EuroNatur

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    • EuroNatur und der sprechende Baum

      Eine sprechende Eiche? Im Botanischen Garten der Stadt Erlangen gibt es sie. Seit März 2011 ist der Baum auf Sendung und versorgt eine eigens für ihn eingerichtete Webseite und verschiedene Internetplattformen wie youtube, Facebook, Twitter und Flickr rund um die Uhr mit Nachrichten, Fotos und Videos aus seinem Alltag.
      >Link zum Video über das Projekt

      Das von Spektrum der Wissenschaft ins Leben gerufene und von EuroNatur gemeinsam mit der Universität Erlangen und der Siemens AG unterstützte Projekt ist in Deutschland bislang einzigartig. Um die Eiche zum Sprechen zu bringen, ließen Wissenschaftler des Instituts für Geographie der Universität Erlangen den Baum mit verschiedenen Instrumenten ausstatten – darunter eine Wetterstation und ein Schadstoffmessgerät. Eine spezielle Software übernimmt die Rolle des Übersetzers und wandelt die gesammelten Rohdaten so um, dass sie als Nachrichten ins Internet gesendet werden können. Auf einer begleitenden Blogseite werden die übertragenen Messwerte des Baumes genauer beleuchtet und von Experten kommentiert.


      Botschafter für den Naturschutz in Europa
      „Wir hoffen, dass der sprechende Baum ein Botschafter für den Naturschutz in Europa wird und möglichst viele Menschen dafür begeistert, sich für diese wichtige Aufgabe einzusetzen. Wälder sind weit mehr als nur eine Anhäufung von Bäumen: Sie sind komplexe Ökosysteme und lassen sich nicht beliebig aufforsten. Europas Wälder brauchen dringend Schutz“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer.

      Der Druck auf die Wälder ist gewaltig: Jedes Jahr werden weltweit 13 Millionen Hektar Wald durch menschlichen Einfluss zerstört. Die intensive wirtschaftliche Nutzung der Waldflächen ist zusammen mit der starken Zerschneidung der Wälder durch Verkehrswege und Siedlungen eine wesentliche Ursache für den Verlust der biologischen Vielfalt in Europa.


      Wir brauchen die Wälder

      Doch nicht nur für den Erhalt der Artenvielfalt haben Wälder eine Schlüsselfunktion. Die Wälder der Erde – und nicht nur die tropischen Regenwälder – speichern riesige Mengen an Kohlenstoff. Den Wald in seiner Vielfalt zu erhalten ist eine der kostengünstigsten Möglichkeiten, Emissionen zu senken. Darüber hinaus schützen Wälder vor Hochwasser, Lawinen und Erosion, filtern Stäube, Gase und radioaktive Stoffe aus der Luft, produzieren Sauerstoff, spielen eine wichtige Rolle bei der Trinkwassergewinnung, liefern Rohstoffe und sind Orte der Ruhe und Erholung.

      EuroNatur setzt sich in einer breiten Palette von Projekten dafür ein, die Wälder Europas in ihrer Vielfalt zu erhalten. Lesen Sie mehr auf den folgenden Seiten:

      Grünes Band Europa – Vom Eisernen Vorhang zur Linie des Lebens

      Albaniens Wilder Norden – Schatzkammer der ökologischen Vielfalt in Europa

      Jablanica-Shebenik – Perle am Grünen Band

      Zwischen Krauskopfpelikan und Prespa-Nase: Das Prespa-Ohrid-Seenland

      Naturerbe retten - EuroNatur erhält Lebensraum von Fischotter & Co. in Brandenburg

      Bahn frei für Europas Wildtiere


      >>> UNTERSTÜTZEN SIE DEN SCHUTZ DER WÄLDER IN EUROPA UND WERDEN SIE EURONATUR-FÖRDERMITGLIED!

      Link zum sprechenden Baum
      Viele Grüße von
      Brit

      „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

      Antoine de Saint-Exupéry
    • ARD zeigt Tatort Adria - Vogeljagd auf dem Balkan

      Liebe Freundinnen und Freunde von EuroNatur,

      auf dem Balkan, genauer gesagt an der östlichen Adria, ist die Vogeljagd derzeit wieder in vollem Gange. Am letzten Sonntag traf sich ein Team der ARD zu Dreharbeiten mit EuroNatur-Projektleiter Dr. Martin-Schneider-Jacoby im Neretva-Delta in Bosnien-Herzegowina - einem Brennpunkt der Wilderei.

