Fische

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    • Stichlinge sind Kannibalen



      Bei Stichlingen ist das Männchen an der rötlichen Färbung zu erkennen.
      Stichlinge können den Anteil eigener Eier in den von ihnen bewachten Gelegen scheinbar abschätzen. Sie fressen die Gelege umso eher komplett auf, je mehr fremde Eier sich darin befinden, berichtet ein Forscherteam in den "Proceedings B" der britischen Royal Society. Die Fische unterscheiden die Eier vermutlich anhand des Geruchs.

      Kannibalismus kommt bei den auch in Deutschland weit verbreiteten Dreistachligen Stichlingen (Gasterosteus aculeatus) regelmäßig vor. Die Gründe für das Verhalten sind nicht ganz klar, möglicherweise fressen die Männchen Teile der Brut auf, um Energie zu gewinnen und den Rest des Nachwuchses über die Runden zu bringen oder die Überlebenschancen zukünftiger Nachkommen zu erhöhen.

      Fremde Männchen befruchten Eigelege
      Bekannt ist, dass Unsicherheiten über die eigene Vaterschaft kannibalistisches Verhalten begünstigen. Bei Stichlingen befruchten häufig fremde Männchen Teile eines Eigeleges. Durch das Auffressen solcher "Kuckuckseier" stellt das brutpflegende Männchen sicher, dass es keine Energie für die Weitergabe fremder Gene verschwendet. Ob und wie Stichlinge allerdings fremde Eier erkennen, ist bisher unklar.



      n-tv.de/wissen/weltall/Stichli…ibalen-article841215.html
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Die Ausbeutung der Meere
      Fischgründe sind erschöpft



      Überall auf der Welt werden die Meere extrem ausgebeutet. Fischer finden kaum noch neue Fischgründe. Der Rückgang der Fischerträge ist kein Ergebnis von Schutzmaßnahmen, sondern der Beweis, dass es immer weniger Fisch in den Meeren gibt, warnen Forscher.

      Die kommerzielle Fischerei kann sich weltweit kaum noch neue Fanggründe erschließen und beutet die schon genutzten Gebiete extrem aus. Das berichten Forscher um Wilf Swartz vom Fischereizentrum der Universität von British Columbia in Vancouver (Kanada) im Journal "PLoS One". Demgegenüber seien nur knapp 0,1 Prozent der Weltmeere als Schutzgebiete ausgezeichnet, in denen nicht gefischt werden dürfe.

      Mit 90 Millionen Tonnen gefangenem Fisch erreichte die Fischerei in den späten 1980er Jahren ihren Höhepunkt, heißt es in "PLoS One". Im Jahr 2005 waren es noch 87 Millionen Tonnen. Dieser Rückgang zeuge aber nicht von erfolgreichen Schutzmaßnahmen, berichten die Autoren. "Es zeigt eher an, dass wir schlicht keinen Raum mehr haben, um die Fischereigewässer auszudehnen", erklärte Swartz. Viele Fischer schöpften die Gründe zudem so weit aus, bis kein Fisch mehr übrig sei, ergänzte Co-Autor Daniel Pauly.

      Ausbeutung der Meere hält an
      Der Blauflossenthun ist vom Aussterben bedroht, wird aber trotzdem gefischt und verkauft.
      Das Team wertete Daten aus den Jahren von 1950 bis 2005 aus. Bis zu den 1970er Jahren seien die Fischereigründe jährlich um je eine Million Quadratkilometer ausgedehnt worden. Von den 1980er bis in die frühen 1990er Jahre habe sich diese Rate der Ausdehnung verdreifacht. Diese Ausweitung der Fischerei auf neue Gebiete sei eine der Ursachen dafür, dass es noch so viel Fisch zu kaufen gebe.

      Die Forscher analysierten nicht allein die Zahlen der angelandeten Tiere. Sie berücksichtigten zudem, wie viele Algen und andere Kleinstlebewesen ("Primärproduktion") nötig sind, um die jeweilige Fangmenge zu ernähren. Dies ist vergleichbar mit der Menge Gras, die jährlich gebraucht wird, um Milch oder Fleisch herzustellen. Durch diese Methode können die Forscher nach eigenen Angaben die Auswirkungen der Fischerei auf verschiedene Arten vergleichen, beispielsweise Thunfisch oder Sardinen.

      Swartz und seine Coautoren weisen darauf hin, dass die Datenbasis ihrer Untersuchung nicht vollständig ist. Aus afrikanischen Gewässern lägen wenige Daten vor, und im Pazifik gebe es eine hohen Anteil von Piratenfischern.


