführung von Biosprit setzen oder Strom für Elektroautos aus erneuerbaren Energien sowie Hybridfahrzeuge fördern.

      Die Förderung der erneuerbaren Energien war 2008 im Programm «Europa 20/20/20» beschlossen worden. Bis 2020 soll der Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase um 20 Prozent gesenkt werden, während die Energieeffizienz um 20 Prozent gesteigert und der Anteil erneuerbarer Energien auf 20 Prozent des Gesamtverbrauchs gesteigert wird. 2009 hatte Frankreich als erstes die neue Spritsorte auf den Markt gebracht. Ethanol wird etwa aus Weizen, Zuckerrüben oder Palmöl hergestellt. Umweltverbände kritisieren immer wieder, dass für den Anbau der Nutzpflanzen Natur zerstört werde. Die EU-Richtlinie schreibt darum eine nachhaltige Herstellung von Biokraftstoffen vor.
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Der Biosprit E10 wird zum Schock für Autofahrer: Er verteuert jeden Kilometer und zerstört alte Motoren.



      Und das bisherige Super haben die Konzerne kräftig verteuert.
      Das Ding heißt „10. Bundesimmissionsschutzverordnung“. Den meisten Autofahrern sagt der Titel nichts, schließlich ist es auch nur die x-te Umsetzung einer EU-Richtlinie. Diese hat jedoch weitreichende Folgen: Sie regelt die Einführung der Bio-Benzin-Sorte E10 an Deutschlands Tankstellen.

      Und sorgt bei vielen Autofahrern für Unsicherheit, denn sie wissen nicht, ob sie die neue Sorte, die deutlich preiswerter angeboten wird als Super-Benzin, überhaupt tanken dürfen. Der ADAC geht davon aus, dass rund drei Millionen der derzeit mehr als 40 Millionen auf den deutschen Straßen fahrenden PKWs E10 nicht vertragen.


      Baujahr nicht allein entscheidend
      Dabei ist nicht unbedingt das Alter der Fahrzeuge entscheidend: So ist der neue Sprit zum Beispiel für bestimmte Motoren mit Aluminium-Legierungen Gift. „Politik und Automobilhersteller haben hier einen wirklich schlechten Job gemacht und die Bürger nicht gut genug aufgeklärt“, wettert Aral-Chef Stefan Brok. An vielen Tankstellen liegen zwar Flugblätter für die Kunden aus. Brok: „Eine rechtsverbindliche Auskunft können wir aber nicht geben!“ Klare Empfehlungen, welche Autos E10 vertragen und welche nicht, spricht eine Liste der Deutschen Automobil Treuhand aus.

      E10 mit seinem Anteil von bis zu zehn Prozent Bioethanol hat eine Oktanzahl von 95 und wird deutlich billiger angeboten, weil die großen Gesellschaften die gesetzlich festgelegte Bioquote von 6,25 Prozent über alle Kraftstoff-Sorten hinweg erreichen müssen. Bei Aral beträgt der Preisabstand zu regulärem Super-Benzin fünf Cent, bei Shell sind es aktuell sogar acht.


      ADAC entdeckt Etikettenschwindel
      Die Umstellung auf die neue Sorte hat in Ostdeutschland begonnen und gerade Bayern erreicht. Von da aus geht es in Richtung Norden. Bis alle über 14 700 Straßen- und Autobahn-Stationen umgestellt sind, dürfte es laut Aral noch ein paar Monate dauern. Im Moment schafft das Bochumer Unternehmen 50 bis 80 Stationen pro Tag.

      Zu allem Überfluss scheint die Umstellung an den Tankstellen alles andere als reibungslos zu verlaufen. Der ADAC machte Stichproben in Bayern. Das Ergebnis: 12 von 13 Tankstellen, die E10 offiziell anbieten, hatten kein E10 in der E10-Zapfsäule, sondern E5. Bei Aral hatten alle elf überprüften Tankstellen in den E10-Tanks reines E5. Folge für Autobesitzer, deren Fahrzeug kein E10 verträgt: Sie tankten völlig unnötig das 5 Cent teurere Super 95 E5, das als Bestandschutzsorte angeboten wird – zumindest am Tag der Stichprobe.


