Biogasanlagen

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    • RE: Biogasanlagen

      Biogasanlage in Penkun (Uecker-Randow Kreis) – Tausenden Anlegern drohen massive Verluste


      Mal ein Beispiele , wie die Natur bei uns zerstört wird für unnütze Anlagen.

      "Dies liegt nicht nur in der Tatsache begründet, dass der Anlagenbegriff des EEG bewusst umgangen wurde, um eine höhere Einspeisevergütung zu erzielen, sondern auch darin, dass der für die Produktion des Biogases notwendige ‚Input’ von über 300.000 Tonnen Mais und Getreide jährlich in der Region gar nicht zu beschaffen war"

      Den ganzen Beitrag kann man unter folgenden Link einsehen.

      presseanzeiger.de/meldungen/fi…versicherungen/287269.php
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • RE: Biogasanlagen

      Ich habe das mal ausgerechnet, wie geschrieben braucht die Anlage 300.000 Tonnen Mais oder Getreide, um zu laufen.

      Der Durschnittswert bei Mais liegt bei 45 Tonnen je ha ( Angabe von Landwirten)
      das bedeutet 6666,67 ha werden benötigt um den Bedarf an Mais oder Getreide zu decken, den die Anlage braucht um zu laufen.

      Wenn man jetzt mal den Aufwand bedenke, was das umbrechen der Felder kostet( Treibstoffverbrauch ), das drillen, ( das Saatgut wird noch tausend km durch die Gegend gefahren bis es in der Erde liegt), das spritzen und gegebenenfalls das Düngern, dann die Ernte, dann muß es noch alles kilometerweit zur Anlage gefahren werden und und und, wo soll da noch der Nutzen liegen bei der geringen Ausbeute?

      Nun muß man noch die anderen Kleinanlagen im Kreis bedenken und das auch noch andere Kulturen angebaut werden, wie Raps, dann weiß man wie es im UER Kreis aussieht und das ist nicht nur in unserem Kreis so.
      Es findet die totale Zerstörung unserer Natur statt und alles für nichts.

      Für Leute die nicht so mit der Natur vertraut sind, in Maisfeldern gibt es kein Leben, mit Ausnahme der Laubfrösche im Randbereich :D.

      Und das größte Verbrechen finde ich, Getreide für so was zu verwenden, oder vernichten, wo die halbe Weltbevölkerung hungert.
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Biogas-Kraftwerk
      Bürgerinitiative wird zu einem Verein


      am 4. März 2010
      SÜDLOHN Die Bürgerinitiative "Kein-Biogas-in-Südlohn" wird ein Verein. Unter dem Namen "BI Umwelt-, Natur- und Gewässerschutz" wird die begonnene Arbeit gegen die Erichtung des Biogaskraftwekes fortgesetzt.

      Die Bürgerinitiative gegen das Biogas-Kraftwerk hat ihren Protest bei der letzten Ratssitzung lautstark bekundet. Jetzt wird die BI zu einem Verein.

      Ein großes Thema für die Gegner ist immer noch das Informationsdefizit in Punkto Biogaskraftwerk, ein Hauptaugenmerk liegt im Anfang deshalb darauf, Informationen zusammeln und diese an die Bürger Südlohns weiter zu geben.
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Unter Mais ist der Boden tot 01.05.10
      von remmert feldkirch


      Konrad Upmann als Vorsitzender des Umweltausschusses fragt sich schon im Vorfeld dieser Diskussion, was für Auswirkungen diese Technologie auf die Umwelt haben werde. Da gebe es nicht nur wirtschaftliche Aspekte, es gehe auch um das Landschaftsbild und die Ökologie. Wenn man langfristig das Land mit vielen Biogasanlagen überziehe, müsse man sicher über einen Landschaftsausgleich nachdenken, so Konrad Upmann. Denn diese Anlagen werden meistens mit Mais »gefüttert« und der werde dann naturgemäß vermehrt angebaut. Das habe wiederum durchaus Auswirkungen auf die Natur, denn unter dem Mais sei der Boden tot.


      Dierk Bollin fordert als Vorsitzender der BU und Fachmann der Umwelttechnik, es müsse in Zukunft einen ausgewogenen Mix aus Windenergie, Photovoltaik und Biogas geben. Nur dann könne man bis 2020 auch die Forderung erfüllen, das 50 Prozent der Energie regenerativ ist. Bis dahin sei es aber auch noch ein weiter Weg, aber ohne Biogas gehe das nicht, ist seine Überzeugung. Denn wenn der Wind nicht bläst und die Sonne nicht scheint, ist Biogas eben die Alternative.


      Die Vertreter der BU sind sich einig, das die Politik hier die Dinge regeln muss. So dürften die Biogasanlagen nicht wie Pilze aus dem Boden schießen, nur weil es sich rechnet und es für die Bauern ein verständlicher finanzieller Ausweg ist, wenn die Milch kein Geld mehr bringt.


      Zurzeit werden in Borgholzhausen zwei Biogasanlagen gebaut, allerdings kleinere, so genannte »Hofanlagen«.


      Da die Biogasanlagen-Betreiber für benötigte Flächen für ihren Maisanbau eine höhere Pacht auch wegen der staatlichen Subventionen zahlen können, müsse auch hier gesichert sein, dass dieser Markt nicht ins uferlose steige. Sonst könne sich kein Landwirt mehr die Pacht ohne eine Biogasanlage leisten.


      Viele Gesichtspunkte, die der Fachmann Herbert Piepel von der Landwirtschaftskammer sicher aufgreifen wird und die dann zur Diskussion gestellt werden. Die BU hat dazu auch den Landwirtschaftlichen Ortsverein mit eingeladen.



      haller-kreisblatt.de/hk-templa…r-mais-ist-der-boden-tot/
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Unter Mais ist der Boden Tot......

