Pflanzenkunde

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    • Ich habe am Dienstag auf der letzten Orchideenwiese bei Pasewalk eine Zählung durchgeführt. Diese Wiese wurde bis 1989 von meinem Bruder und mir bewirtschaftet (Pferd, Ziege, Schafe, Heu und so) und hatte immer nen Auge auf die Orchideen. Nach 1989 haben wir das alles aufgegeben, einige wesentlichen Dinge hatten sich verändert. Naja, jedenfalls zähle ich die Orchideen auf dieser Wiese regelmäßig und betreue diese die letzten Jahre im Auftrag des Naturschutzfördervereins. Mit dem jetzigen Nutzer und Eigentümer besteht ein Pflegevertrag.

      So weit dazu. Am Dienstag habe ich gezählt und mit dem Nutzer und dem Eigentümer einige Pflegemaßnahmen für den Herbst abgesprochen. Wir wollen mal etwas versuchen, den Boden etwas großflächig zu verwunden (mit einer Egge), damit die Samen im Boden Licht bekommen, mal schauen wie es dann nächstes Frühjahr aussieht. Habe nun gezählt, alle blühenden und nicht blühenden Pflanzen und kam auf ein stolzes Ergebnis:
      Breitblättriges Knabenkraut 593 Exemplare
      Steifblättriges Knabenkraut 9 Exemplare.

      Das Steifblättrige Knabenkraut war hier noch nie sehr häufig. Habe dieses Jahr nicht fotographiert aber letztes Jahr. Wenn ich paar gute Fotos gescannt habe, werde ich diese Brit schicken und Sie bitten, diese nachträglichen reinzustellen.

      Noch kurz etwas zur Wertigkeit. Eine solche Anzahl an Orchideen (hier sogenannte Erdorchideen) wird nur noch an vier Stellen bei uns im Kreis erreicht. Die anderen sind entweder Naturschutzgebiet oder FFH-Gebiet. Es handelt sich dabei auch noch um andere Arten (Sumpfknabenkraut und Helmknabenkraut)
      Die beiden Knabenkräuter (Breit- und Steiffblättriges) sind als stark gefährdet eingestuft.
      Viele Grüße
      thur
      Ich liebe das Leben.
    • Das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorchiza majalis)



      ist im frischen Zustand leicht giftig und wird vom Vieh verschmäht (meistens). Im getrockneten Zustand ist die Pflanze hingegen ungiftig.
      Und hab noch was gefunden:

      Aberglaube:
      Den wie Finger geformten Knollen des Breitblättrigen Knabenkrautes wurden früher übersinnliche Kräfte zugeschrieben. Es wurden zwei Farben unterschieden, die vorjährige Knolle ist dunkel gefärbt (als Teufelsfinger oder Satanshand) und die diesjährige Knolle ist heller gefärbt (als Marienfinger oder Johannishand). Im Volksglauben konnte die Wurzel am Mittag des Johannistages (23.06.) kranke Körperteile durch Berührung heilen.



      thur
      Ich liebe das Leben.
    • Gerade bei diesen Pflanzen mit ihrer wunderschönen blauen Farbe (warum reden eigentlich alle nur vom Enzianblau???) hab ich die ganzen letzten Tage überlegt, wie sie heißen! „Weg“ wusste ich, kam aber nicht auf die „warte“…. Jetzt freut´s mich besonders, dass ich das auf diesem Wege erfahren habe. Danke, thur!!!

      Die Wegwarte:



      großblütige Königskerze:



      Wilde Möhre:



      Und sind sie nicht alle auch Heilpflanzen? Thur, erzähl uns doch bitte ein wenig darüber!
      Ich liebe das Leben.
    • Jens hat mich gebeten zu einigen Pflanzenarten was zu sagen.
      Zu den heimischen Wollgräsern: Es gibt in Deutschland 4 Arten, der Name Wollgras kommt von den Fruchtständen, diese weißen Puscheln die wie Wolle aussehen. Es gibt also folgende Arten:
      Schmalblättriges Wollgras - Eriophonum angustifolim HONCK:
      liebt mäßig basenreiche, sehr nasse Wiesen, Gräben, Quellhorizonte, Ufer von verlandeten Moorseen, Dünen-, Zwischen- und Flachmoore. Kommt in Deutschland zerstreut vor, ist also nirgends häufig.
      Scheidiges Wollgras - E. vaginatum L. : braucht basenarmen, sauren Torfboden, man findet es in Hochmooren und dort oft auf Bulten, Dünenmoore und vernäßte Kiefernwälder auf Sandboden. Es kommt in Deutschland zerstreut bis selten vor.
      Schlankes Wollgras - E. gracile KOCH: bevorzugt einen Lebensraum wie das Schmalblättrige Wollgras, es ist in Deutschland sehr selten.
      Breitblättriges Wollgras - E. latifolium HOPPE: liebt basen- und oft kalkhaltigen, vernäßten, nicht zu sauren Boden. Kommt in Quellgebieten, Flachmoore, Verlandungszonen stehender Gewässer vor, hauptsächlich jedoch in den Kalkgebieten und in den Alpenund dort zerstreut, sonst in Deutschland selten.

      Pfeifengras - Molinia caerulea (L.= MOENCH:
      Dieses Gras kommt auf Sumpfwiesen, ausgetrocknete Moore, in Heiden und Wälder vor. Es verträgt keine Düngung und keine Mahd. Das Pfeifengras hat viele Namen, ich will nur einige nennen Benthalm, Besenhalm, Binsen, Flunkerbart, Schindermann, Besenried. Sein Name "Pfeifengras" stammt daher, dass die meterlangen Halme ohne Knoten sind und damls zum Reinigen der langen Pfeifen aus "Großvaters Zeiten" benutzt worden sind. Das Pfeifengras ist heute eine Leitart für den FFH-Lebensraumtyp "Pfeifengraswiese". (FFH = Fauna-Flora-Habitat; ist eine europäische Schutzkategorie)

      Gemeines Zittergras - Briza media L:
      Das Zittergras fällt durch seine kleinen herzförmigen Fruchtstände auf, die bei Wind oder Berührung sich leicht bewegen und was wie zittern aussieht. Auch das Zittergras hat viele Namen und einige möchte ich auch nenen wie Bäbergras, Bömmeltjes, Wanzengras, Zitterherzl, Zitterläuse, Zittermännl. Es ist ein ausdauerndes kleinhorstiges Gras, welches relativ anspruchslos ist. Bevorzug kurzrasige Traockenrasen und Heiden ebenso wie Kleinseggenbestände in feuchten Wiesen. Wichtig ist dabei, dass es sich um ungedüngte Wiesen handeln muß, sonst verschwindet dieses Gras.

      Wegwarte - Cichorium intibus L. :
      Die Wegwarte ist glaube ich allen bekannt, es gibt von ihr eine Unterart (C. ssp. sativum) mit dickeren Wurzeln, diese wird zur Zichoriengewinnung angebaut. Eine andere Zuchtform liefert den Chicoree-Salat. Die Endivie (Cichorium endivia L.) ist mit der Wegwarte nahe verwandt.

      Wilde Möhre - Daucus carota L.:
      Es gibt mehrere Unterarten in Mitteleuropa. Die weiße Wurzel ist im 1. Jahr eßbar und wohlschmeckend, aber karotinarm und wenig ergibig. Sie wurde früher nur in Notzeiten gesammelt. Durch Kreuzungen von Arten aus dem Mittelmeerraum (D. ssp. maximus DESF.) ist unsere Gelbe Möhre, Karotte, Garten-Möhre - Daucus carota L ssp sativa (HOFFMANN) entstanden.

      So, ich hoffe, ich langweile auch damit nicht allzu sehr.

      Euer thur
      Ich liebe das Leben.
    • thur hat wieder schöne Bilder geschickt und auch gleich den Text dazu. Ganz herzlichen Dank dafür. thur, danke Dir besonders dafür, daß Du auf die beinahe 'alltäglichen Dinge' aufmerksam machst, die so selbstverständlich erscheinen und doch so ganz besonders sind,- wenn man nur genauer hinschaut! Danke Dir dafür!!!