      Die ARD strahlt den Beitrag über die illegale Vogeljagd in den Schutzgebieten an der östlichen Adriaküste am 5.11.2011 im Europamagazin von 16.30 - 17.00 Uhr aus.

      Im Zentrum des Berichts steht der Naturpark Hutovo Blato im bosnischen Teil des Neretva Deltas. Das ARD-Team begleitete EuroNatur-Projektleiter Martin Schneider-Jacoby in den Naturpark und dokumentierte die illegale Bejagung der Vögel im Schutzgebiet. Schauen Sie rein!

      Hoffen wir, dass der Beitrag mit seinen eindrucksvollen Bildern hilft, eine breite Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen. Internationaler Druck ist nötig, um im Kampf gegen die Vogeljagd auf dem Balkan erfolgreich zu sein. Bitte machen Sie deshalb auch Freunde und Bekannte auf die Sendung aufmerksam.

      Herzlichen Dank für Ihr Interesse!

      Ihr
      Gabriel Schwaderer


      EuroNatur
      Konstanzer Straße 22
      78315 Radolfzell
      Tel.: 07732 - 92 72 10
      Fax: 07732 - 92 72 22
      E-Mail: info@euronatur.org
      Viele Grüße von
      Brit

      „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

      Antoine de Saint-Exupéry
    • Frankfurter Allgemeine 02.11.2012

      Sperrfeuer an der Tankstelle

      17.10.2012 • Zahlreiche Zugvögel fliegen auf ihrem Weg Richtung Süden über den Balkan und die Adriaküste. Für die Tiere ein gefährlicher Weg, denn allzu oft werden sie dort zu Opfern wildernder Jäger.
      Von Roland Knauer, Hutovo Blato

      Vier Schüsse peitschen über den Svitava-See im Naturpark Hutovo Blato in Bosnien-Herzegovina. „Das war ein halbautomatisches Gewehr“, flüstert Tibor Mikuska von der kroatischen Naturschutzorganisation HDZPP. Mit einem Fernglas beobachtet Gabriel Schwaderer von der Stiftung Euronatur mit Sitz in Radolfzell zwei Männer in einem Boot, einer hat eine Waffe in der Hand. Den geschossenen Vogel kann er nicht erkennen, dazu ist die Entfernung zu groß. Es könnte eine der seltenen Moorenten sein, die in Deutschland vom Aussterben bedroht sind. Keine zwei Stunden vorher haben die beiden Naturschützer erst acht Moorenten in dem Naturpark gesehen.

      Solche wilden Schießereien scheinen an der Grenze zu Kroatien und nur wenige Kilometer von der Adria entfernt an der Tagesordnung zu sein. Gabriel Schwaderer und Tibor Mikuska haben kurz vorher Dutzende Hülsen abgefeuerter Patronen gefunden, die kaum mehr als einige Tage dort gelegen haben können. In der Dämmerung fahren an diesem Abend drei Boote über den See, aus denen ab und zu Schüsse über das Wasser hallen. Illegal natürlich: Die Jagd im Naturpark ist ohnehin verboten. Aus Motorbooten darf aber auch in Gebieten ohne Jagdverbot kein Waidmann auf seine Beute anlegen, schon gar nicht mit halbautomatischen Waffen. Gefährdete Arten dürfen Jäger sowieso nicht schießen.
      Jäger locken die Vögel mit Attrappen an

      An der Adria aber passiert das häufig - in fast allen Ländern zwischen Kroatien im Nordwesten und Albanien im Südosten. Enten und Blässhühner, Singvögel und Wachteln holen die Jäger vom Himmel oder erlegen sie auf dem Wasser. Die verschiedenen Arten werden gerne mit Attrappen aus Plastik angelockt. Im Zentrum des Naturparks ist das Rufen einer Wachtel zu hören, die gleich hinter dem Motel für Touristen zu leben scheint. Bis zur Morgendämmerung erschallt der immer gleiche Ruf. „Das ist keine Wachtel, sondern nur deren Ruf, der über Lautsprecher immer wieder abgespielt wird. Damit wollen die Jäger andere Wachteln zur Landung verführen“, sagt Mikuska. Auch das Anlocken mit Vogelstimmen oder Attrappen ist im Jagdgesetz mit gutem Grund verboten: Statt lange auf ein oder zwei Wachteln oder Enten zu warten, locken die Jäger so manchmal Hunderte Vögel an und können so rasch eine ganze Art gefährden.