      Unsere Altvorderen wussten was Sie taten. Dreifederwirdschaft mit Fruchtfolgenwechswel war angesagt. Dies bedeutete 2 Jahre Anbau mit Fruchtwechsel zwischen Halm- und Battfrucht. Einr Jahr Brach mit Begrünung.
      Da war der Boden noch gesund.
      Gruß Peter

      Tierschutz ist die Erziehung zur Menschlichkeit !
      Albert Schweitzer
    • "Alles noch im Bereich?"

      Zum Beitrag "2012 wird wieder Volllast erreicht", Pasewalker Zeitung vom 7. August:

      Der Text setzte bei mir eine Spirale von Gedanken und Fragen in Bewegung. Der Autor beschreibt hier die Attacken gegen die Biogasanlage der NAWARO Bio Energie AG am Standort Penkun. Diese Großanlage, welche auf geschlossenem Areal ohne Unterbrechung errichtet wurde, als Kleinanlagen zu begreifen fällt sehr schwer und ist nicht nachzuvollziehen.

      Die im Artikel erwähnte zeitweilige geringere Vergütung meint ja wohl eine geringere Förderung durch den Staat. Fördermittelgeber ist der Staat - also wir alle durch unsere Steuergelder. Fördermittelnehmer wäre dann die NAWARO Bio Energie AG. Der Geber gibt, der Nehmer nimmt und wo bleibt der Gewinn? Die Biogasanlage bei Penkun wird ob ihrer umweltfreundlichen Technologie gerühmt. Wer berechnet und vergleicht den Kraftstoffbedarfwenn Lastzug um Lastzug eintreffen, um die Silage anzuliefern? Wer kommt bei der Vielzahl zusätzlicher Nutzer für den schnelleren Verschleiß der Straßenbeläge auf? - Alles noch im "grünen" Bereich? Wann tritt die vor Inbetriebnahme der Anlage versprochene "nicht vorhandene Geruchsbelästigung" endlich ein?

      Klaus Weier
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Ökologie und Landwirtschaft: Pflügen bis zur letzten Furche


      Auf vielen Feldern wächst Mais. Friedrich Pfeifer vom BUND (links) und der Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Borken, Dr. Peter Epkenhans, sprachen darüber, wie sich das auf die biologische Vielfalt auswirkt.



      Wer durch den Kreis Borken fährt, gewinnt den Eindruck, dass immer mehr Mais angebaut wird. Stimmt das?

      Epkenhans: In den vergangen zehn Jahren ist der prozentuale Anteil des Maisanbaus stabil geblieben. 2010 werden etwa 36.000 Hektar Mais angebaut. Das ist eine leichte Steigerung gegenüber 2003 um 4000 Hektar. Die Biogasanlagen haben eine leichte Veränderung in der Nutzung der Maisflächen hervorgerufen. Der Mais wird im Schwerpunkt als Futtermittel verwendet.



      Wie entsteht dann der Eindruck, dass der Mais so stark dominiert?

      Epkenhans: Die Biogasanlagen, die in den vergangenen zehn Jahren errichtet worden sind, führen natürlich dazu, dass man über das Thema Mais spricht. Im Kreis Borken stehen etwa 80 Biogasanlagen. In keinem anderen Kreis in Nordrhein-Westfalen wurde so viel in Biogasanlagen investiert. Das ist positiv zu sehen.

      Auf fast der Hälfte der Felder steht Mais. Was bedeutet das für die biologische Vielfalt?

      Pfeifer: Diese Flächen fallen fast vollständig für die Flora und Fauna aus. Was in einer vielfältigen bäuerlichen Kulturlandschaft an Vogel-, Insekten- und Pflanzenarten vorhanden war, kann hier nicht existieren. Dafür gibt es Beispiele: Es fehlen auf den Maiskulturen beispielsweise die Feldlerchen und die Turteltauben. Auch Goldammern können sich dort nicht ernähren. Die Großflächigkeit sorgt dafür, dass es weniger Ränder gibt. Und dort spielt sich am meisten ab. Felder, die bis ganz an die Wegränder bewirtschaftet werden, sind vogelfreie Flächen.

      Sind die Flächen tatsächlich größer und damit die Ränder kleiner geworden?

      Epkenhans: Wir haben immer noch eine durchschnittlich eher kleine Schlaggröße von etwa 2,5 Hektar. Das ist kein supergroßer Schlag. Im Kreis gibt es fast 600 Kilometer Hecken, die vielfach zwischen Parzellen stehen und eine biologische Vielfalt ermöglichen. Wir haben etwa 400 Kilometer Baumreihen. Von einer aufgeräumten Landschaft kann nicht die Rede sein.

      Pfeifer: Problematisch ist, dass selbst die Grenzen zwischen den Feldern unterschiedlicher Bauern bis auf die letzte Furche genutzt werden. Da, wo heute Mais steht, war noch vor 25 Jahren Grünland. Dort war Vieh draußen, und von dem Dung des Viehs lebte eine große Zahl von Käfern. Von diesen Käfern lebten wiederum viele andere Tiere. Die Längenangaben von Hecken sagen nichts darüber aus, ob die Vielfalt wirklich so groß ist, wie das von den Landwirten dargestellt wird.

      Epkenhans: Ich habe mir viele landwirtschaftliche Regionen auf der Welt angesehen. Es gibt keine Region, in der Landwirtschaft so fruchtbar betrieben werden kann, wie bei uns. Wir sind verpflichtet, Lebensmittel zu erzeugen. Natürlich immer unter Berücksichtigung dessen, was links und rechts passiert, zum Beispiel mit der biologischen Vielfalt. Da waren die Landwirte noch nie so sensibel wie heute.