      Die Besenheide (Calluna vulgaris) auch Heidekraut genannt,



      gehört zu den kleinsten Sträuchern in Mitteleuropa, nur die Moosbeere ist noch kleiner. Sicher ist diese Pflanzen allen bekannt, es werden ja viele verschiedenen Farbzüchtungen verkauft.



      Hier ist, was ich bei Wikipedia gefunden habe:
      Der niedrige, verholzende und immergrüne Zwergstrauch wird selten höher als 50 cm und ist ein prägendes Gewächs der Heidelandschaft. Er unterscheidet sich von den verwandten und teilweise recht ähnlichen Erica-Arten durch schuppenförmig an den Ästchen anliegende, gegenständige Blätter, die nur wenige Millimeter lang sind. Die Besenheide blüht vom Spätsommer bis Herbst rosa bis purpurn. Die Blüten haben eine Länge von ca. 4 mm und stehen nickend in dichter Traube. Die Einzelblüten haben jeweils vier Kron- und Kelchblätter. Letztere sind doppelt so lang wie die Krone und wie diese gefärbt.

      Vorkommen:
      Natürlich verbreitet ist die Besenheide in ganz Europa mit Schwerpunkt in Mittel- und Nordeuropa, im Osten kommt sie bis West-Sibirien vor. Besonders häufig ist sie in eiszeitlich geprägten Gebieten. Schottische Einwanderer führten die Besenheide im 19. Jahrhundert nach Kanada ein. Seitdem breitet sie sich in Nordamerika aus und gilt dort als Neophyt.
      Die Besenheide gilt als Säurezeiger. Sie kommt natürlich auf sonnigen bis lichten Standorten, vornehmlich auf kalkfreien Sanden vor. Sie wächst bevorzugt auf trockenen, aber auch auf wechselfeuchten Böden, beispielsweise in entsprechenden Bereichen von Mooren. Lebensraum sind Heiden, Moore, Dünen, lichte Wälder. Ihr Areal erstreckt sich vom Flachland bis ca. 2700 m.
      Die Besenheide wird durch Insekten bestäubt und der Samen der vielsamigen Kapsel durch Wind verbreitet.
      Ökologie:
      Die Besenheide gilt als Futterpflanze für zahlreiche Schmetterlingsarten und deren Raupen, darunter auch gefährdete Arten, wie den Kiefernheidensackträger, das Heidekrauteulchen, den grünen Moorheidenspanner oder den Komma-Dickkopffalter.
      Die Bildchen habe ich letzte Woche hier bei uns in der Ueckermünder Heide gemacht, es gibt dort sehr große Vorkommen der Besenheide.

      Das Zimbelkraut[ (Cymbalaria muralis), auch Mauer-Zimbelkraut,



      ist bei uns an Mauern und Felsen zu finden. Das Zimbelkraut wurde im 16. Jahrhundert in Mitteleuropa (stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet) als Zierpflanze eingeführt. Diese hier geknipsten Blüten stammen von einem Exemplar auf meinen Balkon (geklaut von der alten Friedhofsmauer in Pasewalk, einziger mir bekannter Standort im Landkreis mit einem großen Bestand).



      Interessant ist bei dieser Pflanze, dass die befruchteten Blüten mit den reifenden Samen sich nicht mehr in Richtung Licht strecken, sondern den Weg ins Dunkle suchen, rein in die Mauer- und Felsspalten. Dadurch haben dann die reifen Samen eine gute Chance zu keimen und am günstigen Standort neue Pflanzen zu bilden. Achso, man staune, das Zimbelkraut gehört zu der Familie der Wegerichgewächse Plantaginaceae, die Blüte hat ja nun keine Ähnlichkeit mit dem Blütenstiel eines Breitwegerich.