      Super mit 95 Oktan stirbt aus, wie zuletzt Normal
      An den bereits umgestellten Stationen bietet sich den Autofahrern ein ungewohntes Bild: Super und Super Plus haben nur noch ein Preisfeld. Denn aus beiden Zapfsäulen kommt das gleiche Produkt: Super 98. Der Gesetzgeber hat die Gesellschaften verpflichtet, eine so genannte „Schutzsorte“ für die Autofahrer anzubieten, deren Wagen E10 nicht vertragen. Dieses Super/Super Plus hat einen Anteil von maximal fünf Prozent Bioethanol.

      Um nicht noch eine Sorte anbieten zu müssen, verzichtet Aral nun auf das ehemalige Super-Benzin und ersetzt es durch Super Plus. So erklären sich auch die Preisunterschiede: E10 kostet soviel wie das alte Super (95 Oktan), die Schutzsorte (98 Oktan) hat den Preis von Super Plus übernommen. Für Autofahrer, die bisher Super getankt haben und deren Autos E10 nicht vertragen, wird das Tanken also deutlich teurer.
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    • Original von Jens
      Der Biosprit E10 wird zum Schock für Autofahrer: Er verteuert jeden Kilometer und zerstört alte Motoren.



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      Nicht nur ältere Motoren werden geschädigt. Die Automobilindustrie macht erst jetzt Versuche. BMW überlegt die Ölwechselintervalle zu verkürzen, da E10 nachweislich das Öl verdünnt. Mich wundert nun nicht, dass mir die Verträglichkeit nicht schriftlich bestätigt wurde. 8o 8o 8o
      Gruß Peter

      Tierschutz ist die Erziehung zur Menschlichkeit !
      Albert Schweitzer
    • Hallo Petro. das machen sie nicht, aber sie schreiben Autofahrer an, die ihr Auto E10 nicht verträgt. Einige von meinen Nachbarn haben so was bekommen.
      Ich hoffe mal, das es mit dieser Mogelpackung bald ein Ende hat.

      Jens
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    • FDP für Einführungs-Stopp

      Die FDP will die Einführung des Biokraftstoffs kurzfristig stoppen und um einige Monate verschieben. „Die Verbraucher müssen zunächst Klarheit und Sicherheit bekommen“, forderte der FDP-Verkehrsexperte im Bundestag, Patrick Döring. Dann würden sie neuen Kraftstoff auch kaufen. „Auf ein paar Monate mehr oder weniger“ käme es beim Verkaufsstart von E10 nicht an. Die Fahrzeughersteller forderte Döring zu rechtsverbindlichen Aussagen über die Verträglichkeit des neuen Kraftstoffes auf.

      Unterdessen mehren sich Stimmen, die ein endgültiges Aus für den Biosprit fordern. „Die Einführung von E10 lohnt sich nicht“, sagte der Autoexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive in Bergisch-Gladbach. „Die Beimischung von zehn Prozent Ethanol ist nicht ansatzweise ausreichend, um die Umweltproblematik zu lösen“, kritisierte Bratzel. Angesichts des hohen Produktionsaufwands sei fraglich, ob überhaupt ein Gewinn für die Umwelt herauskomme. „Deshalb bin ich dafür, die Beimischung bei fünf Prozent zu belassen und die ganze Umstellung zu beenden.“ Der Leiter der Mechanikentwicklung bei BMW, Thomas Brüner, hatte zuvor gewarnt, durch den neuen Kraftstoff, könnten alle Motoren schneller verschleißen.

      ala/dapd/dpa
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    • Verwirrung um Verträglichkeit des E10-Biosprits


      Berlin (dpa) - Angesichts der Verwirrung um die Verträglichkeit des neuen Bio-Kraftstoffs E10 fordert die Mineralölwirtschaft die Abschaffung der Strafzahlung bei Nichterfüllung der Bio-Quote. Niemand dürfe dafür bestraft werden, dass Autos kein E10 vertragen und deshalb die Bio-Quote einfach nicht erfüllt werden könne. Das sagte Klaus Picard, Chef des Mineralölwirtschaftsverbandes, der «Bild». Die FDP will die E10-Einführung verschieben. Umweltminister Norbert Röttgen hält aber an der Tauglichkeit des Bio-Sprits fest. Fast alle Autos würden das neue Benzin vertragen, sagte er der «Saarbrücker Zeitung».
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    • "Da werden die Bürger schön verschaukelt"

      An Hand konkreter chemischer Formeln rechnete gestern Dr. Egon Krüger der Redaktion vor, wie die Kohlendioxidbilanz ausfällt, wenn Benzin oder Biosprit eingesetzt wird. FOTO: R. Marten
      Von Rainer Marten

      Pasewalk.