      Pfeifer: Der gute Wille ist vielleicht da, aber so wie die Landwirtschaft betrieben wird, kann keine Vielfalt produziert werden.

      Epkenhans: Die Landwirte stehen aber auch unter wirtschaftlichen Zwängen.

      Pfeifer: Wir sollten so ehrlich sein zu sagen: Wir würden viel für die biologische Vielfalt tun, aber bestimmte wirtschaftliche Zwänge lassen es nicht zu.

      Epkenhans: Der Wunsch ist mir zu fromm. Wir können in dieser Region auf eine intensive, produktive, effiziente Landwirtschaft nicht verzichten. Die Ressourcen, die wir zur Verfügung haben wie Fläche, Wasser, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Nährstoffe aus den eigenen Betrieben sind immer effektiver genutzt worden. Diese Tendenz werden wir weiter aufrecht erhalten.

      Was können Landwirte aus Sicht des Naturschützers besser machen?

      Pfeifer: Die Möglichkeiten des einzelnen Landwirtes sind begrenzt. Er müsste von der Gesellschaft dafür belohnt werden, dass er auf einem Teil seiner Fläche nicht mehr intensiv wirtschaftet.

      Ist das ein realistischer Wunsch?

      Epkenhans: Im Hinblick darauf, dass die Flächenprämien generell zurückgefahren werden, glaube ich nicht, dass große Flächen stillgelegt werden. Außerdem bleibt unser Auftrag, Lebensmittel und nachwachsende Rohstoffe zu erzeugen. Es ist gut, dass Landwirte für Landschaftselemente wie Hecken und Baumreihen Prämien erhalten. Wenn andere Programme wie Blühstreifen an Feldrändern weiter nach vorne gebracht werden, trägt das auch zur Vielfalt bei.


      VON MARKUS SCHÖNHERR

      mv-online.de/lokales/kreis_bor…s_zur_letzten_Furche.html
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Also wenn man diesen Epkenhans hört, muß ich sagen, das dieser Mensch noch nie in der freien Natur war, geschweige den von der Tierwelt in der freien Wildbahn was kennt oder versteht.
      So können nur Lobbyisten reden, und den Menschen alles so zu verkaufen, als wäre die Welt in Ordnung, es ist nur noch zum heulen, wie ein ganzes Volk verblödet werden so.
      Auch das Aufgezählte der einzelnen Arten die dort nicht leben , es geht auch einfacher und schneller zu sagen, im Mais leben überhaupt keine Tiere mit Ausnahme von Laubfrösche, die den Mais als Sitzwarte nutzen.

      Wie heißt es so schön " Denk ich an Deutschland in der Nacht"
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    • Wir sind dann mal weg“

      Ausstellung informiert über Artensterben und den Erhalt der biologischen Vielfalt


      (ido) Der voranschreitende Klimawandel ist heute der dringlichste Antriebsmotor für Umweltschutzmaßnahmen. Dabei wird häufig außer Acht gelassen, dass es auch die Biodiversität, also die Artenvielfalt, die durch Artensterben und Verlust an Lebensräumen immer mehr bedroht ist, zu schützen gilt. Die Vereinten Nationen haben deshalb das Jahr 2010 als „Internationales Jahr der biologischen Vielfalt“ ausgerufen. In diesem Zusammenhang ist auch die Ausstellung „Natur. Vielfalt. Unterfranken“ im Rathausfoyer zu sehen.

      Bereits im Jahr 2008 hat die Bayerische Staatsregierung eine Biodiversitätsstrategie entworfen, um Artenschwund und Rückgang von Naturlandschaften zu stoppen. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, genügen gesetzliche Maßnahmen alleine nicht. Auch das gesellschaftliche Bewusstsein muss sich ändern.

      Hierzu soll die Ausstellung, die von Oberbürgermeister Sebastian Remelé im Rathaus eröffnet wurde, einen Beitrag leisten. Auf zahlreichen Stellwänden werden die Leistungen des Ökosystems als Lebensgrundlage für den Menschen – speziell im Bezug auf Unterfranken – erläutert: Naturschutz und Wirtschaftlichkeit stehen keineswegs im Interessenkonflikt miteinander.

      Auch die Stadt Schweinfurt, betont Oberbürgermeister Remelé, verfüge über zahlreiche Grünzonen. Er nannte die Mainleite, das Höllental, die Wehranlagen und den Wildpark. Hier sei es Aufgabe der Stadt, aber eben auch der Bürger, sich für die Pflege der Arten einzusetzen. Remelé glaubt, dass Naturschutz gerade der jüngeren Generation näher gebracht werden müsse, da er für diese kein relevantes Thema mehr sei.

      Um Ausstellungsbesucher zur Eigeninitiative zu motivieren, werden Wege aufgezeigt, wie jeder Bürger zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen kann, und beispielhaft erfolgreiche Naturschutzprojekte vorgestellt. Fast provokativ erinnert die zugehörige Broschüre daran, dass ausgestorbene Arten nie mehr zurückkommen werden: „Wir sind dann mal weg...“ Erhältlich ist die detailreiche Broschüre auch auf der Website der Regierung von Unterfranken.

      Ausgeschmückt wird die Ausstellung mit präparierten Tierexponaten, einer Leihgabe aus der Sammlung der Gemeinde Schwebheim. Zu sehen sind verschiedene Bewohner der heimischen Wälder, vom Fuchs über den Steinmarder bis zum Wanderfalke. Auch Nistkästen des Vogelschutzvereins für alle kleineren Vogelarten stehen zur Schau.

      Ausstellung „Natur. Vielfalt. Unterfranken“, bis 25. September, im Foyer des Rathauses.


      mainpost.de/lokales/schweinfur…weg-ldquo-;art742,5721865
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Forscher dämpfen Erwartungen an Biomasse


      Potsdam (dpa) - Bei der Diskussion um alternative Energien warnen Klimaforscher aus Potsdam vor einer Überbewertung von Biomasse.