      Bei Wikipedia habe ich gefunden, dass das Zimbelkraut als Heilpflanze erstmals in den Kräuterbüchern von Lonicer (1582) und Matthiolus (1586) beschrieben wurde. Die Bezeichnung "Zymbalkraut" wird erstmals von Zwinger (1696) verwendet. Die therapeutischen Anwendungsgebiete für diese Pflanze waren unterschiedlich, doch scheinen die Hauptindikationen Wunden, Entzündungen verschiedenster Art und Frauenleiden gewesen zu sein. Hauptinhaltsstoffe sind Iridide.

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      Viele Grüße von
      Brit

      Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!
      (Antoine de Saint-Exupéry)
      Ich liebe das Leben.
    • Der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare) ist eine Pflanzenart aus der Familie Rauhblattgewächse(Boraginaceae). In Österreich im Volksmund auch "Himmelbrand", "Starrer Hansl" oder "Stolzer Heinrich" genannt.

      Der Gewöhnliche Natternkopf blüht von Mai bis Oktober an trockenen bis halbtrockenen Ruderalstellen, auf steinigen Fluren, an sandigen Plätzen und auf Silikattrockenrasen. Er ist verbreitet in ganz Deutschland, Europa und Westasien und ist typisch für Pflanzengesellschaften der nördlich temperierten Breiten.
      Er ist eine zweijährige oder mehrjährige krautige Pflanze Pflanze. Der Gewöhnliche Natternkopf wird 25 cm bis 1 m hoch und besitzt steife Borsten an Stängel und Blättern. Seine Blüten stehen in Thyrsen mit einfachen Wickeln (Blütenstand). Die Blüten sind zuerst männlich, dann weiblich (Vormännlichkeit, gynodiözisch). Die Kronblätter sind 15 mm bis 22 mm lang, zuerst rosa bis violett gefärbt, später werden sie blau bis himmelblau. Charakteristisch ist die trichterförmige Kronröhre mit ungleichen Zipfeln. Die Staubblätter sind ungleich lang und ragen aus der Blüte heraus. Der Griffel ist zweispaltig und zwischen den Klausen grundständig. Der Fruchtknoten ist tief vierspaltig, die Früchte sind in vier Klausen zerfallene Spaltfrüchte.

      Viele Grüße
      thur
      Ich liebe das Leben.

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    • Am Sonntag war thur, trotz bissiger Kälte, unterwegs und hat ein paar sehr schöne Bilder mitgebracht. Die Überschriften übernehme ich jetzt mal "einfach so":

      Brombeerblatt_im_Gegenlicht


      Frost


      Frühlingsversuch


      Haselblüte_männlich


      Soll_bei_Friedrichshof
    • thur war wieder unterwegs und hat schöne Bilder mitgebracht. Hier das Wachsen in bzw. aus einem Mauerdurchbruch:



      Und was sagt uns thur zum Mauerrautenfarn: er ist in Deutschland nicht gefährdet und der wohl häufigste Streifenfarn Deutschlands. Die Mauerraute oder Mauer-Streifenfarn (Asplenium ruta-muraria L.) besiedelt hier im Flachland oft alte Ziegelmauern oder wie hier im Bild Feldsteinmauern.



      zum Moosrasen: Dieser Moosrasen wurde vom Krückenförmigen Kurzbüchsenmoos (Brachythecium rutabulum) gebildet. Es ist die häufigste Moosart hier in Deutschland. Es werden feuchte, schattige Standorte von der Ebene bis zur alpinen Stufe besiedelt.



      zu Nieden von Schmarsow aus fotografiert:







      und zu Papendorf von der Rollwitzer Seite. Sind mal andere Ortsansichten:





      Unterwegs sah thur diese Schneeglöckchen:



      und diesen Waldrebenfruchtstand:

    • Thur hat uns, mit seinem Blick für das ganz Besondere, wieder wunderschöne Bilder zukommen lassen. Und thur hat dazu auch jeweils etwas geschrieben, was ich ganz genauso hier reinsetze:

      Der alte Glockenturm gehört zur Gutsanlage Rollwitz.






      Hier wurde damals der Arbeitsbeginn und das -ende eingeläutet. Auf einen Bild ist noch die Glockenhalterung gut zu erkennen.