      .dpa
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    • Dramatischer Raubfisch-Rückgang
      Weltmeere sind abgewirtschaftet



      Wissenschaftler schlagen Alarm: Die Zahl der Raubfische sinkt in den Weltmeeren dramatisch. Ihre Forderung: um Thunfisch, Kabeljau und Barsch eine Überlebenschance zu geben, müssen die globalen Fangquoten "umgehend" gedrosselt werden.


      Die Weltmeere haben im letzten Jahrhundert zwei Drittel ihrer Raubfische verloren. Geblieben sei der Fang, der in Fischfarmen verfüttert wird - Sardinen, Sardellen und Kapelan - warnte Villy Christensen vom Fischereizentrum der Universität British Columbia am Freitag in Washington. Christensen sprach bei der Jahrestagung des amerikanischen Wissenschaftsverbandes AAAS in Washington. Ohne "die Könige der Meere" - Thunfisch, Kabeljau und Barsch - gebe es keine Balance mehr, seien die Ozeane "zu Fischfarmen abgewirtschaftet".

      Die Nachfrage nach hochwertigem Essfisch stieg nach Angaben des Experten Siwa Msangi vom Internationalen Forschungsinstitut für Nahrungsmittelpolitik in Washington seit Ende der 60er Jahre global. Allein China habe seinen Fischkonsum um 42 Prozent erhöht, trage allerdings auch zunehmend zum Ertrag bei, sagte Msangi.

      Sorge bereitet den Experten, dass bei der Suche nach den rar gewordenen Raubfischen bis zu 80 Prozent des eingeholten Fangs als Abfall beseitigt oder Farmfischen serviert wird. "Wir müssen lernen, all unseren Fisch selbst zu essen", forderte Christensen.

      Jacqueline Alder vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in Nairobi (Kenia) riet dazu, die globalen Fangquoten "umgehend" zu drosseln, um den überfischten Arten eine Chance zu geben, sich zu regenerieren. "Die Ökosysteme im Meer müssen sich erholen. Sonst haben wir bald gar keinen Fisch mehr", sagte sie.

      Sollten sich die Ozeane durch den Klimawandel weiter erwärmen, seien noch weit drastischere Maßnahmen angesagt. "Dann reicht der Fangstopp allein nicht mehr."

      .dpa
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    • Fischfrauen wachsen Spermien

      Im Golf von Mexiko haben Forscher Fischweibchen entdeckt, denen Spermien wachsen. Schuld ist nicht die Ölkatastrophe, sondern der geringe Sauerstoffgehalt im Wasser.
      Der Sauerstoffmangel im Wasser vor der Südküste der USA lässt in vielen Fischweibchen des Atlantischen Umber Spermien wachsen. Zudem gibt es in den betroffenen Regionen von der untersuchten Art mehr Männchen als Weibchen. Dies berichtet eine Gruppe um Peter Thomas vom Institut für Meereswissenschaften an der Universität von Texas in Austin. Die Forscher warnen vor schwerwiegenden Folgen auch für weitere Fischbestände.

      Ursache ist nicht die Ölkatastrophe vor der Südküste der USA. Durch die vielfach ungebremste Überdüngung gelangen weltweit große Mengen Stickstoff und Phosphor in die Flüsse – und damit auch die Küstengewässer. Das lässt viele Algen und andere Pflanzen im Wasser sprießen, deren mikrobieller Abbau Sauerstoff benötigt. Folge sind dann Bereiche, in denen das lebenswichtige Element im Wasser fehlt. Bei einem Gehalt von weniger als zwei Milligramm gelöstem Sauerstoff je Liter Wasser ist von Sauerstoffmangel (Hypoxie) die Rede. Übliche Werte liegen bei sieben Milligramm. Im schlimmsten Fall kommt es zu großen Massensterben.

      Zu wenig Sauerstoff im Golf von Mexiko
      Der Golf von Mexico – also dem weitgehend von Nord- und Mittelamerika eingeschlossenen Seegebiet – hat zahlreiche Zonen mit zu wenig Sauerstoff. Der Atlantische Umber ("Atlantic croaker", Micropogonias undulatus) ist ein verbreiteter Fisch, den die Forscher sowohl in Gebieten mit Sauerstoff-Mangel (insgesamt sechs) als auch in intakten Gewässern (insgesamt drei) fingen. Der Vergleich zeigte, dass in den Keimdrüsen von annähernd 19 Prozent der Weibchen aus Sauerstoffmangel-Gebieten Spermien wuchsen. In den Gewässern mit normalem Sauerstoffgehalt zeigte sich dieser Befund hingegen nicht.