      Der Biosprit E10 ist voll gegen die Wand gefahren! Mit recht, sagt Dr. Egon Krüger, Chemiker i.R. und einst wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Was ein Laie so schnell nicht errechnen kann, kann ein Chemiker schon: Die Öko-Bilanz des Treibstoffes aufrechen. Und auch die Folgen für den Motor umreißen. Krüger hat sich die Mühe gemacht und gestern der PAZ sein Zahlenwerk vorgestellt. Sein Fazit: E 10 ist politisch gewollter ökologischer Unsinn! Wer weiß, welche Lobbyisten da wieder am Hahn gedreht haben!

      "Die Einführung von E 10 begründen die Politiker damit, dass der Kohlendioxid-Ausstoß verringert und so die Umwelt geschont wird. Man kann berechnen, ob das stimmt", so Krüger. Wird ein Gramm Benzin verbrannt, so entstehen 3,08 Gramm Kohlendioxiod. Verbrennt man ein Gramm Alkohol, so entstehen 1,91 Gramm Kohlendioxid. "Die Bilanz sieht also günstig aus und spricht unter dem Aspekt der Kohlendioxidreduzierung für den Biosprit - auf den ersten Blick", so Dr. Egon Krüger. Benzin wird bekanntlich aus der Destillation von Erdöl gewonnen. Bei der Herstellung von Bioalkohol werden Stärke und Zucker, also Kohlenhydrate, verwendet. "Stärke und Zucker werden in Monosaccharid umgewandelt. Im Zuge der alkoholischen Gärung werden die Monosaccharide vergoren. Und jetzt kommt es: Um ein Gramm Ethanol herzustellen werden wiederum bei der Gärung 0,96 Gramm Kohlendioxid frei." Rechne man nun den Prozess der Verbrennung von Biosprit und den Prozess der Herstellung von Biosprit zusammen, jeweils bezogen auf ein Gramm, dann entsteht eine Gesamtkohlendioxidbilanz von 2,87 Gramm. Die Gesamtbilanz ist also nicht so günstig, wie propagiert; es bleibt nur eine sehr geringe Differenz, so Dr. Krüger. Der Chemiker geht jedoch noch auf einen zweiten Fakt ein: Das ist der Fakt Wasser. "Es gelingt Fachleuten nur mit einem sehr großem Aufwand einhundertprozentigen Alkohol herzustellen. In der Regel handelt es sich um 96-prozentigen Alkohol, sagt Krüger. Alkohol habe nämlich eine Eigenschaft: Er sei hygroskopisch, sprich wasserziehend. "Und damit nähern wir uns dem Verträglichkeitsproblem", so Krüger. Im Zuge der Gärung entsteht höchstens zwanzigprozentiger Alkohol; höher geht nicht, da die Bakterien in dem Konzentrat absterben. Hochkonzentreirt wird alles durch die Destilation.

      "Die Politiker sprechen davon, dass sie dem Benzin zehn Prozent Etanol zusetzen. Bei 100 Liter Benzin sind das zehn Liter Ethanol. Aufgrund der hygroskopischen Eingeschaft des Alkohols enthält dieses menge mindestens 0,4 Liter Wasser. Und das ist auch ein Problem für die Motore. Die Älteren können sich garantiert noch daran erinnern, dass zu DDR-Zeiten die Vergaser eingefroren sind, Benzin friert nicht. Es war das Wasser im Benzin." Für einen Chemiker seien das alles logische, gut nachvollziehbare Schritte, sagt Dr. Egon Krüger. Diese Werte würden dem Normalverbraucher nicht vorgerechnet, sie werden verschwiegen.

      "Fakt ist, dass durch den E10-Einsatz die Leistungsfähigkeit eines Motors gringer wird. Den Ethanol hat lange nicht die Oktanzahlen wie Benzin. Und am Ende muss mehr verbraucht werden, um ein Ziel zu erreichen. Und damit haben wir dann auch einen größeren Kohlendioxidausstoß." Aber das sei schon wieder eine neue Berechnung wert.

      Die Ökobilanz fällt nicht so positiv aus wie die Politik das behauptet.
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    • E-10 ein Wahnsinn von Vielen!