      Das alte Gutshaus in Rollwitz



      steht etwa 10 Jahre leer, nach einem Dachstuhlbrand war es nicht mehr bewohnbar. Ich habe da auch 2 Jahre gewohnt, bevor ich 1989 im Neubau ein anderes Quartier bezogen habe. Die Innenwände sind über 50 cm dick gemauert, im Sommer kühl und im Winter wird die Wärme gut gehalten.

      Noch ein Bild von der vor Jahren sanierten Dorfkirche Rollwitz.




      Die Cladonia fimbriata – Trompetenflechte gehört zur Gruppe der Becherflechten.



      Diese Exemplare hatten sich als dichter Rasen auf ein altes Bundeswehrtarnnetz angesiedelt, welches über ein Gewächshaus gespannt war. Die Cladonia hat hier dichte Teppiche gebildet,





      welche am Rande von einigen Moosen begleitet wurde. Die Moose konnte ich nicht bestimmen.

      Habe mal probeweise ein Stück Moospolster abgebrochen und unter dem Drauflichtmikroskop mal ein Blick riskiert und ... ups, da krabbelt was. Nen Käfer??? eine Wanze???? Neeee ne Babyzecke nach klasse. Habe die mal mit roten Kreis und Pfeil makiert.

    • Märzimpressionen von thur

      Thur war wieder unterwegs und hat wunderschöne Bilder mitgebracht zu denen er selbst schreibt:

      Eine der ersten Frühlingsblüher ist die Purpurrote Taubnessel . Die ist fast überall zu finden.



      Koblentz liegt am Kleinen Koblentzer See und so sieht ein Teil des Dorfes von der Seeseite aus.



      Zwei Weidenkätzchen von zwei verschiedenen Weidenarten. Die sahen so toll aus, da konnte ich nicht vorbei.





      Den Wellengang habe ich bei dem Moorbrandteich bei Friedenberg aufgenommen. Ich fand das mal interessant.






      Hier handelt sich um den Dillenius-Ehrenpreis/Heide-Ehrenpreis (Veronica dillenii)



      Ich habe diesen kleinen Ehrenpreis, war nur 6 cm hoch, an einer ehemaligen Sandgrube bei Luckow (in unserem Landkreis im nördlichen Teil) gefunden. Es ist eine Pflanzenart, die zu den gemäßigt-kontinentalen Florenelementen gerechnet wird. Nach der Bundesartenschutzverordnung ist der Heide-Ehrenpreis als "gefährdet" eingestuft. Bei uns kommt der Heide-Ehrenpreis nur häufig im östlichen Deutschland vor. Er besiedelt Trockenrasen, Sandheiden, Kiefernwälder und trockene Äcker. In Westmecklenburg ist diese Pflanze sehr selten zu finden, häufiger hier in Vorpommern, so die Aussage von Herr Dr. Henker (Botaniker, und einer der Besten die ich kenne).
    • Thur war wieder unterwegs mit, wie immer, dem Blick für das Alltägliche und ganz Besondere:

      Ich hatte heute in Klein Luckow zu tun, ein kleines Dorf südlich der Brohmer Berge.
      Dort im alten schönen Gutspark, (hier der Eingangsbereich):



      habe ich mich ein bißchen umgesehen. Es war der Frühling voll im kommen. Überall sangen die Vögel, zu hören waren Grünspecht, Buntspecht, Wacholderdrossel, Waldbaumläufer, Heckenbraunelle (war meine erste dieses Jahr), Buchfinken, Stare, Weidenmeise, Kohl- und Blaumeise, Kleiber, Ringeltaube, Goldammer, Grünfink und ein verspäteter Bergfink (war bestimmt auf dem Heimflug und rastete hier kurz). Es war einfach toll, von der Feldflur riefen die Kraniche ihr Duett und ein paar Bilder habe ich auch gemacht.

      Als Frühlingsblüher habe ich gefunden: Wiesen-Goldstern:



      Märzveilchen:


      Buschwindröschen:



      Schneeglöckchen (ohne Foto) und Scharbockskraut (ohne Foto).