      Zwar könnten nach einer neuen Studie im Jahr 2050 bis zu 20 Prozent des weltweiten Bedarfs an Strom und Wärme durch Energie aus Pflanzen gedeckt werden - dafür sind aber deutlich mehr Flächen und viel Wasser erforderlich. Die Potenziale der Biomasse seien nicht zu unterschätzen - «aber dafür zahlt man auch einen Preis», sagte Wolfgang Lucht vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Montag der Nachrichtenagentur dpa. «Wir verstehen Kosten und Nutzen des Systems noch nicht so gut, dass wir wissen, wie groß das Potenzial tatsächlich ist.»

      «Zahlreiche Studien zeigen, dass ohne Energie aus Biomasse ambitionierte Klimaschutzziele kaum erreichbar sind», sagte der PIK- Forschungsbereichsleiter. Dabei könnten speziell angelegte Plantagen mit schnell wachsenden Pflanzen eine große Rolle spielen. Dazu gibt es auch mehrere Studien. Diese sind nach Einschätzung von Lucht jedoch oft zu optimistisch und vernachlässigen die Umweltkosten.

      So werde oft davon ausgegangen, dass bedeutende Ackerflächen für den Anbau von Energiepflanzen frei würden, weil es bei den Bauern große Steigerungen in der Produktivität gebe. Dabei werde aber vernachlässigt, dass der Nahrungsbedarf angesichts einer weltweit wachsenden Bevölkerung steige. Zugleich wird dem Experten zufolge eine intensive Landwirtschaft zum Beispiel durch Wasserknappheit erschwert.

      Unter der Leitung von Lucht wurden Potenzial und Risiken der Energiegewinnung aus Biomasseplantagen in einer aufwendigen biogeochemischen Computersimulation ermittelt. Ergebnis: Soll im Jahr 2050 der weltweite Energiebedarf zu 20 Prozent durch Pflanzen gedeckt werden - etwa die Hälfte davon aus Biomasseplantagen - geht dies an anderer Stelle zu Lasten der Natur: Die vom Menschen genutzte Landfläche würde sich je nach Szenario um 10 bis 30 Prozent gegenüber dem heutigen Wert vergrößern, errechneten die Forscher. Von der Flächenumwandlung wären demnach auch sensible Gebiete betroffen wie die Feucht-Pampa in Südamerika. Die nötige Bewässerung könnte sich zudem im Extremfall verdoppeln.

      Die Computersimulation ist in der Fachzeitschrift «Global Change Biology - Bioenergy» erschienen. Das Projekt wurde vom Forschungsverbund der Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen seiner Exzellenzförderung mit einer Million Euro finanziert.

      Mitteilung des PIK

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      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Biogas: NABU Sögel/Werlte fordert Stopp von Anlagenbau


      Werlte. Scharfe Kritik an der Förderung von Biogasanlagen und der „Vermaisung“ der Landschaft hat der Naturschutzbund (NABU), Sögel/Werlte, während seiner Jahreshauptversammlung in Werlte geübt. Das geht aus einer Pressemitteilung der Ortsgruppe hervor.


      „Die unendliche Not der Japaner mache traurig und wütend“, so Vorsitzender Hermann Brinker. Er zeichnete in seiner Rückschau auf das Jahr 2010 ein düsteres Bild. Die Naturzerstörung habe besonders in unserer Region ein unerträgliches Maß erreicht.In der Versammlung war mit Blick auf die„Vermaisung unserer Region“ die Rede von einem „umweltpolitischen Desaster“. Die dazu vorgelegten Zahlen zeigten auf, dass mehr als 50 Prozent Mais auf den emsländischen Äckern angebaut wird, 40000 Hektar Stilllegungsfläche wieder aktiviert wurden und 15000 Hektar Wiesen in Acker umgewandelt wurden.

      „Der hierdurch vermehrte Gülle- und Gifteintrag hat bereits heute landesweit über die Hälfte der Trinkwasserbrunnen mit Nitrat verseucht. In fast zehn Prozent der Brunnen sind landwirtschaftliche Gifte nachweisbar“, heißt es in der Pressemitteilung.

      Im Fokus der Diskussion standen die Biogasanlagen, die laut NABU neben der Massentierhaltung Hauptverursacher der Monokulturen sind. Deutschland verbrenne als einziger Staat weltweit in seinen Anlagen 90 Prozent potenzielle Nahrungsmittel für Mensch und Tier. Darüber hinaus sei der Landverbrauch besorgniserregend, die Klimabilanz fraglich und die Subventionspolitik nicht nachvollziehbar. Der NABU fordert daher den „sofortigen Stopp eines jeden weiteren Anlagenbaus“. Es bestehe dringender politischer Handlungsbedarf.

      „Augenwischerei“
      Die derzeit diskutierten Maßnahmen wie Blühstreifen nannte ein Vertreter während der Versammlung „reine Augenwischerei“. Sie seien allenfalls geeignet, die Akzeptanz dieser Anlagen in der Bevölkerung zu verbessern. Verloren gegangenes Terrain könnten sie nicht ersetzen. Auch als Rückzugsgebiete seien sie völlig ungeeignet.

      Das eigentliche Schwerpunktthema der Versammlung war jedoch das Naturschutzgebiet (NSG) Theikenmeer, das seit dem vergangenen Jahr offizielles Klimaschutzprojekt der Volkswagen Leasinggesellschaft Braunschweig ist. „Werden Moore entwässert, wird dieser Kohlenstoff vor allem als Kohlendioxid in die Umwelt abgegeben und fördert dann den Treibhauseffekt“, so Projektleiter Manfred Neubert aus Werlte.

