Sandförde 2

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    • Nordkurier.de 15.03.2013

      „Tapetenwechsel“ im Storchennest

      Von unserem RedaktionsmitgliedFred Lucius

      Die ersten Störche
      wurden in Pasewalk bereits gesichtet. Es sind aber
      nur Durchzieher gewesen. Dennoch ist für den Storchenhof Papendorf
      bei der Erneuerung von Nestern Eile geboten.

      Sandförde.Nein, diese Behausung ist den Rotschnäbeln wirklich nicht zuzumuten. Völlig verwittert zeigt sich das Storchennest, nachdem es Jens Krüger und Kai Schulz von der Unterlage gestoßen haben. Der Vorsitzende des Vereins Storchenpflegehof Papendorf und der Mitarbeiter der Firma Natur- und Baumservice Stoebel aus Brüssow sind an diesem Nachmittag in Sandförde. Hinter dem Grundstück der Familie Piotraschke wechseln sie ein Nest aus. „Zum Glück können wir wieder die Hebebühne der Firma Stoebel nutzen“, zeigt sich Jens Krüger dankbar. Es ist das erste Nest, das der Verein vor der anstehenden Ankunft der Störche in der Uecker-Randow-Region erneuert. Fünf Horste sollen noch auf der Insel Usedom ausgetauscht werden. Mit dem Großkreis hat sich die Wirkungsstätte des Vereins erweitert. In der Uecker-Randow-Region sind die Horste baulich auf einem guten Stand. Kein Wunder, hat der Verein doch allein im vergangenen Jahr 15 Nester erneuert oder neu aufgebaut. „So viele werden es in diesem Jahr nicht“, sagt Jens Krüger. Aus Caselow gebe es eine Anfrage. Ob der Verein dort aktiv werde, sei offen, weil eine Ansiedlung unwahrscheinlich erscheine. Die Futterbasis im Umfeld fehle.
      Seit 2006 steht der Mast mit dem Nest am Grundstück von Familie Piotraschke. „Es gab damals viele Anzeichen dafür, dass hier Störche brüten. Sie sind hier immer auf der Wiese spaziert. Aber noch hatten wir kein Glück“, sagt Elke Piotraschke, die von ihrem Haus aus den Horst im Blick hat. Störche hätten sich dort schon niedergelassen, auch mehrere Tage lang. Gebrütet habe aber noch nie einer, erzählt die Sandförderin. Im vergangenen Jahr sei der erste Rotschnabel am 8. April eingetroffen.
      Warum das Nest zur Brut bislang nicht angenommen wurde, darüber kann auch Jens Krüger nur Mutmaßungen anstellen. Wenige hundert Meter weiter gibt es am Bahnhof ein weiteres Nest. Noch eines befinde sich in Jatznick auf dem Schornstein der einstigen Ziegelei. Auch das sei seit Jahren ohne Brutstörche. „Meistens liegt es am Futterangebot“, weiß der Vereinschef. Wann Jens Krüger in diesem Jahr seine Störche in Papendorf erwartet, kann er nicht sagen. Sonst kamen sie immer pünktlich am 30. März. Da aber die Altstörche 2012 von fremden Störchen nach heftigen Kämpfen getötet wurden, ist eine Vorhersage schwierig.
      In Pasewalk wurden von Buchhändler Helmut Maaß am 7. März sechs Rotschnäbel im Gemeindewiesenweg gesichtet. Da sich aber niemand hier in der Region niedergelassen hat, muss es sich um Durchzieher gehandelt haben.

      Kontakt zum Autor
      f.lucius@nordkurier.de
      Viele Grüße von
      Brit

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