      Mit Ihren ehrgeizigen Klimazielen schiessen die Politiker einen Bock nach dem anderen. Kopflos und ohne Plan wird das Klima geschützt, koste es was es wolle. In diesem Fall halt Menschenleben am anderen Ende der Welt. Sehen wir uns einige Hardfacts einmal genauer an.


      In Deutschland werden am Tag ca. 170 Millionen Liter Kraftstoff verbrannt. Nehmen wir hier 40 % Diesefahrzeuge, die einen etwas geringeren Kraftstoffverbrauch haben (Rechnung mit 20%), bleiben ungefähr 122 Millionen Liter Benzin. Hier soll eine Quote von 10 % Bioethanol erreicht werden, was 12,2 Millionen Litern (täglich) entspricht.

      Für 1 Liter Ethanol werden zwischen 2,3 – 10 KG Biomasse benötigt, das richtet sich nach dem Entsprechenden Rohstoff. Nehmen wir hier einen Mittelwert von 6 Kg an.

      12,2 Millionen Liter x 6 Kg = 73.000 Tonnen Biomasse täglich.

      Bei Weizen zum Beispiel wird je Tonne eine Fläche von 3000 m² Ackerland benötigt. Weizen ist der ergibiegste Energieträger je m².

      Weiterhin muss der Mehrverbrauch von gemittelt 4 % berücksichtigt werden.

      Die Ackerflächen bestellen, die Aufbereitung sind ohne Frage auch nicht ohne entsprechende Kraftstoffe zu bewerkstelligen. Das Düngen etc.

      Nimmt man nun noch mit auf, dass die Motore einer wesentlich stärkeren Abnutzung unterliegen, ist diese Aktion ad Absurdum geführt. Die Vorschläge von Politikern wie Gabriel die Quote auf 20 % zu erhöhen werden uns besonders jene Danken, die aufgrund unseres “Ökowahns” verhungern dürfen.

      Nahrung in Konkurrenz zu Energie zu stellen ist ein Verbrechen. Wir kaufen uns einfach die Nahrungsmittel der Ärmsten. Das Gesetz des “Reicheren”. Die Perversion welche diesem Ganzen innewohnt ist kaum zu übertreffen. Verbrennen wir doch mal die Nahrungsmittel von Gabriel und co. und während diese und deren Kinder am Brotkasten Klimbzüge machen, lassen wir nochmal ordentlich die Reifen ratzen!

      Stoppt diesen verfluchten Ökofaschismus und sucht endlich “ECHTE ALTERNATIVEN”.

      Carpe diem

      bioethanol.vogelbusch.com/de/anlagenplanung.php
      Viele Grüße von
      Brit

      „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

      Antoine de Saint-Exupéry
    • Kopp online 08.03.2011

      Nachdem wir unlängst in KOPP Exklusiv, Heft 5/2011, über einen von britischen Universitäten entwickelten neuen umweltfreundlichen und preiswerten künstlichen Treibstoff berichtet haben, der sehr schnell Benzin emissionsfrei ersetzen könnte, kommt eine ähnliche wissenschaftliche Sensation nun auch aus den Vereinigten Staaten. Dort kann man für 13 Cent je Liter nun unbegrenzt sauberen Treibstoff herstellen – zum Entsetzen der Politik. Denn die Politikerer könnten dann keine Steuern mehr auf Diesel wegen der umweltschädlichen Emissionen erheben - es droht noch mehr Ebbe in den Kassen. Unterdessen zerstören angeblich umweltfreundliche Treibstoff-Beimischungen in Deutschland immer mehr Motoren.