      Die Ingenieurgesellschaft „Hofer & Pautz GbR“ in Altenberge habe Ende 2009 im Auftrag des NABU-Bundesverbandes ein bodenkundliches Gutachten zum Treibhauspotenzial des NSG Theikenmeer veröffentlicht. Für das Untersuchungsgebiet wurde ein Torfvolumen von 2,75 Millionen Kubikmeter errechnet. Die hierin gespeicherte Menge an Kohlenstoff entspreche 435000 Tonnen CO2. Von dieser gigantisch hohen Menge gingen im NSG Theikenmeer, so Neubert, jährlich weit über 2000 Tonnen als Treibhausgas in die Atmosphäre. Vor Ort sollen nun durch Wiedervernässungsmaßnahmen diese Treibhausgase dauerhaft gebunden werden.

      Rolf Grave aus Werlte nannte Erfolgszahlen des laufenden Steinkauzprojektes. 100 Brutröhren seien allein durch die Jägerschaft Hümmling finanziert worden, um der vom Aussterben bedrohten Eule zu helfen.
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    • Wenn Grünflächen zu Äckern werden
      Anbaugebiete belasten Klima


      Damit Äcker gute Erträge bringen, müssen Bauern ihnen Schonzeiten einräumen. In diesen Zeiten wird manchmal auf Grünflächen ausgewichen und diese kurzerhand zu Ertragsflächen gemacht. Das allerdings ist äußerst klimaschädlich, warnen Forscher aus Braunschweig.

      Die Umwandlung von Grün- in Ackerland kann unser Klima belasten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Christopher Poeplau und Axel Don aus dem Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) in Braunschweig, die in der Fachzeitschrift "Global Change Biology" veröffentlicht wurde. Durch die Umwandlung könne innerhalb weniger Jahre bis zu 40 Prozent des Humus verloren gehen und durch vermehrte Kohlendioxidemissionen unser Klima beeinträchtigen, heißt es in einer Mitteilung des Instituts. Es könne Jahrzehnte dauern, bis sich der Humus wieder angereichert habe, wenn Acker wieder zu Grünland werde. Humus im engeren Sinne bezeichnet in der Bodenkunde die Gesamtheit der toten organischen Substanz eines Bodens.

      Poeplau und Don haben für ihre Untersuchungen knapp 100 Feldstudien zusammengefasst und ausgewertet. Werde eine Wiese in einen Acker umgewandelt, führe dies zu Humusverlusten von durchschnittlich 35 Prozent. In Deutschland seien in jüngster Zeit mehr als 70.000 Hektar Grünland pro Jahr zu Ackerland umgewandelt worden - eine Fläche von 100.000 Fußballfeldern.

      Insgesamt beträfen die Landnutzungsänderungen etwa neun Prozent der deutschen Landfläche in einem Zeitraum von fünf Jahren. Dies sei genug, um die gesamte Treibhausgasbilanz Deutschlands zu beeinflussen, heißt es in der Pressemitteilung.

      n-tv.de/wissen/Anbaugebiete-be…Klima-article2942091.html
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    • Mais, wohin das Auge blickt


      Ökostrom. Futter für 348 Biomasse-Kraftwerke im Nordosten: Energiepflanzen verdrängen die Nahrungsmittelproduktion. MV droht die Vermaisung.

      Von Torsten Roth

      Teterow. Das Saatgut liegt längst bereit: Palettenweise stapeln sich die weiß-orangen Papiersäcke in der Lagerhalle in Langhagen im Landkreis Güstrow. Traktoren, Bodenbearbeiter, Breitsaatmaschine - alles startklar. "Vor Ostern werden wir den ersten Mais in den Boden bringen", erzählt Rudi Müller. Gerade erst habe er auf einem Schlag die Bodentemperaturen gemessen: "Acht Grad muss der Boden schon haben, um die Körner gut zu betten", erklärt der Chef der Acker & Rind Mecklenburger Schweiz eG.

      Maisaussaat in MV: Die beginnende Frühjahrsbestellung sehen Umweltschützer mit Sorge. Seit Biogasanlagen wie Pilze aus dem Boden schießen und die Maisfelder soweit reichen, wie das Auge blicken kann, fürchten sie um die Pflanzenvielfalt auf Deutschlands Feldern - Mecklenburg-Vorpommern, ein Agrarland der Monokulturen. Eine "arg überspitzte Debatte", meint Landwirt Müller. Gerade einmal auf 220 Hektar bringt er die gelben Körner in den Boden - 17 Prozent seiner Ackerfläche. Mais für die 460 Kühe samt Nachzucht im eigenen Stall und für eine Biogasanlagen in Güstrow, erklärt Müller. "Das ist noch nicht einmal so viel wie zu DDR-Zeiten."

      Für Müller wird das auch so bleiben: "Wir wollen doch Ackerbau betreiben", meint er. Da müsse man schon auf die Fruchtfolge achten. Zwar stelle auch er mehrere Jahre hintereinander Mais auf einen Standort, gleichzeitig sorge er aber auch für die ausreichende Humusversorgung der Böden. Aus eigenem Interesse: "Der Boden ist unser Kapital", sagt der Landwirt. Da müsse man auch dafür sorgen, dass er langfristig Erträge bringe.