      Inzwischen gibt es den saisonalen Sauerstoffmangel weltweit in Seegebieten mit einer Größe von rund 250.000 Quadratkilometern, schreibt Thomas. In den vergangenen 25 Jahren habe sich das Problem verstärkt. "Das betrifft die Fischerei-Ressourcen in den Küstenregionen und damit viele Menschen, die darauf angewiesen sind." Daher sollten Untersuchungen wie seine in anderen Regionen wiederholt werden.

      Molekulare Ursache der Fehlbildung
      Die Forscher haben auch Hinweise auf die molekularen Ursachen der Fehlbildungen in den Keimzellen. Fische aus Sauerstoff-Mangelgebieten hatten weniger von dem Enzym Aromatase – dieses spielt eine Schlüsselrolle bei der Produktion weiblicher Geschlechtshormone. Der gleiche Effekt zeigte sich bei Fischen, die im Labor versuchsweise einem Sauerstoffmangel ausgesetzt waren.


      .dpa
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    • Hohe Preise, lange Generationszeit
      Thunfisch vom Aussterben bedroht


      Thunfische und Marline sind laut einer US-Meeresforschungsbehörde am meisten vom rücksichtslosen Fang bedroht. Ihr Fleisch erzielt hohe Preise. Zudem brauchen sind viele Jahre, um sich zu vermehren. Das bedroht ihren Bestand zusätzlich. Die Studie ist die erste, die den globalen Fischbestand nach den Kriterien der Roten Liste beurteilt.

      .Viele wertvolle Speisefische sind nach den Kriterien der Roten Liste bedroht und brauchen dringend einen besseren Schutz. Das ergibt eine Untersuchung von Bruce Collette von der US-Meeresforschungsbehörde NOAA. Etliche Makrelen, Thunfische sowie Marline und deren Verwandte seien zu stark befischt, schreibt das Team im Journal "Science".

      Viele der Tiere haben gleich mehrere Probleme: Ihr Fleisch erzielt hohe Preise, und sie brauchen lange Zeit, bis sie sich vermehren. Beides sorgt dafür, dass der Bestand schnell schrumpft. Die Studie ist nach Angaben der Forscher die erste, die den globalen Bestand der schlanken, silbrigglänzenden Fische (Familien Scombridae, Istiophoridae, Xiphiidae) nach den Kriterien der Roten Liste beurteilt, schreiben die Forscher.

      Ökologisches Gleichgewicht verschiebt sich
      Die Bedenken um den rücksichtloslosen Fang kreisen nicht allein um das Verschwinden der schnellen Schwimmer. Die teils mehrere Meter großen Fische sind die Spitze der Nahrungspyramide im Meer. Fallen sie aus, vermehren sich die Beutetiere – nach und nach verschiebt sich so das fein austarierte ökologische Gleichgewicht.

      Insgesamt wurden Daten von 61 untersuchten Arten gesammelt. Zu elf von ihnen gibt es zu wenige Angaben – sie bekommen gemäß der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) die Einstufung "nicht genügend Daten". Für 39 Arten gilt die Kategorie "schwächste Sorge". Vier Fischarten fallen in die Stufe "nahezu bedroht" – es ist zu erwarten, dass sie in naher Zukunft Probleme bekommen werden.

      Sieben Arten sind " kritisch bedroht"
      Sieben Arten erhalten die Listenplätze "verletzlich", "bedroht" oder "kritisch bedroht". Zu ihnen zählen der Südliche Blauflossen-Thun, der Rote Thun, der Großaugen-Thun, der Blaue und der Weiße Marlin. Sie alle müssen erst etwa fünf Jahre alt werden, bevor sie sich vermehren, und ihr Fleisch ist eine begehrte Spezialität. Der Bestand des Südlichen Blauflossen-Thuns wird auf nur noch 5 Prozent seiner ursprünglichen Größe geschätzt.