      „Wir haben sogar Attrappen des Großen Brachvogels gefunden“, berichtet der Geschäftsführer von Euronatur, Gabriel Schwaderer. Mit fast einem Meter Spannweite ist die Art mit ihrem langen, gebogenen Schnabel der größte Watvogel der Welt. Schon seit der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts ist er in Mitteleuropa selten geworden. Ähnlich geht es auf dem Kontinent vielen weiteren Arten. Während in Mitteleuropa Naturschützer den Vögeln unter die Flügel greifen, werden sie auf dem Balkan abgeschossen. In Deutschland brüten zum Beispiel noch rund 400 Wiedehopf-Paare, beinahe die Hälfte davon im Bundesland Brandenburg.
      Der „Adriatic Flyway“ ist für einige Vögel von großer Bedeutung

      Als der im August 2012 plötzlich gestorbene Euronatur-Projektleiter Martin Schneider-Jacoby drei in Albanien geschossene Wiedehopfe genauer untersuchte, verrieten ihm Ringe an den Beinen, dass alle drei aus Brandenburg stammten. Was die Tiere auf den Balkan verschlagen hatte, hat der Ornithologe in seinem letzten Lebensjahrzehnt in mühevoller Kleinarbeit aufgeklärt: Rund zwei Milliarden Vögel ziehen aus den nördlichen Breiten Europas und Asiens im Herbst weit in den Süden bis nach Afrika. Sie wandern entweder weit im Westen oder im Osten des Kontinents Richtung Afrika und überwinden die riesige Hürde Meer an den schmalsten Stellen bei Gibraltar zwischen Spanien und Marokko oder am Bosporus in der Türkei.

      Manche Vögel wählen aber einen Mittelweg und ziehen über den Balkan nach Süden. Über die Adria, den äußersten Süden Italiens, Malta und das Mittelmeer geht es nach Tunesien. Erst als Schneider-Jacoby und seine Kollegen auf dem Balkan diese Flugroute - unterstützt von der Fluggesellschaft Lufthansa - genauer analysierten, erkannten sie, dass der „Adriatic Flyway“ für viele Zugvögel eine enorme Bedeutung hat. Auf der Strecke sind zum Beispiel die rund 1500 Löffler-Paare unterwegs, die in der ungarischen Tiefebene ihren Nachwuchs großziehen. Zwar vermehren sich die Vögel in Ungarn wieder gut, ihr Bestand aber nimmt trotzdem kaum zu. Ähnlich geht es den Knäkenten: „Die Art ist in den vergangenen Jahren aus den Gewässern Süddeutschlands, vor allem aus Oberschwaben und dem Donau-Gebiet, fast völlig verschwunden, obwohl sich der Lebensraum kaum verschlechtert hat“, sagt Euronatur-Geschäftsführer Schwaderer.
      Kleine Gasthäuser sind die Kundschaft der Jäger

      Schuld könnten die Feuchtgebiete sein, die auf dem Balkan bis zum Ende des 20.Jahrhunderts vielerorts verschwunden sind. So wurden in den siebziger Jahren mit Geld der Welternährungsorganisation (FAO) gleich neben dem bosnischen Naturpark Hutovo Blato rund drei Viertel der Sümpfe des 200 Quadratkilometer großen Deltas des Neretva-Flusses im heutigen Kroatien trocken gelegt und in Plantagen umgewandelt, in denen vor allem Mandarinen angebaut werden. Erschöpft vom langen Flug aber rasten genau in diesen Feuchtgebieten die Zugvögel. Nur dort finden sie reichlich Insekten und andere Nahrung, um ihre Energievorräte wieder aufzufüllen. Solche Feuchtgebiete haben für die Vögel eine ähnliche Bedeutung wie Tankstellen für einen Urlauber auf der Autofahrt in den Süden.