      Einige Bilder habe ich im Park gemacht, wegen der schönen alten Bäume. Fand auch einen alten Stubben:



      der war mit Moos und Efeu überwachsen, auf einer Seite jedoch waren alte Fruchtstände von einer Bovistenart:



      noch dran. Auch ein alter Buchenriese (jedenfalls der Rest von ihm):



      hatte hier seine Daseinsberechtigung, Baumpilze und Spechtlöcher waren an ihm zu finden.




      Ein Bild zeigt eine Neupflanzung einer alten Hainbuchenallee:

      .

      die alte ist leider verschwunden. Aber es wurde eine neue gepflanzt. Ein weiteres Bild zeigt den alten Zugangsweg:



      welcher auch mit alten Kopfhainbuchen bestanden ist. Am Parkrand hat man verschiedene Blicke in die Landschaft mit Wiesen, Wäldern und dem angrenzenden Teich:





      Die Buchen waren früher die Hauptbaumart und einige Stieleichen auch. Reste davon sind noch zu sehen und beeindrucken immer noch:





      Nun war heute das Frühlingsgrün ja erst am Anfang, mal sehen wie es dort zu Ostern aussieht. Wenn es mir gelingen sollte, dann mache ich dann noch ein paar Bilder. Jedenfalls kann ich den Park zum Spazierengehen nur empfehlen.



    • Von thur gesehen:

      Heute ist bei mir der erste Weißstorch in Rollwitz eingetrudelt.


      Und dann war thur wieder unterwegs und hat soviel Interessantes mitgebracht:

      Mein Arbeitskollege und ich waren gestern im Südkreis unterwegs. Wir haben einen Abstecher ins Landschaftsschutzgebiet "Radewitzer Heide" gemacht.

      Es blüht schon einiges, Buschwindröschen,



      Gelbes Windröschen



      und Märzveilchen. Der Rest steckt noch im Boden, Moschusblümchen, Lungenkraut, Goldnessel werden wohl noch ein bißchen brauchen.

      Ein kleiner Bach am Rande der Trockenhänge hat sich im Laufe der Zeit ein eigenes Bett gestaltet.





      Wo das Wasser über Stock und Stein geht, da habe ich die "Wasserspiele" eingefangen.





      Der Waldkomplex in der Radewitzer Heide ist ein Stieleichen-Hainbuchen-Hangwald.



      Das Landschaftsschutzgebiet setzt sich aus Trockenhängen, Randowwiesen, Feldgehölzen, Waldbereichen, Ackerflächen und einigen sehr zerfahrenen Wegen zusammen. Wir mußten unseren Dienstwagen, son kleiner Opel-Corsa, durch den Dreck jagen. Der spritzte dann auch bis zum Außenspiegel hoch.





      Im Park Rollwitz blühen gerade die Feldulmen



      und in Pomellen hat der Frost die jungen Blätter der Großen Brennnessel formschön umrandet.



      Und die hübsche Weinbergschnecke war auch da:

    • thur schreibt:

      Nun habe ich noch ein paar Bilder aus dem Park Rollwitz

      Blausternchenblüte:


      Blausternchenteppichausschnitt:


      Blutjohannesbeere:


      Mittlerer Lerchensporn:




      Scharbockskrautblüte:


      und Altwigshagen, hier Scharbockskraut im Schnee:


      Sumpfdotterblume:


      sowie ein paar Bilder aus Nadrensee:


      und Pomellen reingelegt:
    • 'Morgenstund hat Gold im Mund' und so macht thur sich heute Morgen auf den Weg, und hier sind seine wunderschönen Bilder mit Erklärungen dazu:

      Der Sonnenaufgang war herrlich


      und der Morgennebel im Ueckertal



      war auch wunderschön.

      Die blühenden Schlehenbüsche im Vordergrund:




      und im Hintergrund kann man den Kirchturm von Rollwitz sehen:


      Im ehemaligen Park in Züsedom blühten noch einige Hohle Lerchensporne in weiß:


      und rot:




      Leider habe ich dieses Jahr die Hauptblüte verpasst. Am Wegrand blühte auch der unscheinbare Efeu-Ehrenpreis:


      Am Fuchsberg im Ueckertal blühten viele Schlehengebüsche:

      Die Blüten saßen sehr dicht am Ast.