      Bei den beiden verbleibenden Fischarten handelt es sich um die Australische Fleckenmakrele und die Königsmakrele vor der Westküste Nordamerikas. Die Autoren regen an, die Kontrollen der Fischer zu verstärken und weniger Tiere zu fangen. Dann könnte sich die wertvolle Ressource Fisch erholen.

      n-tv.de/wissen/Thunfisch-vom-A…droht-article3773181.html
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Nach 90 Jahren wieder Störe in der Havel
      26.10.2011, 10:51 Uhr
      Nach fast einem Jahrhundert schwimmen in dem Fluss nun wieder 250 Jungstöre. Sie sollen von hier aus in die Nordsee ziehen.
      Milower Land. In der Havel sind erstmals wieder Jung-Störe ausgesetzt worden. In dem Fluss wurde der Fisch zuletzt vor 90 Jahren nachgewiesen, wie die „Märkische Allgemeine“ (Mittwoch) berichtete.
      Die 250 Jungfische aus französischer Zucht sollen in die Nordsee schwimmen. Wenn sie geschlechtsreif sind, also nach zwölf bis 15 Jahren, kehren Störe an ihren Geburtsort zurück. Dann werden sie die Havel bei Bahnitz (Havelland) ansteuern. Das Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin hofft, dass die Neuansiedlung der bis zu 1,50 Meter großen Fische gelingen wird. (dpa/bb)
      Gruß Peter

      Tierschutz ist die Erziehung zur Menschlichkeit !
      Albert Schweitzer
    • Greenpeace-Ranking ändert Einkaufspolitik der Supermärkte bei Fisch

      dapd


      Greenpeace-Ranking ändert Einkaufspolitik der Supermärkte bei Fisch
      Hamburg


      Mit Einkaufsrichtlinien für Fisch und Meeresfrüchte haben Deutschlands Supermarktketten und Discounter auf die anhaltende Überfischung der Weltmeere reagiert. "Ein Fortschritt bei Nachhaltigkeit, Kennzeichnung und Transparenz ist deutlich sichtbar", sagte Greenpeace-Meeresexpertin Iris Menn am Mittwoch in Hamburg bei der Vorstellung des Supermarkt-Rankings der Umweltschutzorganisation. Es gebe gute Ansätze, wenngleich keines der Unternehmen bereits auf einem "guten Standard" sei.

      Seit 2007 bewertet Greenpeace die Einkaufspraxis von 15 deutschen Handelsunternehmen bei Fisch und Meeresfrüchten. Untersucht wird, welche Vorgaben sich die Unternehmen geben und wie sie diese umsetzen. Ein nachhaltiger Fischeinkauf sowie eine verbesserte Kennzeichnung und Rückverfolgung der Produkte können laut der Umweltschutzorganisation gegen die Überfischung der Meere helfen.

      Das mittlerweile fünfte Greenpeace-Rankings führt erneut die Supermarktkette Kaufland an, gefolgt von Bünting und Norma. Deutliche Verbesserungen zeigen sich den Angaben zufolge bei Kaiser's Tengelmann, Metro Cash & Carry, Aldi Süd und Aldi Nord.

      Lediglich Netto Markendiscount mache als einziges Unternehmen seine Einkaufspolitik nicht öffentlich zugänglich, bei allen anderen sei die Richtlinie für den Verbraucher im Internet zugänglich, sagte die Greenpeace-Aktivistin.

      Die abgefragten Kategorien Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung der Produkte, Sozialstandards und Transparenz seien inzwischen Bestandteil der supermarkteigenen Richtlinien geworden, sagte Menn. Kein Unternehmen sei mehr im roten Bereich. "Wir haben einen Meilenstein erreicht", fügte sie hinzu. Allerdings gebe es "noch kein Unternehmen mit einer grünen Bewertung".

      Greenpeace unterscheidet zwischen den Farben rot (schlechter Standard), orange (gute Ansätze erkennbar) und grün (guter Standard). 2011 erhielten alle 15 Unternehmen die Gesamtbewertung orange.

      Neben dem Handel und den Verbrauchern sei auch die Politik gefordert, wenn es um den Schutz der Fischbestände geht, erklärte Greenpeace. Die "Gemeinsame Fischereipolitik" in der EU habe versagt. Die EU-Kommission habe 2008 eingestehen müssen, dass 88 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände in EU-Gewässern überfischt seien. Die sei ein Resultat der riesigen Überkapazität der EU-Flotte und ihrer zerstörerischen Fangmethoden.