      Berufskollegen setzen offenbar eher auf den kurzfristigen Erfolg: Mit dem wachsenden Hunger der derzeit 348 Biomassekraftwerke in MV stellen sie immer mehr Mais ins Feld. In einigen Regionen im Nachbarland Niedersachsen seien die Felder inzwischen zu 70 Prozent mit der Frucht bestellt, kritisiert Reinhild Benning, Agrarexpertin des Bundes für Umwelt und Natur (BUND). Auch in Mecklenburg-Vorpommern gebe es Regionen mit 50- bis 60-prozentigem Maisanteil. Auffällig: Vor allem in der Nähe der umstrittenen Mega-Biogasanlagen in Güstrow und Penkun kennen Maisbauern kein Grenzen mehr. Auch anderswo: "Deutliche Konzentrationen gibt es in Westmecklenburg", beobachtet BUND-Landeschefin Corinna Cwielag. In den Landkreisen Ludwigslust und Parchim, aber auch im Ostteil von Mecklenburg-Strelitz fallen viele Regionen mit bis 100 Prozent Maisanteil auf, geht aus einer Standortuntersuchung in MV hervor. "Ökologisch bedenklich", warnt Agrarminister Till Backhaus (SPD). Mehrere Jahre hintereinander die gleiche Fruchtfolge auf einer Fläche, das verstoße "gegen die Prinzipien der guten fachlichen Praxis". Damit werde der Boden ausgebeutet, vor allem aber fördere das die Schädlingsausbreitung, meint Backhaus. Auch Bauer Müller kennt einen Betrieb in seiner Nachbarschaft, der habe auf fast der gesamten Fläche die Energiepflanzen angebaut - als Lieferant für eine große Biogasanlage. "Das ist problematisch", meint Müller.

      Mecklenburg-Vorpommern vor der Vermaisung: In manchen Regionen hat der Anbau von Energiepflanzen die Nahrungsmittelproduktion längst verdrängt. An Standorten mit viel Vieh treibt der Trend inzwischen auch die Pachtpreise in die Höhe. So hat eine Studie der Universität Göttingen Pachtpreise für Ackerland bei Betrieben mit und ohne Biogas in Niedersachen Unterschiede zwischen 30 Euro und 177 Euro ergeben. Auf 13 Prozent der Agrarfläche haben die Bauern in MV im vergangenen Jahr Mais ins Feld gestellt - 132 000 Hektar insgesamt, für den Futtertrog oder Rohstoff zur Energiegewinnung. Damit ist zwar bislang noch nicht das Anbauniveau aus DDR-Zeiten erreicht, als auf 140 000 Hektar die Pflanze aus der Familie der Süßgräser geerntet wurde. Auch liegt der Maisanbau in MV unter dem Bundesschnitt von 20 Prozent. Zum Vergleich: In Niedersachsen und Schleswig-Holstein wächst auf 26 bis 28 Prozent der Ackerfläche die Energiepflanze.

      Aber es wird mehr: Die Bauern haben Großes vor. Die Bioenergiebranche boomt. Angesichts der nuklearen Katastrophe in Japan erwarten Fachleute einen noch stärkeren Anstieg der Energiegewinnung aus Biomasse. So wollen die Bauern in Deutschland den Anteil von Biomasse an der Energieerzeugung bis 2020 verdoppeln, kündigte der Deutsche Bauernverband zu Jahresbeginn an. Dazu solle die Anbaufläche von derzeit zwei Millionen auf dann drei Millionen Hektar Ackerland wachsen.

      Naturschützer denken daran mit Grausen: So sei für die Erweiterung der Maisfelder beispielsweise in der Elbregion große Grünlandflächen umgebrochen worden, kritisiert BUND-Chefin Cwielag. Verhängnisvoll: "Das bringt die Artenvielfalt in Gefahr." Auch Bauer Müller hat einen Teil bislang stillgelegter Felder mit Mais bestellt. Der Flächenzuwachs ist groß: Allein 2009 nahm die Anbaufläche in MV im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre zwischen 2003 und 2008 um 38 Prozent auf 119 000 Hektar zu - der höchste Zuwachs aller Fruchtarten. Grün- und Silomais nahm 2010 eine Fläche von 132 200 Hektar ein, das sind fast elf Prozent mehr als 2009. Landwirt Rudi Müller sieht dennoch keine Gefahren: "Von Monokulturen sind wir weit entfernt", sagt der Vorstandschef und erzählt von Erlebnissen im mittleren Westen der USA. "Da sind wir Hunderte Kilometer gefahren und haben nur Mais und Soja auf den Feldern gesehen. Das sind Monokulturen." Aber das wollten die meisten Bauern hier nicht, weiß er.

      Energiewirte werden auf Mais trotzdem nicht verzichten: Die Körnerpflanze sei "gut zu händeln" und habe viel Energie, sagt Müller - gut für die Rinderproduktion ebenso wie für Energiegewinnung: "Was für Kühe gut ist, ist auch für Biogasanlagen gut."

      In MV wird auf 16 Prozent der Anbaufläche Biomasse für die Energiegewinnung produziert. Da bleibt noch viel Luft nach oben: 2020 könnte ein Drittel der Ackerflächen - etwa 330 000 Hektar - mit Energiepflanzen bestellt werden, ohne die Nahrungs- und Futtermittelproduktion zu gefährden, rechnet Backhaus vor.

      Nur: Es muss nicht immer Mais sein. Die Pflanze sei "nur eine Facette", meint der SPD-Politiker. Allerdings sei die Forschung nach Alternativen vernachlässigt worden. Die Agrarministerkonferenz habe deshalb Ende März auf Initiative Mecklenburg-Vorpommerns die Bundesregierung aufgefordert, die Forschung nach alternativen Anbauverfahren für Biomasse zu verstärken - z. B. für Zuckerrüben oder Hirse. Für die Energiewende werde es ohne Biogasanlagen nicht gehen, sagt auch BUND-Chefin Cwielag. Nur müssten sich die Anlagenbetreiber auf andere Konzepte umstellen und beispielsweise auch Reststoffe aus der Landschaftspflege oder organische Abfälle aus den Haushalten einsetzen.