      Bei Schmarsow in den Ueckerwiesen sind die alten Silberweiden mit ihren gelben jungen Ästen weit zu sehen:

      Sie wurden auch teilweise als Kopfweiden genutzt.

      Am Mittelweg in den Ueckerwiesen blühten wieder die Wiesen-Schlüsselblumen:






      Die fünf orangegelben Flecken in der Blüte sind ein Erkennungsmerkmal dieser Primelart. Zufällig erwischte ich auch ein paar Tautropfen am Grashalm.


      Zum Schluß habe ich noch schnell die Blüte vom Fingerkraut aufgenommen:
      Eine kleine Pflanze der Trockenrasengesellschaft.


    • Thur war wieder unterwegs und hat uns schöne Bilder mitgebracht, die er auch wie folgt beschreibt:

      Der Bachnelkenwurz



      besiedelt eigentlich Feuchtwiesen, die Gemeine Kuhschelle



      liebt es trocken und der Zwergphlox



      kommt im Steingarten vor. Diese und andere Lebensräume hat ein Freund in seinem Garten geschaffen, wo diese Bilder entstanden.

      Der Feldmohn ist bei uns am Ackerrand und am Rand von Sandgruben oder Trockenhängen zu finden. Seine Blüte



      ist klein, die vom bekannten Klatschmohn dagegen ist riesig.

      Der junge Moorfrosch



      hatte ausreichend Geduld, denn ich mußte erst die Knipse scharf machen. Auch als der Kameragurt runter baumelte hielt er durch. In dem Teich bei den Moorbradtwiesen bei Friedberg gelang mir dieses Bild. Am Wegrand fand ich dann diese Blüte vom Gemeinen Löwenzahn



      und etwas weiter schon die Fruchtstände dazu.





      In der Nähe machte dann ein Weißstorch



      mir den Gefallen und hielt still.

      Ich war mit Winfried mal Abends am Großen Koblentzer See. Der Sonnenuntergang war schön.









      Ein Rohrkolbenfruchtstand am Wegrand machte ein gutes Bild:



      Es waren Millonen Mücken am Start, etwa eine halbe Million habe ich breitgeklatscht. Eine hat überlebt und hielt auf einem Fruchtstand vom Löwenzahn aus.



      Die Mondsichel hatte ich dann auch noch am Koblentzer See erwischt,



      hatte vier Bilder geschossen, nur eins war halbwegs scharf.

      Ich war noch einmal bei Fleethof an den Schwemmwiesen am Galenbecker See. Es war wieder viel los. Löffelenten, Reiherenten, Teich- und Bleßrallen, Rothalstaucher und Knäkenten segelten um mich rum. Ein Knäkerpel



      und einen Graureiher habe ich dabei erwischt.

    • Unser thur war, wie immer, wieder mit offenen Augen in der Natur unterwegs. Und was für Bilder hat er mitgebracht,- Spitze!!!

      Ich war ja in und am Rand der Ueckerwiesen südlich von Pasewalk unterwegs. Natürlich sind auch ein paar Bilder dabei rumgekommen.

      Am Rand eines Erlenbruchwaldes fand ich die schönen Blüten vom Bunten Hohlzahn.


      Diese Blüten werden von vielen Insekten aufgesucht, hier war es eine Ameise.

      Beim Fotografieren mußte ich mich ziemlich weit runter biegen und aua, wat war dat denn, jo die Große Brennnessel wars, soll ja gegen Rheuma helfen.




      An einigen Bäumen war dann der Hopfen aufgewachsen. Diese Kletterpflanze hat schöne Zapfen welche unter den Blattschuppen kleine Harzkügelchen beherbergen, wurde für die Bierherstellung genutzt.




      Der Große Knorpellattich bevorzugt den sehr trockenen und staubigen Wegrand, aber für Insekten sehr wichtig.






      Der Rainfarn wuchs am Wegesrand, wo es ziemlich trocken war. Viele Insekten waren da auf Nahrungssuche. Hier versteckt sich eine Wanze, wer entdeckt diese?