      Erst unlängst haben wir in KOPP Exklusiv (5/2011) über einen neuen preiswerten Treibstoff berichtet, der die Umwelt sofort entlasten, aber auch die Steuerkassen der Regierungen schnell weiter leeren würde. Entwickelt haben den Treibstoff, der binnen drei Jahren flächendeckend verfügbar sein könnte, britische Universitäten in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Cella Energy, einem Tochterunternehmen von Rutherford Appleton Laboratory (RAL). Unser entsprechender Bericht wurde weltweit beachtet, weil die Nutzer dafür keine Veränderungen an den Motoren vornehmen müssen. Im Gegensatz zu Treibstoffen wie E10 gäbe es an den Zapfsäulen keine Verwirrung der Verbraucher. Niederländische Zeitungen recherchierten jeden Absatz nach und bestätigten den Inhalt. Und viele Ingenieure meldeten sich und wollen dabei helfen, das derzeit von der Automobilindustrie getestete Produkt auch an deutschen und österreichischen Tankstellen zu verbreiten. Die Veröffentlichung über die bahnbrechende Entwicklung von Cella Energy hat nun auch ein amerikanisches Unternehmen dazu veranlasst, schneller als eigentlich geplant über einen eigenständigen und von den Briten unabhängigen Durchbruch bei der Entwicklung von künstlichem umweltfreundlichen Treibstoff zu berichten. Wissenschaftler eines amerikanischen Technologie-Konsortiums haben mithilfe der Gentechnik in den vergangenen Jahren insgeheim künstlich einen Mikroorganismus »geschaffen«, der aus Kohlendioxid und Wasser in beliebigen Mengen motorfreundlichen Dieseltreibstoff produziert. Er kostet an der Tankstelle je Liter maximal 13 Cent. Die Öffentlichkeit soll davon noch nichts erfahren. Schließlich gibt es jetzt einen Wettlauf zwischen den britischen und den amerikanischen Erfindern. Wir haben die Einzelheiten. Sie sind spannender als jeder Roman …

      USA entwickeln künstlichen Dieseltreibstoff: Nur 13 Cent je Liter und für Motoren garantiert unproblematisch
      Viele Grüße von
      Brit

      „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

      Antoine de Saint-Exupéry
    • Danke Brit.

      Früher hieß es: Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kot... möchte.

      Heute. Ich kann gar nicht soviel tanken, wie ich koo.. möchte.

      Ich hätte gerne mal die verschiedenen Hilfsorganisationen gehört, was die zu E-10 sagen.

      Welthungerhilfe ??????

      Uns wird ja immer vorgehalten, dass in Brasilien E-80 und E-100 genutzt wird.

      Wahrscheinlich haben die Motoren aus Titan oder welche Autos fahren dort.

      Ich kann nur den Kopf schütteln.

      Und hier in Germany: Wer fährt denn die alten Autos und muss auf Super Plus umsteigen.

      Und Und Und
    • Es ist einfach wirklich nur noch zum Ko... und ich fürchte die werden diesen Mist durchkriegen indem sie das andere Benzin einfach zu teuer machen. Hoffentlich hab ich unrecht, in unseren Tank kommt das auf jeden Fall nicht, lieber lauf ich (und das tu ich sehr ungern!) und Alex schon sowieso!
      Viele Grüße von
      Brit

      „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

      Antoine de Saint-Exupéry
    • Meiner Meinung nach nichts neues, Jens. Als Endverbraucher wirste doch eh an allen Ecken und Enden beschissen. Sorry für die Wortwahl. Zum E10 direkt kann ich nichts sagen, da ich kein Auto fahre, ist es für mich auch nicht von Belang.
    • Sprit-Revolution aus Spanien!

      Forschungserfolg in Spanien
      In überdimensionalen Reagenzgläsern ist eine grünliche Brühe zu sehen, in der sich kleine, weiße Partikel schwimmen. Außerdem wird CO-2 zum nützlichen Stoff statt zum Klimakiller. Was steckt wohl dahinter?

      Ein spanisches Biosprit-Unternehmen hat mit Hilfe der Universität eine Sensation geschafft: Die Herstellung von Rohöl aus Algen.

      Es ist das erste Mal, dass Benzin auf diesem Wege massentauglich hergestellt werden kann, und siehe da: es zündet und bringt den Motor zum Laufen. Und das könnte die Lösung sein für schwindende Ölreserven.

      "Wir haben hier ein patentiertes System, wir machen aus Algen Biomasse und diese Biomasse wird zu einem Biobenzin, das genau das gleiche ist wie Rohöl“, sagte Frederic Fonlut, ’Forscher bei Bio Fuel Systems’.

      In den Gläsern wachsen die Mikroalgen, die den Biosprit erst möglich machen. Bei der Zersetzung der Algen entsteht Öl, nur dauert das in der Natur rund eine Million Jahre, hier geben die Forscher jede Menge Sonnenlicht dazu und CO2, und dann teilen sich die Algen an einem Tag, hinterlassen dabei eine klebrige Biomasse, und die wird durch ein geheimes Verfahren hinter dieser verschlossenen Tür zu Biokraftstoff.