      Was auch immer die Bauern ins Feld stellen werden, Landwirt Müller ist sich sicher: "Ein Miteinander von Nahrungsmittel- und Energiepflanzenproduktion ist möglich."
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Klimarisiken durch Energie aus Biomasse werden unterschätzt


      Berlin (Gemeinsame Pressemitteilung TU Berlin/Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung)
      Die Risiken des Einsatzes von Energie aus Biomasse werden unterschätzt, wie ein jetzt im Magazin „Nature Climate Change“ veröffentlichter Artikel zeigt. „Wir brauchen hier das Vorbeugeprinzip“, sagt Ottmar Edenhofer, Chef-Ökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und Professor der Technischen Universität Berlin. „Bevor die Bioenergie weiter ausgeweitet wird, muss die Wissenschaft eine umfassendere Abschätzung der Risiken liefern – bislang sind in Projektionen des Einsatzes von Bioenergie teils fundamentale Unsicherheiten enthalten. Nötig sind hier neuartige Ansätze des Risikomanagements für den Wandel der Landnutzung.“ Eine Möglichkeit wäre, die Beweislast für das Erreichen von Nachhaltigkeitsstandards auf die Produzenten von Bioenergie zu verlagern.

      Der großflächige Anbau von Energiepflanzen könnte unter dem Strich zu mehr Ausstoß von Treibhausgasen führen, wenn beispielsweise Wälder abgeholzt und zu Anbauflächen umgewandelt werden. Zugleich heißt es aber in ökonomischen Szenarien zur CO2-Reduzierung, dass sich die fossilen Brennstoffe kaum ohne einen massiven Einsatz von Bioenergie werden ersetzen lassen. Der Artikel analysiert nun, wie diese beiden scheinbar gegensätzlichen Betrachtungsweisen zusammengeführt werden können, und er identifiziert die der Debatte zugrundeliegenden wesentlichen Unsicherheiten.

      „Energie aus Biomasse ist Gegenstand einer hitzigen Diskussion“, sagt Felix Creutzig, Hauptautor des Artikels von Wissenschaftlern der TU Berlin, des PIK und der Universität Berkeley in den USA. „Forscher müssen sehr klar die Annahmen darlegen, die sie ihrer jeweiligen Untersuchung zugrunde legen. Und sie sollten systematisch die Risiken in die Berechnungen mit einbeziehen, die mit unterschiedlichen Regelungsmöglichkeiten zur Bioenergie zusammenhängen. Politiker hätten die Wahl, in Zukunft nur unter genauen Vorgaben den Einsatz von Bioenergie zu erlauben.“

      Die Ökobilanz von Energie aus Biomasse ist von großen Unsicherheiten geprägt. Während die Emissionen der bisherigen Produktion von Bioenergie meist gut erfasst werden, werden die Effekte einer künftigen Ausweitung des Einsatzes von Bioenergie auf die Märkte von Landwirtschaftsprodukten oder auf den Benzinmarkt laut der Untersuchung oft außer Acht gelassen. So könnte beispielsweise eine verstärkte Erzeugung von Rohstoffen für Biosprit weltweit die Preise für Agrarland in die Höhe treiben. Dies würde Anreize setzen, Anbauflächen auf Kosten natürlicher CO2-Senken auszuweiten.

      Auf der anderen Seite behandeln viele ökonomische Szenarien zum Klimaschutz Bioenergie als „CO2-neutral“. Dabei unterstellen sie, dass Maßnahmen zum Waldschutz ergriffen werden und dass technischer Fortschritt eine höhere Ausbeute von Bioenergie pro Hektar erlaubt. Ob diese Annahmen eintreffen, ist schwer vorherzusagen. Abhängig von solchen Annahmen schwanken aber die Abschätzungen des Potenzials von Bioenergie beträchtlich – nämlich um den Faktor Zehn.

      Eine umfassende Beurteilung der Chancen und Risiken des Einsatzes von Bioenergie sollte das ganze Spektrum möglicher Entwicklungen darzustellen versuchen und systematisch Auswirkungen auf Märkte erfassen, so die Schlussfolgerung der Forscher. Die Szenarien müssen systematischer auch die Effekte der Nutzung von Bioenergie in einer nicht perfekten Welt abschätzen, in der es beispielsweise nur einen begrenzten Fortschritt von politischen Regelungen und Technologie gibt. Um hier die Debatte voran zu bringen, sei eine viel engere fächerübergreifende Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen mit Bioenergie befassten Forschungsrichtungen nötig.

      „Dies ist eine zentrale Herausforderung für kommende wissenschaftliche Sachstandsberichte“, sagt Ottmar Edenhofer. „Berechnungen zur Wirkung des Einsatzes von Bioenergie in der Zukunft sind von Natur aus mit Ungewissheiten belastet, und hierauf muss man an der Schnittstelle von Politik und Wissenschaft reagieren. Die Projektionen sind teils abhängig von Werturteilen – diese betreffen Energiesicherheit, Klimaschutz, Ernährungssicherheit und den Schutz der Artenvielfalt.“ Wenn es der Wissenschaft gelänge, alle zugrundeliegenden Annahmen und Unsicherheiten den politischen Entscheidungsträgern verständlich zu machen, so Edenhofer, „dann kann das ein Start sein für die wichtige Diskussion, wo wir als Gesellschaft hinwollen, und welche Risiken wir hierbei in Kauf nehmen.“
      Praktiker haben Deutschland wieder aufgebaut und Theoretiker richten es zu Grunde!
    • Bund fördert verstärkt Alternativen zum Maisanbau

      Groß Kreutz/Berlin (dpa) Für die Erzeugung von Biogas sucht der Bund verstärkt nach Alternativen zum umstrittenen Maisanbau. «Unser Ziel ist es, Pflanzen zu erforschen, die auf Dauer ähnlich effizient sein können wie Mais».