      Mit Geduld und Spucke habe ich mich an diese schöne Blutrote Heidelibelle herangeschlichen.



      Zum Schluß habe ich noch etwas Glück gehabt und konnte eine Familie Schwarzkehlchen beim Insektenfang beobachten. Der Chef (Männchen) ließ sich dann auch ablichten:







      Habe auch noch einige Wanzen fotografiert, die Bilder kommen aber erst nach der Bestimmung.
    • Original von Brit
      Unser thur


      Der Rainfarn wuchs am Wegesrand, wo es ziemlich trocken war. Viele Insekten waren da auf Nahrungssuche. Hier versteckt sich eine Wanze, wer entdeckt diese?



      .


      An der linken Pflanze unten rechts auf dem Blatt
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Original von thur
      Wenn diese Rose viele kleine und lange Stacheln hat, dann ist es eine Essigrose. Sonst kommt noch Weinrose in Frage. Wo und wann wurde das Foto aufgenommen? Gibt es auch Aufnahmen vom ganzen Strauch? Würde zur Bestimmung hilfreich sein.


      Dein Wunsch ist uns Befehl, lieber thur:

    • Hallöchen liebe Brit,

      nach nochmaligem Anschauen des Strauches (Blüten- und Blattform) würde ich zu 92 % Essigrose (Rosa gallica) sagen.

      Diese Maulbeerallee ist wirklich fast einzigartig. Es wachsen dort die Weiße und glaube auch die Schwarze Maulbeere (Morus alber, Morus nigra). Diese Allee ist als Naturdenkmal besonders geschützt. In Jatznick gibt es einen Maulbeerverein, der und der Naturschutzförderverein kümmern sich um Pflegemaßnahmen. Der Maulbeerverein veranstaltet jedes Jahr ein Maulbeerfest, wo es auch Maulbeerkuchen und so gibt.

      Jo, soweit auf die Schnelle.

      Viele Grüße
      thur
      Ich liebe das Leben.
    • Vogelsang UER

      Bei seinem „Ausflug“ nach Vogelsang fand Jens diesen Zauber der Natur: Winterlinge (wir hier nennen es Winterlinge,- ich kenne keinen anderen Namen dafür!? thur….????) wohin das Auge schaut, z.T. wie ein gelber Teppich:









      Winterlinge rund um dieses Teehaus:



      Und im Hintergrund das Schloß in dessen Nebenhäusern Jens heute Turmfalkenkästen ausbrachte:

      Viele Grüße von
      Brit

      „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

      Antoine de Saint-Exupéry
    • Ich war Heute mit Jens ungefähr fast zwei Stunden dort. Haben da die Gefäßpflanzen kartiert, soweit es möglich war. Ich bin auf 54 Arten gekommen, und das ist nicht schlecht für einen Durchgang. Viele Bereiche gehen als Trockenrasen (Lebensraum von trockenheitsertragenden Pflanzen und oft Kalkzeigerarten) durch, diese sind vom Gesetzgeber als geschützte Biotope festgelegt. Besondere Arten sind die Nickende Distel, Sand-Strohblume, Scharfes Berufkraut, Sichelmöhre, Wilde Möhre, Geruchlose Kamille, Zweisamige Wicke, Tüpfel-Hartheu und noch andere.
      Einige Bereiche jedoch sind sehr nährstoffreich, und hier kommen Brennnessel, Ackerkratzdistel, Taube Trespe, Kleb-Labkraut, Schwarznessel und Landreitgras in dichten Beständen vor.
      Besonders schön waren die vielen Uferschwalben, aber auch ein Brutpaar vom Schwarzkehlchen nennt diese Sandgrube sein Zuhause. Wir haben ein Männchen mit Futter und bei der Futtersuche beobachtet. Schachbrettfalter, Dickkopffalter, Federgeistchen, Langhornmotte, Kohlweißling, Tagpfauenauge und Co rundeten das Bild ab. Wir haben auch noch einige Bilder gemacht, welche wir nachreichen.

      Viele Grüße
      thur
      Ich liebe das Leben.