      Im kommenden Jahr soll ein 50 Quadratkilometer großer Algen-Park in Südspanien gebaut werden, und dessen Ausbeute könnte dann umgerechnet vier deutsche Bundesländer mit Benzin versorgen und zusätzlich jede Menge vom Klimakiller CO2 vernichten
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Noch mehr E10-Gefahren
      Pasewalk (RM).

      Die vom Kfz-Verband in MV dringend angemahnten Feldversuche zu den Langzeitfolgen des neuen Bio-Sprits E 10 (der Nordkurier berichtete) unterstützt der Pasewalker Chemiker Egon Krüger ausdrücklich. Ethanol ist ein Lösungsmittel, erinnerte er in einem Gespräch mit unserer Zeitung. "Ethanol hat als Alkohol andere Lösungseigenschaften als die Kohlenwasserstoffe des Benzins. Da kann man nicht ausschließen, dass durch Ethanol Dichtungen beschädigt werden, dort also Stoffe herausgelöst werden, in deren Folge Undichtigkeiten zu Tage treten. Je größer der Ethanolanteil, umso größer ist die Gefahr, dass am Motor in der jetzigen Bauart Schäden entstehen."

      Wie berichtet, hat der so genannte Benzingipfel von Bundesregierung, Wirtschaft und Verbänden am Dienstag keine Aussagen zum Vorgehen bei möglichen langfristigen Motorschäden gebracht. Die von Verbraucherschützern geforderten schriftlichen Garantien für die Verträglichkeit von E 10 wurden nicht gegeben. Viele Kraftfahrer weichen aufgrund der noch immer unklaren Situation auf das teurere Superbenzin aus. Ergebnis des Benzingipfels war, dass E 10 durchgedrückt wird. Aufklärung sollen jetzt die Tankstellen betreiben. Im Uecker-Randow-Kreis weichen wieder zunehmend Kraftfahrer in Richtung Polen aus. Die Preise schwanken auch dort. Derzeit kostet der Liter Super im Schnitt umgerechnet 1,25 bis 1,30 Euro.

      Quelle: Nordkurier: Artikel vom 11.03.2011
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    • E10-Treibstoff
      Die Mär vom Prima-Klima-Sprit


      Von Markus Becker


      AP
      Entwaldung in Indonesien: Palmölplantagen für Biosprit-Produktion verdrängen Regenwald
      Die Autofahrer wollen den umstrittenen Biosprit E10 nicht tanken, es ist ein Fiasko für Politik und Mineralölkonzerne - aber ein Segen für die Umwelt, glauben Forscher und Naturschützer. Sie geißeln die Biosprit-Operation seit Jahren als Unfug.

      Was für ein Desaster. Autofahrer boykottieren den neuen E10-Biosprit, an Tankstellen drohen Engpässe bei der Versorgung mit dem plötzlich hoch begehrten Super Plus, Politiker fordern inzwischen sogar die Abschaffung von E10. Nur Wissenschaftler und Umweltschützer dürften zufrieden sein - denn mehrheitlich halten sie den Biosprit seit Jahren für umwelt- und energiepolitischen Unsinn.


      Schon Sigmar Gabriel (SPD) geriet als Bundesumweltminister gleich mehrfach mit der Fachwelt aneinander, als er seine Pläne zur Biosprit-Förderung vorantrieb. Im März 2008 hatte der wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik in einem umfangreichen Gutachten erklärt, was er von Biodiesel und Bioethanol aus deutscher Produktion hält: gar nichts. Der vermeintliche Öko-Sprit sei im Vergleich zu anderen klimapolitischen Optionen kostspielig und nutzlos. Gemessen auf einen Hektar Anbaufläche werde auf diese Weise einfach zu wenig Kohlendioxid eingespart.

      Im Dezember 2008 legte der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WGBU) mit der Studie "Zukunftsfähige Bioenergie und nachhaltige Landnutzung" nach. Die glasklare Empfehlung: Die Bundesregierung sollte das Gesetz zur Beimischung von Biokraftstoffen stoppen, den Anteil der vermeintlichen Öko-Sprits am Benzin auf Null fahren und jegliche Förderung einstellen.

      "Lasst den Unsinn sein!"

      An dieser Einschätzung hat sich seitdem nichts geändert, sagt Jürgen Schmid, WGBU-Mitglied und Leiter des Kasseler Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik: "Die Empfehlung lautet nach wie vor: Lasst den Unsinn sein!" Biotreibstoffe in Verbrennungsmotoren zu verfeuern, ergebe prinzipiell keinen Sinn, da die Triebwerke schlicht zu ineffizient seien. "Die Klimaschutzwirkung praktisch aller in Deutschland angebauten Biosprit-Sorten ist negativ", sagt Schmid. Mit anderen Worten: Ihre Nutzung als Autokraftstoff schadet dem Klima mehr, als sie ihm nutzt.