      Forscher und Landwirte suchen in Oberfranken gemeinsam nach einer Alternative für den vielfach kritisierten Maisanbau. Foto: Lernort Bezirk Das sagte Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Dienstag beim Besuch eines Forschungsprojektes im brandenburgischen Groß Kreutz. Auf einem Versuchsfeld werden dort Blüh- und Wildpflanzen untersucht, die als ökologisch und ökonomisch attraktive Alternative zum Mais gelten. Das Ministerium unterstützt die Untersuchungen. Insgesamt gibt das Ministerium nach Aigners Angaben 40 Millionen Euro aus für etwa 100 derartige Projekte. Sie sollen helfen, sich von der Mais-Monokultur wegzubewegen, die Umweltschützer für ökologisch bedenklich halten.

      Innerhalb der vergangenen zwei Jahre sind so ertragreiche Mischungen aus Wildpflanzen für die Direktsaat entwickelt worden, ergänzte Andreas Schütte von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). «Wir haben mittlerweile Marktreife erreicht», sagte er.

      Landwirt Joachim Zeller aus Nordbayern gehört deutschlandweit zu den ersten Aussaaten-Herstellern, die mit Wildpflanzen als Energieträger für die Biogasproduktion experimentieren. In Groß Kreutz baut er auf 45 Hektar Honigklee, Beifuß, Malven, Wegwarte und Wilde Möhre an. «Meine Mischung erreicht schon jetzt 75 Prozent der Mais-Energieleistung, ohne dass die Samen züchterisch verändert wurden», sagt Zeller. Ein Hektar dieser Blüh- und Wildpflanzen könne über Biogas-Verwertung einen Vierpersonenhaushalt ein Jahr lang mit grüner Energie versorgen, hieß es.

      Wildmischungen seien jedoch von der Energieleistung her gesehen noch keine Alternative zum Mais, «aber eine gute Ergänzung», erläuterte Aigner. Mit Blick auf die Reformierung der EU-Agrarpolitik seien Blüh- und Wildpflanzen aber ein echter Hoffnungsträger.

      Ab 2020, so heißt es in einem ersten Entwurf, sollen sieben Prozent der Anbaufläche eines Agrarbetriebs der Förderung der Biodiversität dienen. «Anstatt Felder brachliegen zu lassen, können diese Energiepflanzen zum Einsatz kommen und der Natur und dem Landwirt helfen», ergänzte FNR-Geschäftsführer Schütte.

      Derzeit wird auf etwa 18 Prozent der deutschen Landwirtschaftsfläche Mais angebaut. Der Anteil der Futterpflanze in der Biogasproduktion beträgt sogar 80 Prozent. Mit den Blüh- und Wildpflanzen könnte dieses Verhältnis um einige Punkte nach unten korrigiert werden, betonte die Ministerin.
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    • Energiewende Leopoldina will Verzicht auf Bioenergie
      00:00 Uhr Tagesspiegel online
      Deutsche Forscher fordern den weitgehenden Verzicht auf einen Ausbau der Energieerzeugung aus Biomasse. Es gebe zu viele Nachteile für Umwelt und Klima, betonen die etwa 20 Experten der Wissenschaftsakademie Leopoldina in einer Stellungnahme.

      Deutschland solle sich bei der Energiewende auf Energiequellen wie Wind- und Solarkraft konzentrieren, deren Bilanz bei Treibhausgas-Emissionen und möglichen Umweltschäden besser sei. Ein weiterer Schwerpunkt sollten Energieeinsparungen und die Verbesserung der Energieeffizienz sein.
      Bioenergie solle nur „begrenzt“ eingesetzt werden. Nischen seien die Gewinnung aus Mist, Gülle, Lebensmittelabfällen und pflanzlichen Reststoffen in dezentralen Anlagen sowie die Erzeugung von Biokraftstoffen für Flugzeuge und Schiffe, die auch künftig nicht elektrisch betrieben werden könnten.
      Besonders kritisch sehen die Leopoldina-Forscher Pläne, in der EU bis 2020 flächendeckend zehn Prozent der im Transport- und Verkehrssektor verbrauchten Energie mit Biokraftstoffen zu ersetzen. Die Förderung des Biomasseanbaus müsse sich auf solche Formen beschränken, die nicht mit der Nahrungsmittelproduktion konkurrieren, keinen negativen Einfluss auf Ökosysteme haben und außerdem eine „substanziell bessere“ Treibhaus-Bilanz aufweisen als die herkömmlichen fossilen Kraftstoffe. AFP
      Gruß Peter

      Tierschutz ist die Erziehung zur Menschlichkeit !
      Albert Schweitzer
    • Bericht in "Report Mainz"/ARD 23.07.13
      Bundesumweltamt fordert Verschärfung der Düngeverordnung

      Habe gerade einen sehr interessanten Bericht über jährlich stetig steigende Niträrft dasProblem von Nitratwerten im Grundwasser gesehen. Zu hohe Werte im Trinkwasser können Krebs erregen.
      In einigen Gebieten sind die Nitratwerte so hoch, dass das Grundwasser direkt wieder als Dünger auf die Felder aufgebracht werden könnte. 1/4 des Grundwassers in Deutschland habe zu hohe Nitratwerte. Gülle aus Viehhaltung, Gärreste aus Biogasanlagen und der schnell anwachsende Maisanbau verschärfen das Problem. Wenn sich nichts ändert- zum Beispiel durch eine verschärfte Düngemittelverordnung- besteht bei verschiedenen Wasserversorgern die Sorge, dass die Grenzwerte in Zukunft nicht mehr einzuhalten sind...
      Mehr / genaueres unter:
      swr.de/report/presse/duengever…1786158/dq36ae/index.html