      Die bisherigen Reformansätze seien am Widerstand von EU-Mitgliedern wie Spanien und Frankreich gescheitert. Greenpeace forderte die Bundesregierung auf, sich für den Abbau der Überkapazitäten der EU-Fischereiflotte einzusetzen und den Handel zu unterstützen.

      dapd
    • Das Neunauge ist bedroht
      "Fisch des Jahres" ist kein Fisch


      Biologen zählen Neunaugen zu den Kieferlosen. Trotzdem wird das Tier zum "Fisch des Jahres" gewählt. Damit soll auf die Bedrohung durch verschmutzte Gewässer hingewiesen werden. In Deutschland gibt es vier verschiedene Neunaugen-Arten.

      Das Neunauge ist der Fisch des Jahres 2012. Die Bestände der aalförmigen Tiere in Deutschland hätten sich zwar in den vergangenen Jahre erholt, es seien jedoch weitere Anstrengungen nötig, um den Fortbestand der einzelnen Neunaugenarten zu sichern, teilte der Verband Deutscher Sportfischer im Rahmen seiner Jahreshauptversammlung in Bad Kreuznach mit. Das Neunauge ist vor allem durch das Verschmutzen und Bebauen von Gewässern bedroht.

      Neunaugen haben keinen gewöhnliches Maul.
      (Foto: dapd)
      Neunaugen gibt es seit rund 500 Millionen Jahren, damit zählen sie zu den ältesten Wirbeltierarten. Die Tiere haben keine Schuppen und auch kein gewöhnliches Maul mit einem Ober- und Unterkiefer, sondern einen kreisförmigen Saugmund mit Zähnen auf der unteren Seite. Biologen zählen sie daher gar nicht zu den Fischen, sondern zu den sogenannten Kieferlosen.

      In Deutschland leben vier Neunaugen-Arten: das Bach- und Flussneunauge, das ukrainische Neunauge sowie das Meerneunauge. Im Meer lebende Arten können bis zu 75 Zentimeter lang werden. Einige Arten leben zeitweise parasitär und saugen sich an anderen Fischen fest. Dort raspeln sie die Haut auf, nehmen Blut und Gewebeteile auf und bohren sich manchmal bis in die Körperhöhle des Opfers vor.

      Der Name Neunauge geht nach Verbandsangaben darauf zurück, dass beim flüchtigen Betrachten der Tiere neben den eigentlichen Augen auch die Nasenöffnung sowie seitliche Kiemenöffnungen für Augen gehalten werden können.

      dpa
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Seltener FangFischer holen Mondfisch aus der Ostsee14.11.2012 16:36 Uhr
      Groß, grau, glitschig: Fischer haben vor Rügen einen Mondfisch aus dem Meer geholt. Ein außergewöhnlicher Fang - denn die Tiere sind in der Ostsee nicht heimisch.
      In dem Seegebiet vor Rügen haben Fischer diesen, nicht in der Ostsee heimischen, Mondfisch gefangen.
      Sassnitz. Fischer haben im Seegebiet vor Rügen einen in der Ostsee nicht heimischen Mondfisch gefangen. Experten des Deutschen Meeresmuseums untersuchten das tote, rund 46 Zentimeter lange und 72 Zentimeter hohe Tier am Mittwoch und entnahmen Gewebeproben.
      Es handele sich um einen außergewöhnlichen Fang, sagte der Fachbereichsleiter Wissenschaft, Timo Moritz, der dpa. Mondfische seien in der Ostsee „sehr selten“ zu finden. Die bis zu drei Meter langen Tiere sind in tropischen und subtropischen Meeren heimisch. Das offenbar junge Exemplar sei vermutlich mit der Strömung in die Nord- und von dort in die Ostsee getrieben worden.
      aus: haz.de (auch Bild)
    • Hoffnung auf Wiederansiedlung - Störe werden in der Oder ausgesetzt

      Störe sind lebende Fossilien und seit 200 Millionen Jahren im Tierreich fest verankert. Der Mensch mit gerade mal 200 000 Jahren Evolutionsgeschichte hat es geschafft, ihn fast auszurotten. Nun soll der Stör wieder heimisch werden - späte Wiedergutmachung.
      Wird der Stör in der Oder wieder heimisch? Wissenschaftler und Fischer hoffen darauf und setzen 200 etwa 60 Zentimeter lange und ein Jahr alte Störe in die Oder aus.
      Der Stör hat nicht nur wegen seines edlen Kaviars eine besondere Bedeutung für den Menschen. Der bis zu vier Meter lange Fisch ist ein „lebendes Fossil“, bereits vor 200 Millionen Jahren haben Störe die Gewässer bevölkert. Doch von den weltweit 27 bekannten Arten des Störs sind vor allem wegen Umweltverschmutzung und Überfischung alle gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

      Heute jedoch genießt er große Wertschätzung. Seit 1994 kümmert sich die Rostocker Gesellschaft zur Rettung des Störs um die Wiederansiedlung des Wanderfisches, der auch Fisch des Jahres 2013 in Brandenburg ist. Am Montag werden bei Hohensaaten (Kreis Märkisch-Oderland) 200 etwa 60 Zentimeter lange und ein Jahr alte Störe in die Oder ausgesetzt. „Die Fische wiegen bis zu einem Kilo und sind im Sommer doppelt so schwer“, prognostiziert Carsten Kühn von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Born auf dem Darß.