      Doch wenn die Zugvögel am „Adriatic Flyway“ die wenigen noch existierenden Zapfsäulen für Insekten und anderes Nahrhaftes anfliegen, geraten sie häufig unter Beschuss, weil dort Jäger auf sie lauern. Im Hutovo-Blato-Naturpark handelt es sich um Wilderer, von denen einige möglicherweise sogar als Ranger arbeiten. Der Chef des Parks hat das Schwaderer gegenüber bestätigt und versprochen, dagegen vorzugehen. Der Erfolg scheint bislang aber zweifelhaft. Jedenfalls trägt einer der beiden Männer, die auf dem Svitava-See mit einem halbautomatischen Gewehr Vögel wildern, eine der roten Jacken, die schon von weitem einen Ranger ausweisen.

      Auf der anderen Seite der Grenze im kroatischen Neretva-Delta dagegen soll zwar bereits seit 1992 ein Naturpark sein, um die wenigen verbliebenen Tankstellen für mehr als 300 Zugvogelarten von der Moorente über Kraniche bis zu Löfflern zu schützen. Dagegen aber wehren sich die Jäger und Bauern der Orte in dem Delta bisher erfolgreich. Und so finden sich in den Restaurants der Gegend etliche Entengerichte auf den Speisenkarten. Darunter könnten auch Moor- oder Knäkenten sein: Für rund zehn Euro verkaufen die Jäger einen frisch geschossenen Vogel an die kleinen Gasthäuser. Nach einer groben Kalkulation der Naturschützer erlegen die 200000 Jäger zwischen Bosnien und Kroatien, Montenegro und Albanien jedes Jahr mindestens zwei Millionen Vögel.
      Wilderer halten sich nicht an Gesetze

      Weit im Süden von Montenegro warten die Jäger am 13 Kilometer langen Sandstrand Velika Plaza, der sich fast bis an die albanische Grenze zieht. Kommen die Vögel im Frühjahr erschöpft vom langen Flug über die Adria an den Strand, geraten sie in ein tödliches Sperrfeuer und erreichen die Saline Ulcinj gleich hinter dem Strand erst gar nicht. „Früher war dort ein flacher Süßwassersee, in dem auch der seltene Krauskopf-Pelikan brütete“, erzählt der Leiter der montenegrinischen Naturschutzorganisation CZIP, Darko Saveljic. 1925 wurde das Gewässer in eine Saline verwandelt, in die salziges Adriawasser gepumpt wird, das langsam von einem flachen Becken in das nächste fließt. Das bietet Vögeln wie den Krauskopf-Pelikanen oder Rosaflamingos, aber auch den zweimal im Jahr durchziehenden Vögeln reichlich Nahrung. Die Pumpen schwemmen Fischeier und viele kleine Organismen in die Saline. In den nur 30 Zentimeter tiefen Becken wärmt die Sonne das Wasser kräftig auf, und die Lebewesen wachsen und vermehren sich, Vögel finden also reichlich Nahrung.

      Da das ganze Gelände als Industriegebiet zählt, darf dort nicht gejagt werden. Wilderer halten sich allerdings nicht an Gesetze, in der Saline hallten bis 2010 viele Schüsse. Seitdem patrouillieren freiwillige Helfer der CZIP in dem Gebiet, und die Wilderer halten sich zurück. Das gibt auch den scheuen Flamingos und Pelikanen eine Chance, die bisher zwar kaum geschossen, aber von der Ballerei vertrieben wurden. Vielleicht nehmen ja einige der 300 Flamingos und wenige Dutzend Pelikane die künstlichen Brutinseln an, die Euronatur und CZIP dort gebaut haben. Das wäre besonders für die seltenen Krauskopf-Pelikane wichtig, von denen es allenfalls noch 5000Brutpaare auf der Welt gibt.

      Noch aber steht der im Sommer beschlossene Status der Saline als vorgesehenes Naturschutzgebiet auf tönernen Füßen. Der Besitzer würde die 2006 für 800000 Euro erworbene Saline lieber für eine viertel Milliarde Euro an einen Tourismus-Investor verkaufen. Der Besitzer soll mit dem früheren Präsidenten Montenegros befreundet sein. Und auf dem Balkan können solche Beziehungen vielleicht auch heute noch helfen, gesetzliche Hürden zu überwinden.
      Viele Grüße von
      Brit

      „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

      Antoine de Saint-Exupéry