      Das liegt vor allem daran, dass gewaltige Landflächen für die Biosprit-Produktion reserviert werden müssen. Ein Resultat, kritisieren Umweltschützer und Wissenschaftler, ist die Abholzung ungeheurer Regenwaldflächen. "Wenn ein deutscher Bauer ein Feld auf die Biosprit-Produktion umstellt, muss die wegfallende Kapazität für die Nahrungsmittelherstellung irgendwo auf der Welt ersetzt werden", sagt Schmid. Zumindest gelte das, wenn man Biosprit in bedeutenden Mengen produzieren wolle.

      Dabei seien Berechnungen wie die des WGBU noch äußerst vorsichtig. "Wir haben in zwei Szenarien angenommen, dass nur die Hälfte oder ein Viertel der in Deutschland wegfallenden Nahrungsmittel-Ackerflächen anderswo ersetzt werden. Und schon da war die Klimabilanz des Biosprits negativ."

      Internationale Experten kamen in mehreren Studien zu ähnlichen Ergebnissen. So rechneten US-Forscher im Mai 2009 im Fachblatt "Science" vor, dass es sinnlos ist, Biotreibstoff in Verbrennungsmotoren einzusetzen. Besser sei es, aus der Biomasse Strom zu gewinnen und damit Elektrofahrzeuge anzutreiben. Bei Bewirtschaftung der gleichen Fläche würden Autos mit diesem Verfahren mehr als 80 Prozent weiter kommen als mit Bioethanol-betriebenen Motoren. Die Bioelektrizität sei zudem wesentlich klimafreundlicher. Sie spare im Vergleich zu einem herkömmlich benzinbetriebenen Auto mehr als doppelt so viel Kohlendioxid ein wie das Bioethanol-Verfahren.

      Wie 12 bis 26 Millionen zusätzliche Autos in Europa

      Zuletzt stellte das Londoner Institut für europäische Umweltpolitik (IEEP) im November 2010 eine Studie vor. Auch hier lautete das Ergebnis: Biosprit sei "schädlicher für das Klima als die fossilen Energien, die er ersetzen soll". Grundlage der Untersuchung waren die offiziellen Pläne von 23 EU-Mitgliedstaaten zum Ausbau der erneuerbaren Energien bis 2020. Bis dahin sollen in Europa 9,5 Prozent der Energie für den Verkehr aus Biosprit bestehen. Dafür müssten laut der IEEP-Studie weltweit bis zu 69.000 Quadratkilometer Wald, Weiden und Feuchtgebiete als Ackerland kultiviert werden - eine Fläche mehr als zweimal so groß wie Belgien. Jährlich bis zu 56 Millionen Tonnen CO2 würden so freigesetzt, was zusätzlichen 12 bis 26 Millionen Autos auf Europas Straßen entspreche.

      Hinzu kommt der starke Einsatz von Kunstdünger beim Energiepflanzenanbau. Der Chemienobelpreisträger Paul Crutzen hat mit seinem Team berechnet, dass dadurch größere Mengen des äußerst klimawirksamen Lachgases entstehen. Dadurch falle etwa die Ökobilanz von Raps-Diesel negativ aus: Im Extremfall könnte dessen Treibhauswirkung um 70 Prozent höher liegen als bei konventionellem Treibstoff.

      Sollte es bei der Einführung des E10-Sprits bleiben, würde die in Deutschland eingesetzte Menge an Biotreibstoff langfristig steigen, sagt Corinna Hölzel von der Umweltorganisation Greenpeace. "Das hat in vielen Ländern einen verheerenden Raubbau an der Natur zur Folge." Mit nachhaltiger Entwicklung habe das nichts zu tun. Um mit dem Autofahren so weiter zu machen wir bisher, "haben wir weder ausreichend Landflächen für die Biosprit-Herstellung noch genügend fossilen Brennstoff", sagt Hölzel. Deshalb müsse man auf kleinere und sparsamere Autos und alternative Verkehrskonzepte setzen.

      Bauernpräsident: "Schauen Sie auf Schulhöfen nach"



      spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,749055,00.html