      Dort tummeln sich in zwei ehemaligen Hafenbecken 30 Laichstöre. Sie sind etwa 2,50 Meter groß und wiegen bis zu 100 Kilo. In den vergangenen Jahren wurden Millionen Dottersacklarven ausgesetzt, kleine, nicht schwimmfähige Larven mit einem Dotter-Nährstoffdepot. Sie können in diesem Alter an das Gewässer geprägt werden und kommen später zum Laichen zurück. „Wir hoffen, dass es ein paar Prozent wirklich schaffen“, sagt Kühn.

      Der Stör braucht rund 20 Jahre, um sich fortzupflanzen

      Die Wissenschaft ist sich uneins, ob es für die Prägung reicht, heranwachsende Fische auszusetzen. Denn sie schwimmen laut Kühn in die Ostsee und „streunen dort herum“, bis sie alt genug sind, zu ihren Laichgründen zurückzuschwimmen. Die Frage ist, ob sie dann die Oder wiedererkennen. Kühn rechnet damit, dass es noch 20 bis 30 Jahre dauert, bis in der Oder ein Bestand entsteht, der sich selbst reproduzieren kann. Denn der Stör hat - aus Sicht des Menschen - einen gravierenden Nachteil: Er braucht rund 20 Jahre, um sich fortzupflanzen.

      Christopher Zimmermann vom Rostocker Thünen-Institut für Ostseefischerei hält die Bemühungen zur Wiederansiedlung für aussichtsreich. Anders als beim Aal lassen sich Störe in Gefangenschaft vermehren und unternehmen nicht notwendigerweise weite Wanderungen, an denen sie Verbauungen der Süßgewässer hindern. „Vielleicht ist er irgendwann sogar wieder als fischereiliche Ressource interessant - das dürfte aber noch dauern, auch wenn weiterhin viele Störe ausgesetzt werden“, sagt Zimmermann.

      Kühn und seine Kollegen hoffen, dass sie ein paar der Störe nochmals zu Gesicht bekommen. Denn die Fische tragen an der Rückenflosse eine gelbe Plastikmarke mit einer Nummer. Wenn ein Fischer einen Stör fängt, soll er ihn vermessen, fotografieren und zurück ins Wasser werfen. „Als Anreiz gibt es eine Fangprämie zwischen 10 und 25 Euro“, sagt Kühn. Für andere Tiere, die einen Sender tragen, kann es sogar bis zu 100 Euro geben.

      Der Stör gehört als Raubfisch ins Ökosystem

      Dass sich das Projekt zur Erhaltung des Störs zumindest gut entwickelt, zeigen die häufigen Fangmeldungen. Einzelne Fische seien schon mehrmals in einem Netz gelandet. Dabei werden die Baltischen Störe nicht wegen ihres Kaviars ausgesetzt. Wenn es überhaupt um eine künftige wirtschaftliche Bedeutung gehen sollte, dann wegen ihres Fleisches. Denn im Unterschied zum Europäischen Stör sind bei ihm die Eier kleiner und uneinheitlich schwarz-grau gefärbt.

      Der Geschäftsführer des Landesanglerverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Axel Pipping, freut sich, dass der Stör möglicherweise bald wieder heimisch wird. „Er gehört als Raubfisch ins Ökosystem“, betont er. Er bereichere die Artenvielfalt und zeige auch, dass die Bemühungen zur Verbesserung der Umwelt Erfolge zeigen. Er rechnet damit, dass Störe die durch die Verringerung der Artenvielfalt in Massen auftretenden Brachsen oder Plötzen zurückdrängen. Er geht davon aus, dass es noch sehr lange dauern wird, bis das Fangverbot für Störe aufgehoben wird. „Bis dahin kann man nur hoffen, dass sich alle dran halten.“
      aus:
      nordkurier.de/cmlink/nordkurie…-oder-ausgesetzt-1.559128